Wo "seltene Vögel" hämmern

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Im Frauenwald (Hintergrund) westlich Landsbergs möchte die Gemeinde Igling im Zuge der Industriegebietserweiterung den Schutz seltener Vögel geltend machen.

Landsberg/Igling – Dass Kaufering und Igling sich gegen die Erweiterung des Landsberger Industriegebietes im Frauenwald sträuben, ist nicht neu. Die Methode allerdings sehr wohl: Man habe seltene Vögel im Wald gefunden, so die Gemeinde Igling in ihrer Stellungnahme zum Bebauungsplan „Frauenwald II“.

Bei mehreren Begehungen habe ein Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Ornithologie festgestellt, „dass es Vorkommen von streng geschützten Vogelarten wie Schwarz- und Grünspecht gibt“, schreiben die Iglinger. Deshalb ist jetzt eine „spezielle artenschutzrechtliche Prüfung“ (saP) nötig, wie die Verwaltung in ihrer Antwort bekanntgibt. 

Da die Beratungen über den Plan ohnehin auf die Juni-Sitzung des Stadtrates verschoben wurden, dürfte dann dennoch abgestimmt werden. „Soweit ich weiß, ist das Gutachten am Laufen und auch schon fast fertig“, sagt Claus Müller vom Bauordnungsamt auf Anfrage des KREISBOTEN. Zwar muss das Papier danach noch einmal ausgelegt werden – allerdings nur noch zwei Wochen. „Und wir werden ihn natürlich noch einmal an alle Stellen, die in diesem Punkt beteiligt sind, streuen.“ Sollten Spechte gefunden werden, „muss die Planung dementsprechend geän- dert werden“, dies könne „Kompensationsmaßnahmen“ beinhalten. 

Mit ihren anderen Einwänden gegen das neue Industriegebiet dürften die Gemeinden und Privatpersonen, die Stellungnahmen abgegeben haben, vermutlich keinen Aufschub erreichen, zumal die meisten Argumente inzwischen bereits mehrfach ausgetauscht sind: Kaufering befürchtet Beeinträchtigungen durch Lärm, Landsberg hält mit der Einhaltung oder Unterschreitung aller Grenzwerte dagegen. 

Igling moniert, dass der Frauenwald nach „Rodung von weiteren 25 Prozent der vorhan­denen Waldfläche“ nicht mehr für den regionalen Klimaschutz tauge. Die Aufforstung von gut sieben Hektar südlich der Bahnlinie ändere daran nichts. Hier kontert die Stadt mit einem Gutachten von 2005, das bescheinige, dass diese Befürchtungen unnötig seien, zumal die „Waldsäume“ unangetastet bleiben sollen. Zudem würde man selbst gerne in „mittelbarer Nähe“ der Rodungsflächen anpflanzen, das sei aber „derzeit aufgrund mangelnder Flächenverfügbarkeit nicht möglich.“ 

Westtangente kommt 

Dagegen könnte das Thema „Lkw-Verkehr“, das den Nachbarn bereits seit langem schwer im Magen liegt – vor allem die Iglinger klagen über „unzumutbare Zustände“ – in den kommenden Monaten zum größten Teil gelöst werden. In einem persönlichen Gespräch mit seinem Iglinger Kollegen Günter Först erläuterte OB Mathias Neuner den endgültigen Zeitplan für den Bau der Westtangente, über die der Verkehr dann direkt auf die B17neu fließen kann. Grundstücksverhandlungen mit der Welfenkaserne und die Trassenplanung seien fast abgeschlossen, im Sommer solle mit den Vorbereitungen zu den Bauarbeiten begonnen werden. Die Fertigstellung sei für „Ende 2014/Anfang 2015“ geplant, stellte Neuner der Nachbargemeinde in Aussicht. 

Die Verwaltung weist allerdings schon jetzt darauf hin, dass auch danach ein „vollständiger Ausschluss von Nebenverkehrsströmen“ aus dem In- dustriegebiet durch Igling von der Stadt Landsberg „verkehrsleittechnisch nicht gewährleistet werden kann.“

Christoph Kruse

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