Bürgerbudget Schondorf

In Schondorf sollen Bier und Wasser fließen

Peter Kaun beim testen des Schondorfer Bieres
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Peter Kaun (Mitte), Organisator des Schondorfer Dorfmarktes, freut sich schon auf das Bürgerbräu-Bier des Brauvereins, den Timm Haug (links) und Johannes Gronau (rechts) jetzt gründen. Eine Kostprobe der beiden Hobby-Brauer bekam bereits höchstes Lob.

Schondorf – Nach ihrem deutlichen Sieg bei der Publikumsabstimmung der zweiten Auflage des Bürgerbudgets haben Timm Haug und Johannes Gronau die nächste Hürde genommen: Der Schondorfer Gemeinderat gab sein einstimmiges Okay für die Realisierung des „Brauvereins Schondorf“. Die von den Einreichern angedachte Braustätte im ungenutzten Lagerschuppen beim Bahnhof wurde allerdings verworfen.

Stattdessen dürfen die Hobbybrauer in die alte Schlauchwaschhalle der Feuerwehr unter dem Rathaus einziehen. Dort sind bereits Wasser- und Stromanschlüsse vorhanden, die im Schuppen fehlen. Mit den tausend Euro Startgeld aus dem Bürgerbudget werden jetzt erstmal eine Infoveranstaltung sowie ein Flyer finanziert, um Mitglieder für den Brauverein zu rekrutieren. Die Webseite steht schon, bei der sich Gerstensaft-Fans informieren können: www.buergerbraeu-schondorf.de.

Bevor die zehn platzierten Projekte vorgestellt wurden, freute sich Bürgerbudget-Patin Jo-Ann Meding über die dreimal höhere Wahlbeteiligung als beim Start 2019. 493 gültige Wahlscheine wurden abgegeben. Die Altersklasse von 51 bis 60 Jahren war mit 24 Prozent am stärksten vertreten. Jeder hatte fünf Stimmen, konnte aber nur maximal drei für sein Lieblingsprojekt abgeben. Für das Bürgerbudget 2021 stehen insgesamt 8.789 Euro zur Verfügung, wobei ein kleiner Übertrag von 2020 und die aktuellen Werbekosten schon einbezogen wurden.

Ebenfalls einstimmig billigte der Gemeinderat das zweite Siegerprojekt „Bewegungsplattform“ von Silke Hohagen und Lukas Wende. Für 5.000 Euro möchten sie auf dem Gelände des TSV Schondorf eine Calisthenics-Anlage zur freien Benutzung für alle Generationen aufbauen.

Calisthenics ist eine immer populärer werdende Trendsportart, die die Elemente des Turnens und des Krafttrainings kombiniert. Das vielseitige und ganzheitliche Training mit dem eigenen Körpergewicht verbessert die Haltung und ist eine ideale Prävention von Verletzungen und Schmerzen. Den Standort beim TSV sahen auch die Gemeinderäte als ideal an. Er ist bequem zu Fuß oder Radl zu erreichen und für Autofahrer stehen genügend Parkplätze zur Verfügung.

Schließlich können die aktiven Sportler des TSV die Bewegungsplattform direkt in das eigene Training integrieren. Calisthenics-Anlagen, mancherorts auch Trimm-Dich-Station genannt, gibt es bereits in vielen umliegenden Gemeinden und Städten wie Buchloe, Eichenau, Olching, Fürstenfeldbruck oder Weilheim.

Das dritte Projekt „Trinkwasserbrunnen für alle“ wird trotz vier Gegenstimmen realisiert. Der Einreicher möchte Schondorfern und Touristen in den Seeanlagen oder im Zentrum sauberes Trinkwasser als Durstlöscher oder als Refillmöglichkeit für die eigene Wasserflasche zur Verfügung stellen. Bürgermeister Alexander Herrmann schlug vor, den Wasserhahn am vorhandenen Waschbecken der Bahnhof-Außenseite zu reaktivieren, um Kosten zu sparen. Denn Gemeinderat Michael Deininger äußerte Zweifel, dass die veranschlagten 3.000 Euro für das Projekt ausreichen. Als Wassermeister der Marktgemeinde Dießen ist er schließlich Fachmann.

Bürgerbudgets als Instrument der politischen Teilhabe gibt es bereits bundesweit in kleinen wie großen Kommunen. Die Verfahren ähneln sich, wobei das Kernstück drei Punkte sind: Bereitstellung eines Etats im Haushalt, rechtliche und satzungsgemäße Prüfung der Vorschläge sowie Bürgerbeteiligung zur Verwendung der Finanzmittel. In Schondorf wurde das Bürger-Budget von der Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ initiiert.
Dieter Roettig

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