Wenn die U-Hosen-Marke nervt

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In den Augen von Schulleiterin Ursula Triller (links) eine erfreuliche Entwicklung am IKG: Die Hälfe der zehn besten Abiturienten sind männlich. In die Bestenliste ganz vorne eingetragen haben sich Morgana Michalski (1,0) und Jörn Stöhner (1,1, Mitte) sowie Maximilian Aigner, der beim Fototermin leider fehlte.

Landsberg – Axel Flörke hatte für seine „Absolvia 2015“ Lob, aber auch Mahnung bereit. Das soziale Engagement? „Da haben alle die Note eins verdient“, befand der Oberstufenkoordinator am Ignaz-Kögler-Gymnasium in seiner Ansprache bei der Abiturfeier am Freitag, „ich sage nur, Hut ab.“

Für den weiteren Lebensweg gab er den 123 jungen Frauen und Männern dann aber auch mit, was ihm in den vergangenen zwei Jahren nicht so gut gefallen hatte – die Kleiderordnung der Probanden bei den Prüfungen etwa. „Wir sitzen da in unseren besten Anzügen und ich möchte eigentlich bei den Schülern auch nicht die Unterhosenmarke ablesen können, wenn sie sich bücken. Ich rate sehr, sich da etwas zu überlegen, wenn man später in ein Vorstellungsgespräch geht.“

„Auf jeden Fall etwas ändern“ müsse sich beim Übertritt ins Berufsleben auch „der Umgang mit Pünktlichkeit. In einer Ausbildung oder an der Uni werden nicht so oft und so lange die Augen zugedrückt, wie wir das gemacht haben.“ Dass Flörke damit wohl nicht falsch liegt, zeigte die Veranstaltung prompt: Auch zur eigenen Entlassfeier erschien der eine oder andere Abiturient mit halbstündiger Verspätung.

In dieser Zeit hatte der Oberstufenkoordinator bereits seinen Favoriten unter den schriftlichen Entschuldigungen des Jahrgangs 2015 zitiert, „Ich habe einen Friseurtermin. Ich bin Model!“ Flörke: „Es stimmte auch tatsächlich. Und der Schreiber war männlich.“

Im ernsteren Teil der Feierstunde warnte Flörke, dass das Abitur „keine Abwrackprämie Schule, alt, gegen Uni und Beruf, neu“ sei, sondern „eher eine Versicherungspolice, die ihr für euer weiteres Leben abgeschlossen habt“ und hatte Trost für diejenigen parat, die es (noch) nicht bis zum Abi geschafft hatten (ein Schüler hatte nach den schriftlichen Prüfungen aufgegeben). Es schade oft gar nicht, ein Jahr mehr an der Schule zu verbringen. „Die Professoren beklagen sich bereits, dass die Abiturienten zu jung an die Uni kommen. Manche gehen jetzt ja erst mal ins Ausland, um Reife nachzuholen.“

Diesen Schritt wählt auch Morgana Michalski. Die beste Abiturientin (Notenschnitt 1,0) zieht es jetzt für ein halbes Jahr nach Australien, bevor sie „in München oder in Heidelberg“ mit dem Medizinstudium beginnen will. Knapp hinter ihr landeten mit einem Schnitt 1,1 Maximilian Aigner und Jörn Stöhler – letzterer hat, wie im KREISBOTEN berichtet, bereits mehrere Medaillen bei der Mathematik-Olympiade gewonnen.

Auch Schulleiterin Ursula Triller, die bei ihrer diesjährigen Ansprache eine Variation des „Faust“ wählte, zeigte sich angesichts des starken Männerduos erfreut. „Unter den besten zehn Schülern sind diesmal die Hälfte männlich“, so Triller auf Nachfrage. Damit scheint heuer eine Entwicklung gestoppt, wonach zuletzt die Spitzenleistungen zunehmend mehr von den Frauen erbracht wurden.

Ein anderer Trend wird dagegen noch mindestens zwei Jahre anhalten, wie Trillers Stellvertreter Leonard Storz erläutert. Wegen der damaligen Umbauarbeiten im Dominikus-Zimmermann-Gymnasium waren ab 2006 viele Schüler ans Ignaz-Kögler-Gymnasium gewechselt. Diese starken Jahrgänge kommen jetzt zum Abitur. Mit den Angehörigen sind IKG-Aula und sogar Lechhalle in Kaufering für die Entlassfeier zu klein. Damit bleibt das Sportzentrum vorerst Austragungsort der Feier.

Christoph Kruse

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