Potthässlich?

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Rund 600 Denklinger dokumentieren mit ihrer Unterschrift, dass sie kein „potthässliches“ Rathaus – das Foto zeigt den Siegerentwurf – wollen; via Bürgerentscheid sollen nun die Planungen gestoppt werden.

Denklingen – Viktoria Horber ist nicht zu beneiden. Die Denklinger Bürgermeisterin liegt nicht nur mit den Windkraftgegnern über Kreuz. Nun weht ihr auch noch der Wind der „Rathausgegner“ ins Gesicht. Genauer gesagt, der Gegner der Pläne für das neue Rathaus.

Die besagte Gruppe ist der Ansicht, dass der aus dem Architektenwettbewerb hervorgegangene Siegerentwurf einer deutsch/spanischen Architektengruppe überhaupt nicht ins Ortsbild passt. So entstand neben den Windkraftgegnern, die ein eigenes Bürgerbegehren per Unterschriftenlisten gefordert hatten, eine Initiative für ein weiteres Bürgerbegehren; namens „Rathaus-Stopp“. Die Initiative fordert die Einstellung aller Planungen und den Ausstieg aus den Verträgen. Mehr als 600 Unterschriften dazu erhielt die Rathauschefin jüngst aus den Händen von Andreas Braun­egger. Der Initiator des Bürgerbegehrens wird voraussichtlich Ende der Woche weitere 200 Unterschriften bei Viktoria Horber abgeben.

"Der Rat entscheidet!"

Ganz überraschend ist die Entwicklung für die Gemeindechefin nicht. Schon auf der Bürgerversammlung im November vergangenen Jahres gab es viel Kritik am Siegerentwurf. Auch die Tatsache, dass spanische Architekten an der Planung beteiligt waren, wurde damals kri­tisiert. Viele Denklinger empfanden den Entwurf als „potthässlich“. Viktoria Horber hatte damals ihren Mitbürgern versichert, dass die Entscheidung, wie das neue Rathaus einmal aussehen soll, vom Gemeinderat und nicht von Architekten entschieden werde. Sie hatte auch darauf verwiesen, dass man aufgrund der Gesetzgebung europaweit habe ausschreiben müssen.

Nach Aussage der Bürgermeisterin wird nun der Vorgang für das Bürgerbegehren geprüft und danach dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt. Über die Gerüchte, dass es in Zukunft noch ein weiteres Bürgerbegehren zum Neubau einer Turn- und Mehrzweckhalle geben könnte, wollte Viktoria Horber nichts sagen. Sie kenne dies nur aus der Presse. Allerdings wurde auf der Bürgerversammlung im November auch dieses Thema diskutiert.

Ein weiteres Indiz ist die Tatsache, dass ein Ratsmitglied in der Dezembersitzung des Gemeinderates den Antrag stellte, die Zuschüsse für den Bau einer neuen Schießstätte für den Schützenverein in der alten Mehrzweckhalle von der Tagesordnung zu nehmen. Die geplante Sanierung der Mehrzweckhalle, die unter anderem auch aus brandschutzrechtlichen Gründen nötig ist, war auf Kritik gestoßen. Einige Denklinger plädierten in der Bürgerversammlung für Neubau statt Sanierung.

Siegfried Spörer

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