Parkverbot ist abgeschafft

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Der Bauausschuss hat‘s beschlossen: Die zur Verkehrsberuhigung in der Iglinger Straße vorgesehene Parkmöglichkeit auf Höhe Sebastian-Rieger-Straße wird wieder abgeschafft.

Landsberg – Wenn täglich 8.000 Autos durch die Iglinger Straße fahren und selbst Anwohner problemloses Abbiegen fordern, welche Entscheidung wird der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Stadtrates wohl treffen? Richtig: Die zur Verkehrsberuhigung dienenden Parkplätze an der Einmündung der Sebastian-Rieger-Straße werden wieder abgeschafft. Der Bauausschuss hob in der vergangenen Woche seinen eigenen Beschluss aus dem Juli 2015 mit 9:4 Stimmen auf. Ein alternatives Verkehrskonzept für den Landsberger Westen hat das Gremium aber derzeit noch nicht.

Das war starker Tobak für die vielen Anwohner aus dem Bereich Ahornallee/Iglinger Straße, die an der Sitzung als Zuhörer teilnahmen. Erst beriet der Ausschuss nicht über die schriftlichen Ausführungen von Ordnungsamtschef Ernst Müller zur Machbarkeit eines neuen Lkw-Fahrverbots. Das erwartete Bekenntnis „so viel Verkehr wie nötig im Gewerbegebiet, so wenig Verkehr wie möglich im Wohngebiet“ blieb daher aus. Und dann folgte das Gremium auch noch mehrheitlich dem Antrag der CSU, die zur Verkehrsberuhigung in der Iglinger Straße gedachte Parkregelung wieder aufzuheben, weil sie das Abbiegen behindere. Wer sich aus dem Landsberger Westen an diesem Abend auf den Weg ins Rathaus gemacht hatte, fuhr wohl etwas aufgewühlt nach Hause zurück.

Dass es auch in einer Tempo 30-Zone zulässig ist, verkehrsberuhigende Maßnahmen vorzunehmen, musste auch Müller einräumen. Allerdings wies er darauf hin, dass ein Ausbremsen schneller Autos Lärm- und Abgasbelastungen mit sich bringt. Wobei die Autofahrer gar nicht so schnell seien: Nur zwei bis drei Prozent fielen auf, erklärte Müller. Freilich bezieht sich diese Angabe vor allem auf eine landkreisweit bekannte Messstelle. An Messtagen ist es auch für Ortsunkundige nahezu unmöglich, die Straße schnell zu befahren; stets ist ein den Verkehrsfluss blockierender Insider da, der von der Verkehrsüberwachung Kenntnis hat.

Reinhard Skobrinsky (BAL) plädierte daher dafür, zusätzlich andere Messstellen einzurichten, aber Müller wandte ein, dass das nicht so einfach sei: „Wir fallen an anderen Stelle zu sehr auf.“ Wenigstens Displays, die die tatsächliche Geschwindigkeit anzeigen, könne man doch einsetzen, meinte Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte). Am Ende ging es aber nur um die eine Frage, die Müller auf den Punkt brachte: Entschleunigen oder Beschleunigen?

Zur Freude der CSU schloss sich die Ausschussmehrheit dem Konzept „Beschleunigen“ an. Berthold Lesch (CSU), der mit der alten Parkregelung Probleme hatte, betonte zwar: „Wir müssen schauen, was wir noch tun können, um das Fahren zu verlangsamen“. Aber von einer Lösung ist auch er offenbar noch weit entfernt.

Werner Lauff

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