Wenn‘s im Rathaus eng wird

In Schondorf sitzt das Bauamt im Trauungszimmer

Der Flachbau der Gemeindebücherei neben dem Rathaus Schondorf
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Der Flachbau der Gemeindebücherei neben dem Rathaus soll aufgestockt werden, um dringend benötigte Büroflächen für die Verwaltung zu schaffen.

Schondorf – Nicht nur das Landratsamt platzt aus allen Nähten, auch im Schondorfer Rathaus ist inzwischen jeder Winkel belegt. Während Landrat Thomas Eichinger nach Ansicht vieler Sparfüchse zu überdimensional und teuer für die Zukunft plant, strebt Schondorfs Bürgermeister Alexander Herrmann eine geradezu bescheidene Lösung des Raumproblems an: Er möchte den neben dem Rathaus liegenden Flachbau der Gemeindebücherei für neue Büroflächen aufstocken.

Sein Vorschlag wurde im Gemeinderat ausführlich diskutiert und fand einstimmig die grundsätzliche Zustimmung. Vorausgesetzt, die baurechtliche und statische Prüfung fällt positiv aus. Wie Bürgermeister Herrmann betonte, steigen die Aufgaben der Verwaltung stetig und neue Mitarbeiter seien schwer zu bekommen, wenn man ihnen nicht einen halbwegs attraktiven Arbeitsplatz zuweise.

Die Gemeinde Schondorf sowie die Verwaltungsgemeinschaft mit Greifenberg und Eching beschäftigt derzeit 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter plus Bürgermeister Herrmann als Vorsitzender der VG. Er hat sein Büro im Erdgeschoss wie auch acht Mitarbeiter mit festem Arbeitsplatz. Ein Schreibtisch wird von zwei Teilzeitbeschäftigten durch zeitlich versetzte Arbeitszeiten geteilt. Im Obergeschoss haben zwölf Mitarbeiter einen festen Arbeitsplatz, wobei Bauamt und Sekretariat im früheren Trauungszimmer untergebracht wurden. Deshalb finden Trauungen derzeit nur im Künstlerstudio Rose statt.

Der Sitzungssaal dient hingegen als Besprechungsraum, da der eigentlich dafür vorgesehene Glaskasten im Untergeschoss mit einem Arbeitsplatz belegt ist. Während der Corona-Pandemie tagt der Gemeinderat in der Sporthalle, weshalb der Sitzungssaal solange anderweitig genutzt werden kann.

Im Untergeschoss sind aktuell sechs Mitarbeiter an fünf Schreibtischen tätig. Ohne festen Arbeitsplatz sind zwei Mitarbeiter und zwei Auszubildende. In den Kellerräumen fehlen eine Teeküche und ein Aufenthaltsraum. Die Kaffeemaschine steht vor der Damentoilette…

Übergangsmäßig wären aktuell dringend zumindest zwei Arbeitsplätze zur Einarbeitung von neuen Mitarbeitern für Bauamt und Kasse notwendig. Gemeinderat Simon Springer (CSU) plädierte für Homeoffice, was aber laut Bürgermeister Herrmann für Abteilungen wie Einwohnermelde- oder Ordnungsamt schwer möglich sei.
Dieter Roettig

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