Alles unter einem Dach

In der Lechstraße soll ein neues Caritaszentrum entstehen

Freuen sich auf das neue Caritaszentrum: Erster Vorsitzender Wilhelm Knoll mit Geschäftsführer Markus Dietl vor dem sich gerade im Umbau befindlichen Gebäude.
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Freuen sich auf das neue Caritaszentrum: Erster Vorsitzender Wilhelm Knoll mit Geschäftsführer Markus Dietl vor dem sich gerade im Umbau befindlichen Gebäude.
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Landsberg – Waren die zahlreichen Angebote des Caritasverbandes für den Landkreis Landsberg bisher an verschiedenen Standorten in der Stadt verstreut, werden sie nun in großen Teilen unter einem Dach zusammengeführt. Bis Mitte nächsten Jahres soll im Gebäude der ehemaligen Sozialstation St. Martin ein neues Caritaszentrum entstehen. 

Nachdem die Ökumenische Sozialstation St. Martin vor mehr als zwei Jahren ins Heilig-Geist-Spital umgezogen ist, hat der Caritasverband für den Landkreis Landsberg das Gebäude an der Lechstraße vom Bistum Augsburg auf Erbpacht übernommen. Nach längeren Verhandlungen wurde Ende Oktober der Notarvertrag vom Ersten Vorsitzenden des Caritasverbandes Wilhelm Knoll und Cornelia Müller, die als Vertreterin der Bischöflichen Finanzkammer aus Augsburg angereist war, offiziell unterzeichnet. „Ein wichtiger Meilenstein mit Blick auf die Weiterentwicklung unserer Angebote für Menschen, die in unserem Landkreis auf Unterstützung und Hilfe angewiesen sind“, sagt Markus Dietl, Geschäftsführer des Caritasverbandes für den Landkreis.

Seit Anfang November sind die Umbaumaßnahmen für zwei Drittel des Gebäudes in vollem Gang. Das übrige Drittel des insgesamt circa 1.500 Quadratmeter großen Hauses bleibe vermietet, so Dietl. Außer sechs Wohnungen seien das zwei Büros im Erdgeschoss, die Regens Wagner für offene Hilfen nutze, sowie ein Büro für die Katholische Erwachsenenbildung im zweiten Stock. Neben einer Grundsanierung aller Räumlichkeiten sollen die Bereiche Elektro, Sanitär und Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht und, wo notwendig, auch die Barrierefreiheit weiter ausgebaut werden. Schließlich werde am älteren Gebäudeteil entlang der Lechstraße auch noch ein Vollwärmeschutz aufgebracht.

Die Baumaßnahmen hofft der Verband spätestens im Frühsommer nächsten Jahres abschließen zu können, sofern es coronabedingt nicht zu Verzögerungen kommt. „Derzeit kommen wir gut voran“, sagt Knoll. Für den Rest des Jahres sei noch die Rohbauinstallation – also Elektrik, Lüftung und Heizung – sowie der Trockenbau – Rigipswände und Akustikdecken – geplant. Auch Fenster müssten zum Teil neu eingesetzt werden. Im nächsten Jahr dann der gesamte Innenausbau: Malerarbeiten, Bodenbelag, Inneneinrichtung.

Knoll ist vom Fach: Hauptberuflich ist er Maler- und Lackierermeister. Als ehrenamtlicher Erster Vorsitzender übernimmt er für das Großprojekt sowohl die finanzielle als auch die personelle Verantwortung. Das Vorhaben sei mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 1,5 Millionen Euro verbunden, so Knoll. Ein relativ kleiner Teil davon werde über Eigenkapital aufgebracht. Der Rest über Förderer, öffentliche Mittel und Spenden.

Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen werden Schuldner- und Insolvenzberatung, Sozialpsychiatrischer Dienst, die Tagesstätte für psychische Gesundheit und die Geschäftsstelle des Verbandes – mit Allgemeiner Sozialberatung, Mutter-Kind-Kur-Beratung, Gemeindecaritas – in das Gebäude umziehen. Küche, Café, gemütlicher Aufenthaltsraum – für alles sei gesorgt, berichtet Knoll.

Gleichzeitig solle der Standort in der Brudergasse, der sich nur wenige Gehminuten vom geplanten Caritaszentrum befindet, mit seinen Angeboten für Menschen mit einer Suchterkrankung erhalten bleiben und sogar weiter ausgebaut werden, betont Dietl. Ebenso bestehen bleibe die Außenstelle für Beratungsangebote in Dießen. Hauptdienststelle sei nun aber Landsberg. Ebenfalls weitergeführt würden die therapeutischen Wohngemeinschaften in Landsberg und Kaufering.

Bessere Vernetzung

Neben einer besseren Vernetzung der zahlreichen Dienstleistungen und der Nutzung von Synergieeffekten werde sich mit dem Umzug in die Lechstraße vor allem die Raumsituation deutlich entspannen, meint Dietl. In den vergangenen Jahren seien einige Dienststellen so stark gewachsen, dass Mitarbeiter aufgrund fehlender Räumlichkeiten sehr flexibel mit dieser Situation umgehen mussten. Zudem werde in Zukunft auch ein Raum für größere Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Aufgrund der bisherigen Nutzung des Gebäudes als Kurzzeitpflegeeinrichtung sei das Gebäude in weiten Teilen bereits heute barrierefrei.

„Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt für die nächsten 60 Jahre eine neue Heimat haben“, sagt Knoll. Das biete eine große Planungssicherheit. „Wir können mit einer schönen Perspektive in die Zukunft schauen.“ Weiterer Vorteil: die wesentlich kürzeren Verwaltungswege. Es gebe jetzt einen „Mittelpunkt“ für all die Bereiche, die die Caritas anbiete. Das sei weitaus übersichtlicher für die Nutzer der Angebote. Aber auch für die Öffentlichkeit: „Wir tun so viel Gutes, sind damit aber in der Öffentlichkeit zu wenig präsent“, so Knoll. Auch das soll sich mit dem neuen Caritaszentrum ändern. Man könne „nochmal anders“ auf sich aufmerksam machen, so Dietl.

Für die 60 Hauptberuflichen und 85 ehrenamtlich Tätigen, die alle großes Engagement aufbringen würden, sei das eine „schöne Wertschätzung“.
Andrea Schmelzle

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