Vom Piratennetz zur Tarzanbahn

Im Uttinger Summerpark entsteht ein Erlebnisareal für Jung und Alt

Auf dem „Dreieck“ im nördlichen Teil des Uttinger Summerparks wird bis Mitte nächsten Jahres mit EU-Förderung ein attraktiver Mehrgenerationen-Spielplatz errichtet.
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Auf dem „Dreieck“ im nördlichen Teil des Uttinger Summerparks wird bis Mitte nächsten Jahres mit EU-Förderung ein attraktiver Mehrgenerationen-Spielplatz errichtet.

Utting – Jetzt endlich kann der schon lange geplante Mehrgenerationen-Spielplatz im Summerpark verwirklicht werden. Wunschtermin für die Einweihung ist der Beginn der Sommerferien 2021.

Zunächst ausgebremst wurde der Bau zum einen durch das kontaminierte Erdreich im sogenannten „Dreieck“ an der Seestraße/Michl-Sirch-Weg und dem notwendigen vollständigen Aushub. Schließlich stieg noch der ursprünglich engagierte Spielplatz-Planer Peter Hohen­auer aus und wurde durch Dipl.-Ing. Monika Treiber aus Herrsching ersetzt.

Die Landschaftsarchitektin stellte in der jüngsten Gemeinderatssitzung ihre Planungen vor, die auf uneingeschränkte Zustimmung stießen. Denn laut ihrem Konzept wird im Uttinger Freizeit- und Landschaftspark „kein Spielplatz aus dem Katalog“ entstehen, sondern ein individuell gestaltetes Erlebnisareal für Jung und Alt.

Im Mittelpunkt wird ein an den Strandbad-Sprungturm angelehnter Kletterturm mit offenen Schalenrutschen stehen. Spielhütten sollen an die Fischerhütten am See erinnern. Neben verschieden hohen Schaukeln, Wippen, einem Sandplatz und Sitzkombinationen standen auf der Wunschliste der Kids und Jugendlichen ganz oben ein Piratennetz zum Klettern sowie eine als „Tarzanbahn“ genannte Seilrutsche. Diese beiden Spielgeräte für insgesamt 18.400 Euro sprengten allerdings den vorgegebenen Kostenrahmen von 230.000 Euro.

Beim „Streichkonzert“ diskutieren die Gemeinderäte mögliche Einsparungen, um Piraten­netz und Tarzanbahn trotzdem realisieren zu können. Der Vorschlag von Helmut Schiller (SPD), die für 18.000 Euro fest eingeplante Boule- und Boccia­bahn südlich des Michl-Sirch-Weges später anzulegen, wurde verworfen. Renate Standfest (GAL) gab zu bedenken, dass man dadurch das Prädikat „Mehrgenerationen-Spielplatz“ und damit auch die bereits zugesagte LEADER-Förderung über 75.000 Euro verlieren könnte.

Man einigte sich schließlich, zunächst auf die Wippen in Form von Fischen und SUP-Brettern zu verzichten. Diese könnten später problemlos eingebaut werden. Vielleicht fänden sich auch Spender und Sponsoren für diese Spielgeräte. Die neuen Gesamtkosten von „plus-minus 240.000 Euro“ wurden schließlich ohne Gegenstimme genehmigt.

Kein Kneipp-Becken

Eine weitere Möglichkeit, die Attraktivität des Summerparks zu erhöhen, wurde in der gleichen Sitzung verworfen. Aufgrund einer Förderung durch das Bayerischen Wirtschaftsministerium anlässlich des 200. Geburtstages von Pfarrer Sebastian Kneipp könnte der Bau einer Kneipp-Anlage bezuschusst werden. Wegen der Baukosten zwischen 50.000 und 90.000 Euro sowie laufenden Betriebs­aufwendungen lehnten die Gemeinderäte ab.

Stattdessen will man beim Wasserwirtschafts­amt prüfen lassen, ob man im Mühlbach beim Dorfbrunnen eine kleine Anlage zum Kneippen integrieren kann.
Dieter Roettig

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