Die Straßenbauplanungen für 2021

In drei Jahren um Lengenfeld herum

Schneise für Ortsumfahrung Lengenfeld
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Eine gut fünfzig Meter breite und ein Kilometer lange Schneise musste für die Ortsumgehung von Lengenfeld gerodet werden.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landkreis – Wer im Juni die A96 bei der Ausfahrt Landsberg-­West verlassen will, um Richtung Schongau die B17 neu zu nutzen, muss eine ‚Ecke‘ über die alte B17 fahren: Das Staatliche Bauamt Weilheim setzt in dieser Zeit die Umgehung instand. Mindestens drei Wochen werden dafür angesetzt, informiert die Abteilungsleiterin im Bauamt Julia Haider. Und weil die B17neu auf dieser Strecke eben nur zweispurig ist, müsse sie komplett gesperrt werden. Es stehen aber noch weitere Straßenbaumaßnahmen im Landkreis an. Und auch ein paar Planungen für die Zukunft starten.

Wenn die B17neu im Juni zu ist, werde die Umleitung über die Breslauer und Schongauer Straße führen, also die alte B17, sagt Haider. Eine Sanierung der Straßen sei meistens alle zehn bis 15 Jahre notwendig, informiert sie. Meistens gehe es darum, die Deckschicht zu erneuern, teilweise müsse man aber auch tiefere Schichten abfräsen und wieder aufbauen oder auch verstärken, wenn sich beispielsweise der Schwerlastverkehr mehr erhöht habe als angenommen.

Der Startschuss für die Straßen­baumaßnahmen des Bauamts Weilheim in diesem Jahr fällt bereits Ende April. Dann soll die Fahrbahn der Staatsstraße (St) 2055 westlich von Asch bis kurz hinter die Landkreisgrenze zum Ostallgäu saniert werden. Auch hierfür sind drei bis vier Wochen eingeplant. Und auch hier wird die Straße komplett gesperrt sein. Umgeleitet werde hier über Unterdießen, Waal, Waalhaupten und Lengenfeld.

Die dritte Baumaßnahme 2021 ist die Fahrbahninstandsetzung der St 2027 zwischen Kaltenberg und der B17, die für Juli und August geplant ist. Angesetzt sind hier fünf bis sechs Wochen Bauzeit. Die Straße wird schon seit Längerem ausgebessert. Es fehlt nur noch der letzte Abschnitt von Lichtenberg bei Schwabstadl bis zur B17. Für Arbeiten wie Fräsen, Asphalteinbau und Mittelmarkierung setzte man rund zehn Tage an, sagt Haider. In dieser Zeit werde man die Strecke komplett sperren müssen, die Umleitung laufe dann über die LL20 und die Lechbrücke in Kaufering. Der Verkehr von Osten Richtung Augsburg werde in Königsbrunn über die Lechbrücke umgeleitet.

Für alle anderen notwendigen Arbeiten – Ausbesserung der Bordsteine und Schutzplanken, Erdarbeiten oder auch Maßnahmen zur besseren Entwässerung – müsse nicht komplett gesperrt werden. Entweder werde man einen Einbahnbetrieb von Westen her ermöglichen oder aber durch eine Ampel den Verkehr regeln, ohne eine Richtung sperren zu müssen. Das müsse aber noch mit allen Beteiligten abgestimmt werden.

Was geplant ist

In der Planung geht es ebenfalls voran. So sollen ab dem übernächsten Jahr gleich mehrere Straßen ausgebaut werden. Das bedeutet vor allem: verbreitern. Oder amtlich ausgedrückt: Die Fahrbahn wird auf den „aktuellen Stand der Technik“ gebracht. Ausgebaut wird die St2057 zwischen Ludenhausen – Pessenhausen – Rott, wo auch ein Geh- und Radweg entsteht. Auch südlich von Lengenfeld wird die St2057 verbreitert, ebenso die St2052 zwischen Epfenhausen und Weil – hier kommt auch der schon lange geforderte Geh- und Radweg – und schließlich noch der Straßenausbau südlich von Schwab­hausen.

Ein großes Vorhaben, das bereits gestartet ist, ist die Ortsumgehung von Lengenfeld. Dabei handelt es sich zwar um eine Staatsstraße. Damit das Projekt aber bereits jetzt starten konnte, betreibt es die Gemeinde Pürgen in „Kommunaler Sonderbau­last“. Will heißen: Die Gemeinde baut und wird vom Freistaat bezuschusst. „Momentan rechnen wir damit, dass 85 Prozent der Kosten vom Freistaat finanziert werden“, informiert Pürgens Bürgermeister Wilfried Lechler. Insgesamt rechne er mit Kosten für die Gemeinde in Höhe von zwei bis drei Millionen Euro. Die einzelnen Baumaßnahmen würden immer erst dem Bauamt im Weilheim vorgelegt, „erst dann können wir loslegen“.

Ein Teil der archäologischen Untersuchungen – das Gebiet ist aufgrund einiger Hügelgräber zur archäologische Verdachtsfläche – ist abgeschlossen, bisher ohne Befund. Jetzt stehen diese Untersuchungen auch noch für das ein Kilometer lange und 50 Meter breite Waldstück an, durch das die neue Umgehung laufen wird. Gerodet wurde bereits, und zwar jetzt, wenn es am wenigsten umweltschädlich sei, so Lechler.

Das Schneiden von Stauden und Roden von Waldflächen begrenze man in der Gemeinde generell gemäß den Natur­schutzbedingungen auf die Monate von November bis Ende Februar. „Danach beginnen die Vögel ja mit dem Nestbau.“ Ihm habe das Roden des Waldes auch nicht gerade erfreut. Aber die Breite von 50 Meter sei nicht übertrieben, er habe sich da extra nochmals vergewissert, sagt Lechler. Die Fahrbahn erhalte auf beiden Seiten Wirtschaftswege. Zudem entstehe noch eine Hochwassermulde mit einer Breite von 15 Metern, samt Sicherheitsabstand.

Natürlich forste man für den gerodeten Fichtenwald Misch­wald an anderer Stelle wieder auf. „Wir versuchen, der Natur zurückzugeben, was wir ihr genommen haben“, sagt Lechler. Und zwar ortsnah, neben der zukünftigen Umgehungsstraße auf Gemeindegebiet. Wenn weiterhin alles wie geplant laufe, könne die Umfahrung im Frühjahr 2024 eröffnet werden.
Susanne Greiner

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