Ein Dach voller Löcher

Im Uttinger Schulhaus regnet‘s

Uttinger Grundschule
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Der Anbau vor dem alten Uttinger Schulgebäude (im Hintergrund) muss grundlegend energetisch saniert werden. Dafür stellte der Gemeinderat jetzt die Weichen.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Utting – Bestürzt von der schier endlosen Mängelliste des Grundschul-Anbaus aus den 1960er Jahren zeigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, diesmal im ehemaligen Braunviehstall von Gut Achselschwang. Architekt Benedikt Sunder-Plassmann stellte seine Grundlagen­ermittlungen als Basis für die notwendige energetische Sanierung vor. Dabei kam auch eine stattliche Liste von Fehlkonstruktionen, Mängeln und Bauschäden zutage. Die Kostenschätzung für eine optimale Wiederherstellung und Sanierung liegt bei rund 2,3 Millionen Euro.

Während beim unter Denkmalschutz stehenden Haupthaus der Schule von 1910 laut Architekt Sunder-Plassmann „alles in Ordnung“ sei, müsse der Anbau grundlegend saniert werden. In ihm befinden sich Klassenzimmer und Turnhalle, der Kinderhort „Seestrolche“, die Mittagsbetreuung der Schulkinder, die Gemeindebücherei und auch Räume für die Volkshochschule.

Das Dach aus einer Titanzinkblecheindeckung leide an einer „wiederkehrenden flächendeckenden Lochfraßkorrosion“. Auf Deutsch: Es regnet rein, obwohl man die Löcher immer wieder notdürftig mit Flüssigkunststoff ausbessert. Trotzdem stehen gerade 32 Mörtelwannen unter dem Dach, um den Regen aufzufangen. Die Dämmung des Dachs sei so löchrig, dass man im Winter die Umgebung heize. Man könne sogar vereinzelt in die darunterliegenden Klassenzimmer blicken.

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach macht ebenfalls Sorgen. Die Montage der Unterkonstruktion und der Module sei fehlerhaft und es gebe keine Wartungswege, da das südliche Dach flächendeckend mit PV-Modulen belegt wurde. Mindestens zwei Module mit Hotspot müssen ausgetauscht werden. Und last not least hat Sunder-Plassmann Marderbisse an Kabeln und Steckern der kompletten Anlage entdeckt. Im Rahmen der Neueindeckung schlug der Architekt einen vergrößerten Dachüberstand vor, um die Fassade besser vor Witterungseinflüssen zu schützen. Für die hatte er bereits einen hübschen Vorschlag parat. Er würde die komplette Fassade mit einer Holzverschalung aus Douglasien- oder Lärchenholz versehen und dahinter die Dämmung anbringen. Dabei müssten auch die in die Jahre gekommenen und undichten Fenster ausgetauscht werden. Sunder-Plassmann stellte den Gemeinderäten eine Kostenplanung in Höhe von 2,3 Millionen Euro brutto vor. Konzept und Kalkulation seien laut Bürgermeister Florian Hoffmann notwendig, um bei der Regierung von Oberbayern Fördermittel beantragen zu können.

Trotz der notwendigen energetischen Sanierung: Die Abstimmung fiel mit 14:3 nicht einstimmig aus. Matthias Hornsteiner (LWG) warf die Alternative von Abriss und Neubau in die Diskussion. Die Kosten dafür würden das bis zu Dreifache ausmachen, gab der Architekt zu bedenken. Und es sei fraglich, ob es für einen Neubau Fördermittel gebe. Somit wurde die Verwaltung beauftragt, mit den ausgearbeiteten Unterlagen entsprechende Fördermittel zu beantragen. Danach gehe es in die genau Planungsphase.

Wie lange die Sanierung dauern wird, konnte der Architekt nicht beantworten. Er hoffe, in den Sommerferien 2022 beginnen und danach den Schulbetrieb einigermaßen aufrecht erhalten zu können.

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