Corona im Landkreis Landsberg

IKG Landsberg: Rund 80 Schüler sind in Quarantäne

IKG in Landsberg mit Verbotsschild
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Am IKG sind zwei Klassen in Quarantäne.

Landsberg – Schulen scheinen eine Art Corona-Hot­spot zu werden. Erst vorletzte Woche wurde eine Schülerin der 6. Klasse am Ignaz-Kögler-Gymnasium positiv auf das Corona­virus getestet, letzte Woche eine Zehntklässlerin. Auch an den Beruflichen Schulen Landsberg war bereits eine Klasse in Quarantäne.

„Insgesamt sind momentan rund 80 Schüler in Quarantäne“, bestätigt die stellvertretende Schulleiterin des IKG Julia Lindner. Nach Testung der Mitschüler der Sechstklässlerin, der ebenfalls betroffenen Bigband sowie der in der Klasse unterrichtenden Lehrer habe man aber zum Glück keinen weiteren positiven Fall gehabt. „Aber mit der positiv getesteten Zehntklässlerin haben wir jetzt zwei Fälle an unserer Schule“, bedauert Lindner. „Andere Schulen haben noch gar keinen Fall.“

Alle Schüler würden per Reihentestung in der Teststrecke im Fliegerhorst getestet, sagt Lindner. Die Schüler müssten aber als Kontaktpersonen der Kategorie 1 dennoch auf Anweisung des Gesundheitsamtes in Quarantäne – im Gegensatz zu den Lehrern, die als Kontaktperson der Kategorie 2 nach einem negativen Test wieder unterrichten dürften. Die aktuell betroffene zehnte Klasse müsse noch bis zum 28. Oktober in Quarantäne bleiben.

Die Schulleitung des IKG versendete sofort nach Bekanntwerden des ersten Infektionsfalles einen Elternbrief und informiert auch auf Presseanfrage über die aktuelle Lage. Das Landratsamt gibt weiterhin keine Details zu Infektionsfällen an Schulen heraus. Dem Vernehmen nach wurden jedoch am Freitagvormittag zahlreiche Test durchgeführt, die Wartezeit habe rund zwei Stunden betragen. Zudem habe man Schüler von mindestens zwei Schulen getestet.

Mehr Information, bitte!

„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ – ein Sprichwort, das einige Bürger im Landkreis Landsberg in Bezug auf die Corona-Informationspolitik des hiesigen Landratsamtes nicht gutheißen. Im Vergleich zu Landsberg bietet etwa der Landkreis Fürsten­feldbruck – der inzwischen auch den Schwellenwert 50 überschritten hat – einen Überblick der 7-Tage-Inzidenz der vergangenen zwölf Tage. Ebenso werden dort alle Fälle nach Gemeinden aufgeschlüsselt angezeigt. Eine Information, die manch Landkreisbewohner laut Redaktionszuschriften oder auch Äußerungen in den Sozialen Medien auch hier gerne hätte.

Das Landratsamt Landsberg bietet auf seiner Webseite die Zahl der positiv Getesteten, dazu die der Genesenen und die der aktuell Infizierten in Quarantäne. Ebenso gelistet werden die Todesfälle sowie die 7-Tage-­Inzidenz. Man gebe bewusst keine Detailinformationen zu positiv getesteten Personen oder deren Umfeld, informiert Landratsamtsprecher Wolfgang Müller. Die Betroffenen sowie ihre Kontaktpersonen Kategorie 1 und 2 würden zügig vom Gesundheitsamt informiert. Handle es sich um eine Institution, informiere man auch den zuständigen Bürgermeister. „Weitere Detailinformationen hätten – nach Auffassung aller, der bei uns im Haus Beteiligten – keinerlei Mehrwert für unsere Bürgerinnen und Bürger, führen eher zu Verunsicherung, sind ohnehin nur Momentaufnahmen, oder Zufallsfunde.“ Der Schutz gehe hier vor. Auch andere Infektionskrankheiten melde man nicht mit dem Wohnort des Betroffenen. Beschwerden über diese Info-Politik habe man seit Monaten keine mehr.

Da der Landkreis am Freitag den Frühwarnwert von 35 überschritten hat, greifen auch hier die von Bund und Ländern vereinbarten Maßnahmen.
Susanne Greiner

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