Immer mehr sind auf der Flucht

Die Kollision eines Autos mit einem Lkw nahe Dettenhofen, bei dem eine 50-jährige Autofahrerin und ihre 82-jährige Mutter starben, ist einer der schwersten Unfälle in der Unfallstatistik 2009 der Dießener Polizei. Ein weiterer tödlicher Unfall ereignete sich als ein 74-jähriger Radfahrer zwischen Entraching und Dießen von einem Lieferwagen erfasst wurde. Hartwin Lang, erster Polizeihauptkommissar, hat jetzt den Jahresbericht „Unfallentwicklung“ vorgestellt.

Mit 580 Verkehrsunfällen verzeichnen die Dießener 2009 etwa genau so viele wie im Vorjahr. Insgesamt ging die Zahl der Unglücke auf der Straße, bei denen Menschen zu Schaden kamen, zurück. Es gab 117 Schwer- und Leichtverletzte, 116 waren es 2008. Lediglich Sachschäden entstanden bei 494 Unfällen – darunter waren rund 289 „Kleinunfälle“. Hier, bei Parkremplern oder Auffahrunfällen, war lediglich eine polizeiliche Verwarnung nötig. Einen „nicht unerheblichen Anteil“ machen laut Hauptkommissar Lang die Wildunfälle aus. Deshalb seien die Warnschilder in waldreichen Ge- bieten ernstzunehmen und sich an die Geschwindigkeiten zu halten. Zwar könne man nicht verhindern, dass Tiere ins Auto laufen, aber mit geringerem Tempo und bremsbereit, seien auch die Folgen von Wildunfällen eingrenzbar. Bei den Unfällen auf den Straßen entstand ein Schaden von 408000 Euro. Von zwei Schulwegunfällen im vergangenen Jahr weiß die PI Dießen – die beteiligten Schüler wurden leicht verletzt. Angestiegen sind die Unfallfluchten – von 128 auf 156 (2008). 58 Fälle wurden aufgeklärt, zum Beispiel auch dank aufmerksamer Passanten, die sich bei einem Vorfall das Kennzeichen notierten. Die meisten waren „Parkrempler“. Die Polizei appelliert an die Autofahrer, bei jedem noch so kleinen Anstoß nach der vorgeschriebenen Wartezeit einen Zettel am angefahrenen Fahrzeug zu hinterlassen. Fährt man gegen Verkehrszeichen oder Leitplanken, ist gleich die Polizei zu rufen. Der Konsum von Alkohol und dann Auto zu fahren, führte in zehn Situationen zu Unfällen. Vier Menschen wurden dabei verletzt. Besonders streng kontrollieren die Polizeibeamten auch im Verdacht auf Drogenmissbrauch. Die Mittel der Polizei Die Mittel, Entzug der Fahrerlaubnis oder per Bußgeldbescheid das Fahrverbot anzuordneten, wendeten die Beamten 54 Mal an. Manchmal, in 15 Fällen, gelang es auch zu verhindern, dass sich ein Betrunkener ans Steuer setzt. Dann wird der Fahrzeugschlüssel sichergestellt, ohne dass straf- oder bußgeldrechtliche Konsequenzen folgen. „Die Führerscheinstelle im Landratsamt wird aber trotzdem informiert“, warnt der Dießener Hauptkommissar Lang. Kritische Stellen, an denen es oft kracht, sind im Gebiet der Polizei Dießen bei Finning der Abzweig zum Windachspeicher und die Autobahnausfahrt in Eching. Weniger Unfälle gibt es mittlerweile auf der so genannten „Birkenallee“ zwischen Dießen und Fischen. Somit hat sich die Sanierung der Straße und der Kontrolldruck seitens der Polizei wohl ausgezahlt. Im Markt Dießen sehen die Beamten die Strecke zwischen Marktplatz und Mehrzweckhalle als erhöht unfallgefährdet an. Weil die Straße hier sehr eng ist, passieren oft Streifunfälle, wenn sich Fahrzeuge begegnen. Verkehrsprobleme macht in Utting immer wieder der südliche Ortseingang. Beim Parkplatz des dortigen Einkaufsmarktes geraten ein- und abbiegende Fahrzeuge schnell aneinander. Seine eigenes Fahrvermögen nicht zu überschätzen und auf die Verhältnisse auf der Straße und das Wetter zu achten, ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Rat, den die Polizei als Fazit ihres Bericht auch jetzt gibt.

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