Inspirierendes in der Säulenhalle

Die Gemälde von Kurt Bergmaier erzählen von einer Begegnung mit Pinocchio. Foto: Nagl

Mit Klaviermusik, gespielt von Maximilian Hanke, und einer Einführung von Kunsthistorikerin Urte Ehlers hat der Regionalverband Bildender Künstler (RBK) seine 22. Jahresausstellung in der Säulenhalle. 23 Künstler zeigen dort ihre Arbeiten und mehr als 23 Gründen sprechen dafür, die hochwertige und inspirierende Ausstellung keinesfalls zu versäumen, was noch bis kommenden Sonntag möglich ist.

Kunsthistorikerin Ehlers öffnete mit viel Einfühlungsvermögen und Sachkenntnis gedankliche und assoziative Türen zu den gezeigten Werken, bedauerte aber, dass es in kurzer Zeit kaum möglich sei, 23 unterschiedliche Talente angemessen zu würdigen. Tröstlich sei jedoch die Gewissheit, dass jeder Betrachter die vielfältige Ausstellung aus seinem persönlichen Blickwinkel heraus erleben und genießen werde. Blicke ziehen unter anderem die Arbeiten von Annemone Rapp auf sich. Die Künstlerin macht die Arbeit eines Bildhauers auf Marmor sichtbar, indem sie für jeden Hammerschlag einen kleinen Schleifenkreis setzt – ein visuelles Hörerlebnis. Wenige Schritte weiter bringt Mica Knorr-Borocco auf immateriell gehauchter Farbe Steine zum Schweben, und Kurt Bergmaier wäre am liebsten wieder Kind gewesen, als er im italienischen Städtchen Dolcedo Grundschüler beobachtete, die auf der Straße eine Pinocchio-Szene nach­spielten. Bergmaiers leichter, sicherer Strich und helle Farben spiegeln die Fröhlichkeit und Frische der erlebten Szene und lassen die Betrachter an der der erlebten Atmosphäre teilhaben. Dritte Lebensphase Dagmar Halberstadt setzt Gedanken, Erinnerungen und Em­pfindungen in abstrakte For­mensprache um. „Wildheit“ heißt eine Arbeit, die Linien zum ureigensten Ausdruck von Empfindung werden lässt. Die Malerin Rose Browers lässt die Betrachter an ihrer „dritten Le­bensphase“ teilnehmen, die in den Farben Rosa, Lila und Weiß freundlich und einladend wirkt. Darüber liegt ein grünes Geflecht, das die Komposition wie ein Netz aus Weisheit und Lebenserfahrung zusammen hält. Ein Blickfang ist auch Takuhi Schweigharts Gemälde „Sonnentänzer“. Wie bunte Tücher im Wind wirbeln die Farbflächen über das Bild, aus denen die Gelbwerte hervortreten, die „Sonnentänzer“ eben. Marlene Labus zeigt große Formate in Grautönen, denen sie durch das Auflegen von Folie oder durch den Auftrag von Linien Struktur verleiht. „Die Gestaltung von Verhältnismäßigkeiten, auch von gegenständlich orientierter Komposition steht für mich im Vordergrund“, erklärt die Künstlerin. Skulpturen und Objekte von Franz Hämmerle, Ulrike Albers, Angelika Waskönig, Fotografien von Heiner Beyer oder Silvia Großkopf Sil, Textilarbeiten von Grazyna Guerrero und weitere, absolut sehenswerte Werke anderer Künstler machen die Ausstellung zu einem wundervollen Ganzen. Im quadratisch-praktisch kleinen Ausstellungskatalog des Regionalverbands ist jedem Künstler eine eigene Seite gewidmet – für Ausstellungsbesucher eine willkommene Orientierungshilfe. Die 22. Jahresausstellung des RBK ist 17. Oktober, täglich von 16 bis 20 Uhr geöffnet.

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