Rotary Club Landsberg hilft

Vom Mitgefühl überwältigt

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Man sieht Andrea Dahm nicht an, was sie durchlitten hat. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Roland (Mitte) ordnet sie ihr Leben neu. Der Rotary-Club Landsberg mit Präsident Robert Haberstock (links) leistet finanzielle Hilfe zur Selbsthilfe.

Kaufering – Ein Bild mit Symbolcharakter: Der Landsberger Rotary-Club, aktuell vertreten durch den amtierenden Präsidenten Robert Haberstock, steht nach wie vor geschlossen hinter der vom Schicksal so schwer gezeichneten Andrea Dahm. Die 37-Jährige aus Kaufering hatte, wie im KREISBOTEN berichtet, bei der Geburt ihrer zweiten Tochter eine Fruchtwasserembolie mit schrecklichen Folgen erlitten.

Während die Tochter zum Glück gesund auf die Welt kam, fiel Andrea Dahm nach einer Fruchtwasserembolie ins Koma. Sie wurde reanimiert, aber wegen extremer Durchblutungsstörungen starben nach und nach ihre Beine und Hände ab. Um die junge Mutter zu retten, mussten ihr schließlich alle vier Extremitäten teilamputiert werden, was bisher kaum eine Frau in Deutschland überlebt hat.

Kurz vor Weihnachten kam Dahm, vom monatelangen Klinikaufenthalt sehr geschwächt, wieder nach Hause. Ihren bewundernswerten Lebensmut hat sie aber trotz der Schwere ihrer körperlichen Beeinträchtigungen nicht verloren – im Gegenteil: Sie will Mitmenschen in scheinbar ausweglosen Situationen Mut machen, nie die Hoffnung zu verlieren und standhaft durchzuhalten.

„Ich habe soviel Mitgefühl und unerwartete Hilfe erfahren“, sagt die ehemals begeisterte Bergwanderin. Und dies nicht nur von ihrem Arbeitgeber, der Sparkasse Landsberg, und der Kauferinger Kirchengemeinde Maria Himmelfahrt. Nach dem ersten KREISBOTEN-Bericht über ihr tragisches Schicksal hat zum Beispiel eine Frau aus dem Landkreis (die anonym bleiben möchte) statt Geschenken zu ihrem 50. Geburtstag spontan um Spenden für Andrea Dahm gebeten. Überglücklich konnte sie danach 1.250 Euro auf das vom Rotary-Club eingerichtete Spendenkonto einzahlen.

Damit aber längst nicht genug. Eine mitfühlende Münchnerin überwies vorige Woche sogar 5.000 Euro. Denselben Betrag hatte der Rotary-Club Landsberg im Dezember aus Eigenmitteln als Soforthilfe und Zeichen tätiger Nächstenliebe gespendet. Das Gros waren jedoch viele Kleinspenden von Mitbürgern, die die Berichterstattung in der Lokalpresse zutiefst berührt hatte.

Höchst erfolgreich

Mittlerweile sind für Andrea Dahm über 30.000 Euro eingegangen: „Das ist die erfolgreichste Wohltätigkeitsaktion in unserer über 40-jährigen Clubgeschichte“, freut sich Präsident Haberstock, weist aber im selben Atemzug darauf hin, „dass allein das behindertengerechte Auto rund 60.000 Euro kostete, notwendige Umbaumaßnahmen im Haus anstehen und Ehemann Roland bis auf weiteres nur in Teilzeit arbeiten kann. Der 14.000 Euro teure Treppenlift zum Beispiel wurde von der Pflegekasse lediglich mit dem gesetzlichen Höchstbetrag von 4.000 Euro bezuschusst. In welcher Höhe sich die Krankenkasse an den notwendigen vier Prothesen beteiligt, sei noch offen. Allein eine Armprothese kostet rund 60.000 Euro und hält nur etwa drei Jahre. „Mit dieser Gesamtsituation“, so Haberstock, „ist die Familie jedenfalls finanziell völlig überfordert!“

„Die körperlichen Lebensumstände der jungen Mutter sind wirklich schlimm genug, da wollen wir zumindest ihre Geldsorgen etwas lindern“, betont der Vorsitzende des Rotary-Hilfswerks, Rechtsanwalt Dr. Herbert Göhlich. Er bittet um weitere Spenden: „Wir geben jeden Cent an Frau Dahm weiter und auf Wunsch erhält jeder Spender eine steuerlich abzugsfähige Spendenbescheinigung!“

Die Bankverbindung: Rotary-Hilfswerk Landsberg e.V., Kennwort „Andrea Dahm“, IBAN: DE79 7005 2060 0000 0152 222. 

Wolfgang Schmitz

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