400.000 Euro für den neuen Kiosk

Innenausbau des Kiosks in den Seeanlagen kann beginnen – ein Dutzend Bewerber für die Pacht

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Mit dem fast fertig gestellten Rohbau kann man sich die Dimensionen des neuen Kiosks in den Dießener Seeanlagen endlich vorstellen.

Dießen – Erst hat es sich jahrelang hingezogen, jetzt geht es ganz schnell: Der Kiosk in den Dießener Seeanlagen nimmt sichtbar Formen an. Noch in dieser Woche wird der Rohbau winterfest gemacht und der Innenausbau kann beginnen. Auch bei der Frage des neuen Betreibers tut sich etwas. Laut Karl Heinz Springer, Geschäftsleiter im Dießener Rathaus, gingen nach der öffentlichen Ausschreibung rund ein Dutzend Bewerbungen für die Pacht ein. Darunter auch die bisherige langjährige Betreiberin Christine Gottschalk. Sie hat am Montagabend in nichtöffentlicher Sitzung des Gemeinderats den Zuschlag erhalten, wie Bürgermeister Herbert Kirsch informierte.

Im Herbst 2014 musste die Feuerwehr in die Seeanlagen ausrücken, weil der Müllcontainer neben dem alten Kiosk in Brand geraten war. Das Feuer zerstörte den gesamten Bau, der dann als Übergangslösung mit einem Imbiss- und Lagercontainer ersetzt wurde. Der ursprünglich geplante Neubau stieß bei den Dießener Bürgern auf breite Ablehnung.

Nach einem Bürgerentscheid führte die Marktgemeinde einen Architektenwettbewerb durch, wobei nicht der Sieger, sondern der Zweitplazierte mit Planung und Bau beauftragt wurde, nämlich Torsten Kiefer (47), Diplom-Ingenieur aus Radolfzell am Bodensee. Der Marktgemeinderat lobte seinen Entwurf überschwänglich: „Ein ausgewogenes Konzept, das Funktionalität mit künstlerisch anspruchsvoller Architektur verbindet.“ Bereits jetzt beim fast fertigen Rohbau sieht man das durch die in sich gedrehte Dachfläche.

Im Oktober dieses Jahres wurden einige Bäume rund um das Kiosk-Areal gefällt. Nach dem Abbruch der alten Bodenplatte begann der Bodenaushub mit anschließendem Bau der neuen Bodenplatte und einem hochwassersicheren Sockel. Durch diese von den Behörden geforderte Vorsichtsmaßnahme verteuerten sich die ursprünglich angesetzten Baukosten um 46.000 Euro. Die Ver- und Entsorgungsleitungen wurden gelegt und die Zimmerer rückten an. In nur einer Woche stand der Holzbau, der jetzt mit Türen und Fenstern winterfest gemacht wird. Damit kann in Ruhe der Innenausbau mit Zwischenwänden, Sanitär- und Elektroarbeiten und Estrich- sowie Fliesen-Verlegung erfolgen. Zum Abschluss wird die Küche eingebaut.

Schließlich erhält der Bau eine hochwertige und robuste Außenfassade aus Holz und Corten-Stahl, auf den die Bäume der Umgebung als „Hingucker“ appliziert sind. Für den Außenbereich an der Südseite sind Tische und 18 Sitzplätze vorgesehen.

Die Gesamtfläche des neuen Kiosks beträgt rund 90 Quadratmeter. Darin enthalten sind ein öffentliches und barrierefrei zugängliches WC, eine Personaltoilette und ein Raum für den Müllcontainer. Der kommt also hinter „Schloss und Riegel“, damit nicht wieder gezündelt werden kann wie 2014.

Die Gesamtkosten des Kiosks werden sich bei etwas über 400.000 Euro einpendeln. Dafür kann sich Dießen rühmen, den wohl attraktivsten Kiosk im Fünfseenland zu besitzen. Wobei die Bezeichnung Kiosk für dieses architektonische Schmuckstück sehr untertrieben ist. Die Optik des etwas Richtung Bahndamm zurückgesetzten schmalen Längsbaus kopiert nicht den benachbarten unter Denkmalschutz stehenden ADK-Pavillon und die Fischerhütten, sondern harmoniert durch seine in sich gedrehte Dachfläche auf außergewöhnliche Weise.

Bereits an Ostern im April 2019 soll der neue Kiosk seinen Betrieb aufnehmen. Bis Oktober sind tägliche Öffnungszeiten von 9 bis circa 22 Uhr geplant. Seine Feuerprobe wird der Kiosk vom 30. Mai bis zum 2. Juni 2019 bestehen müssen, wenn zum Töpfermarkt wieder zehntausende von Besuchern die Seeanlagen stürmen.

Dieter Roettig

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