Alles im Fluss

Landsberger Trinkwasser - die Stadtwerke informieren 

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Die andauernde Sanierung und Optimierung des Landsberger Wassernetzes wie hier in der Teufelsküche garantiere die gute Qualität des Trinkwassers, versichern die Stadtwerke.

Landsberg – Es wird ständig kontrolliert, es wird ständig verbessert. Und deshalb ist das Landsberger Trinkwasser sauber. Das war die Quintessenz des Informationsabends der Stadtwerke Landsberg vergangenen Woche. Nach den Trinkwasser-Verunreinigungen durch Keime im Mai und Juni hatten die Stadtwerke die Bürger eingeladen, um eventuellen Ängsten und Fehlinformationen entgegenzutreten. Leider nahmen nur wenige Landsberger diese Möglichkeit wahr.

Gleich drei Stadtwerkler teilten sich den umfangreichen Vortrag über das Trinkwassernetz der Stadt Landsberg auf: Wassermeister Rainer Förstl, Ulrich Heindl, zuständig für Wasserschutzgebiete, und Stadtwerkechef Norbert Köhler.

Heindl klärte über die Trinkwassernetze auf: Landsberg verfügt über zwei Schutzgebiete, Weststadt und Teufelsküche, mit den Brunnen, aus denen das Trinkwasser in die Hochbehälter gepumpt wird. Das Wasser werde ständig gemäß der aktuellen Trinkwasserverordnung beprobt. Die übrigens jeder einsehen kann: beim Gesundheitsamt. Arzneimittelrückstände seien in Landsberg kein Problem: In die Wasserschutzgebiete fließe kein Oberflächenwasser oder Wasser aus Kläranlagen. Und dort seien die Rückstände ja zu finden.

Im Moment deckten die Brunnen den Bedarf Landsbergs, sagt Förstl. Falle eine der Brunnenanlagen – Hartmahd, Weststadt oder Teufelsküche – aus, könnten die beiden anderen übernehmen. Man suche allerdings nach Erweiterungen. So sei ein Brunnen beim Klinikum geplant, „die Ausschreibung läuft“.

Einige der Brunnen ständen nicht mehr optimal, erläutert Köhler. Bei Niedrigwasser laufe manch Wasserrinne anders als früher. Man sei aber trotz prognostiziertem Niederschlagsrückgangs von 30 Prozent „verhalten optimistisch“, dass Landsberg genug Wasser hat. Einige Gebiete am Lech habe man früher drainagieren müssen, um bauen zu können. „Und das Wasser muss ja irgendwo herkommen.“ Somit ein Vorrat, der noch nicht angezapft werde.

Verantwortlich für die Netze – und somit auch Verunreinigungen – sind die Stadtwerke nur bis zum Wasserzähler, betont Förstl. Für Vorfälle danach ist hingegen der Hausbesitzer zuständig. Probleme habe man beispielsweise durch unsachgemäße Wasserentnahmen an Hydranten oder Sanierungen, von denen man nichts wisse. Gefährlich sei auch das eigentlich positive Wassersparen: Weniger Wasserverbrauch, dadurch aber auch weniger Durchfluss uns somit mehr stehendes Wasser. Wodurch die Wassertemperatur zusätzlich zur allgemeinen Erwärmung noch mehr steige – ideale Bedingungen für Bakterien.

Um Verkeimungen zu verhindern, müsse man mit einem angemessenen Druck „zwangsspülen“, erläutert Förstl. „Wenn bei Wasserknappheit weniger fließt, bleibt auch mehr hängen.“ Spülen müsse man bereits, wenn die Warnzeichen, die coliformen Keime auftreten, nicht erst bei den gesundheitsgefährlichen e.coli-Bakterien. So habe man es bei den Verunreinigungen bei Hurlach und Igling gemacht – mit Erfolg. Als weiteres Mittel bliebe dann nur noch Chloren. Zum Spülen des Netzes müsse natürlich ausreichend Wasser vorhanden sein: „Wenn 2018 etwas passiert wäre, hätten wir wohl chloren müssen.“

Die Ursachen für die aktuellen Verkeimungen waren im Fall der Pöringer Gruppe eine „Quelle, die nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht“, berichtet Köhler. Sie sei „nicht ausreichend gegen Oberflächenwasser abgedichtet“, der Starkregen habe wohl dazu geführt, dass Wasser in die Quelle eingedrungen sei. Allerdings habe die Verantwortung bei der Pöringer Gruppe gelegen, der die Leitungen gehörten.

Bei der Verkeimung innerhalb der Erpftinger Gruppe hätten wahrscheinlich Baumaßnahmen eines anderen Unternehmens an einer Abflussleitung dazu geführt, das Wasser in die Quelle eingesickert sei.

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