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Schutzgebiet Teufelsküche: Energiepflanze für Biogas und Strom

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Durchwachsene Silphie - Stadtwerke Landsberg
Die Durchwachsene Silphie blüht im Wasserschutzgebiet Teufels­küche und steht kurz vor der Ernte. Ulrich Heindl von den Stadtwerken Landsberg, Klostergutverwalter Christian Leis und Grundstückseigentümer Franz Geier (von links) haben das Projekt „alternative Energiepflanze“ ins Leben gerufen. © Stadtwerke LL

Landsberg – Im Wasserschutzgebiet südlich der Teufelsküche blüht in diesem Jahr zum ersten Mal die Durchwachsene Silphie. Die Pflanzen hat Christian Leis, Verwalter des Klosterguts Landsberg, im Mai 2021 auf rund 3,5 Hektar angesät – mit finanzieller Unterstützung durch die Stadtwerke Landsberg. Jetzt sind die großen Stauden mit den gelben Blüten ausgewachsen und stehen kurz vor der Ernte.

Seitens der Stadtwerke unter­stützt Ulrich Heindl, Experte für Wasserqualität, das Projekt. Er fasst die Vorteile zusammen: „Die mehrjährige Pflanze kann gleich drei Dinge sehr gut – sie bietet Grundwasserschutz, Lebensraum für Insekten und Energie für Biogasanlagen.“ Das Klostergut liefert die Silphie als Futter für Mikroorganis­men zur Biogasanlage in Vilgerts­hofen. Dort entstehen im Blockheizkraftwerk jährlich bis zu 60.000 Kilowattstunden Strom. Die Pflanze wird abgeschnitten und gehäckselt, doch die Wurzeln verbleiben im Boden und treiben immer wieder aus.

Die Wurzeln der Silphie dringen tief in den Boden ein und finden so auch in Trockenperioden ausreichend Nahrung und Wasser. Das macht die Pflanzen sehr robust gegen Witterungseinflüsse, denn der gute Halt im Boden ist bei Trockenheit, Starkregen wie auch bei Wind ein Vorteil. Außerdem bindet die mehrjährige Pflanze durch ihr Wurzelsystem effektiv Stickstoff und verhindert, dass Nitrat ausgewaschen wird. „Für das Wasserschutzgebiet ist das besonders wichtig“, erklärt Heindl.

Wellness für den Boden

Die guten Auswirkungen der Silphiekultur freuen auch Grundstückseigentümer Franz Geier. Weil die Pflanze mehrjäh­rig im Boden bleibt und jedes Frühjahr von selbst austreibt, wird viel Kohlenstoff in Form einer Humusschicht gebunden. Das erhöht den Nährstoffgehalt auf der Fläche und ist gut für das Klima, weil das Kohlendioxid aus der Atmosphäre verschwindet. Gutsverwalter Christian Leis ergänzt einen weiteren Pluspunkt für den Untergrund: „Während die Silphie diese Fläche durchwurzelt, kommen weder Pflug noch andere Bodenbearbeitungsgeräte zum Einsatz. Das minimiert unseren betrieblichen Aufwand und unterstützt die Fähigkeit des Bodens, Niederschlag aufzunehmen.“

Leis schätzt die Widerstandsfähigkeit der Pflanze und freut sich, dass kaum chemische Unterstützung nötig ist: Nährstoffe kommen größtenteils als natürliche Gärreste aus der Biogasanlage auf das Feld; ergänzt mit einem kleinen Teil mineralischen Stickstoffdüngers. Herbizide gegen Unkraut werden darüber hinaus nur im Randbereich benötigt. Die Silphie gilt schon aus diesen Gründen als ökologisch wertvolle Energiepflanze.

Ihre prächtigen Blüten bildet die Durchwachsene Silphie im August. Das freut Schmetterlinge, Bienen und allerlei andere Insekten. Ulrich Heindl hat deshalb eine Kooperation mit der Imkerschule des Agrarbildungszentrums vereinbart: „Im kommenden Jahr sollen um die Silphiefläche herum und an den nahen Waldrändern Bienenkörbe aufgestellt werden.“

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