Pionierarbeit

40 Kandidaten für "Guten Rat"

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Pionierarbeit für Sachkunde und Qualität: 40 Kandidaten wollen an der Initiative "Guter Rat" teilnehmen.

Landkreis – Der gemeinsame Aufruf des KREISBOTEN und des landsbergblog im Rahmen der Initiative "Guter Rat" hat zu einem beachtlichen Ergebnis geführt. Insgesamt 40 Bürgerinnen und Bürger werden an der kostenlosen Seminarreihe im Jahr 2013 teilnehmen, um dann im März 2014 für ihre jeweilige Kommunalvertretung zu kandidieren.

Besonders großes Interesse besteht daran, im Landsberger Stadtrat aktiv zu werden - 34 der 40 Kandidaten kommen aus dem Stadtgebiet oder einem Landsberger Ortsteil. Weitere sechs wollen dem Gemeinderat in Hurlach, Kaufering, Rott oder Vilgertshofen angehören. Bei den 40 handelt es sich um 31 Männer und neun Frauen. Niemand von ihnen ist bislang Mitglied eines Stadt- oder Gemeinderates.

Der Redaktionsleiter des KREISBOTEN, Toni Schwaiger, bewertete die Aktion am Dienstag als großen Erfolg. "Sie führt zu frischem Wind in den Entscheidungsgremien. Sie senkt die Zutrittsschwelle zur Wahrnehmung eines Mandats. Und sie führt dazu, dass wir gut ausgebildete und gut vernetzte Ratsmitglieder bekommen". Die "Initiative Guter Rat" war vom landsbergblog ins Leben gerufen worden. "Bei uns hatten sich zuvor 16 Bürger aus der Stadt gemeldet. Durch die hohe Reichweite des Kreisboten haben wir diese Zahl mehr als verdoppeln können", freute sich landsbergblog-Herausgeber Werner Lauff. Das sei eine gute Basis, um Sachverstand aus allen beruflichen Richtungen und allen Altersgruppen für die Räte zu aktivieren. Ziel sei Ratsarbeit "nah am Bürger und auf Augenhöhe mit der Verwaltung".

Die 40 Teilnehmer haben bereits ein Begrüßungsschreiben sowie den Zugang zu einer geschlossenen Website mit Unterrichtsmaterialien erhalten. Nächster Schritt ist eine Eröffnungsveranstaltung Mitte Dezember, an der auch Landrat Walter Eichner teilnehmen wird. Im Januar beginnt dann die Seminarreihe im "Dreiertakt": Zu jedem Thema - zum Beispiel Haushalt, kommunales Baurecht, Stadt- und Verkehrsplanung - wird es zunächst einen Vortragsabend mit einem erfahrenen Dozenten geben. Bei einem zweiten Termin vertiefen die Teilnehmer das jeweilige Thema in einem eigenverantwortlich durchgeführten Workshop. Der dritte Takt ist ein Gesprächsabend mit einem Verwaltungsmitarbeiter oder Ratsmitglied, zum Beispiel einem Kämmerer oder einem Aufsichtsratsmitglied der Stadtwerke; dieses Gespräch dient als "Praxischeck". Parallel dazu gibt es ganztägige Einheiten zu den Themen Rhetorik, Arbeitstechniken, Verwaltungssprache sowie "Wählergewinnung und Eigenmarketing".

Die Teilnehmer der Initiative werden im Frühjahr 2013 in moderierter Form beginnen, Gespräche mit den Parteien und Wählergruppen über ihre Kandidaturen auf den jeweiligen Listen zu führen. In Frage kommt auch, dass einige Teilnehmer eine eigene Liste bilden. "Ideal wäre, wenn eine Kombination aus engagierten erfahrenen und fundiert vorbereiteten neuen Ratsmitgliedern entsteht", erklärten Toni Schwaiger und Werner Lauff, die die Maßnahme während der gesamten Laufzeit begleiten werden. Das tun sie mit Vorfreude und Spannung, denn eine solche Initiative habe es ihren Recherchen nach in ganz Deutschland noch nicht gegeben. Zwar existierten Programme zur Weiterbildung von bereits gewählten Ratsmitgliedern, aber eine Ausbildung von Rats-Kandidaten sei nicht vorgesehen. Insofern leiste die "Initiative Guter Rat" Pionierarbeit für Sachkunde und Qualität.


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