»Schorre« Georg Linder:

»Die Musik ist meine Welt«

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Instrumentenbauer und leidenschaftlicher Musiker aus Denklingen: Georg Linder.

Denklingen – Der „Schorre“ fasst es in wenigen Worten zusammen: „Die Musik ist meine Welt“. Georg Linder ist Instrumentenbauer und wird ab Herbst den Meister machen. Dreieinhalb Tage in der Woche arbeitet er beim renommierten Fachbetrieb Hans Krinner in Bad Tölz; zum Teil fertigt und repariert er Instrumente auch zu Hause, wo er im September und Oktober in einer bisherigen Garage eine Werkstätte umbauen wird.

Darüber hinaus gehört der 22-jährige Denklinger zu den jüngsten Dirigenten im Bezirk-­Ammersee. Zwar ist Wolfgang Wagner der erste Kapellmeister des Blasorchesters, der mit den zirka 50 Musikern für Konzerte und Wertungsspiele probt. Doch die meisten Proben und Auftritte im Jahreslauf absolviert mit dem Musikverein inzwischen der „Schorre“. Er ist offiziell zweiter Dirigent, nachdem Franz Jäger im vergangenen Jahr diese Aufgabe abgegeben hatte.

Georg Linder ist ein Vollblutmusiker. Er spielt in der Denklinger Kapelle meist die Posaune, wenn Wolfgang Wagner neue Werke einstudiert oder konzertante Auftritte leitet. Zudem ist er bei den Brauhaus-Musikanten dabei; diese Blechbläser-Besetzung hat sich im Ostallgäu und im westlichen Oberbayern einen Namen gemacht als Formation, die für anspruchsvolle Blasmusik steht und zugleich Stimmung in Zelte und Hallen bringt.

Georg stammt aus einer Musikerfamilie. Sein Vater Bernhard Linder, Industriemechaniker von Beruf, spielt Posaune und Bariton in verschiedenen Besetzungen. Er war früher selbst Dirigent in Denklingen; bis 2016 führte er den Taktstock der Blaskapelle Lechrain. Ebenso wie sein Vater musizierte Georg schon in der Stadtkapelle Landsberg.

Der 22-Jährige – er lernte bei Andreas Immler an der Musikschule Pfaffenwinkel (Schongau) fünf Jahre lang Posaune und zusätzlich in Germaringen drei Jahre lang Schlagzeug – hat zwei Geschwister: Sandra (24), die Klarinette und Saxophon spielt, und Robert (19), der zurzeit als Schlagzeuger beim Gebirgsmusikkorps in Garmisch-Partenkirchen aktiv ist.

Nach der Realschule besuchte Linder die Fachoberschule in Landsberg. 2014 begann er die Lehre in Bad Tölz. Die Ausbildung zum „Metallblasinstrumen­tenbauer“ ging über drei Jahre. 2017 legte er die Gesellenprüfung in Mittenwald ab, wo er die Berufsschule besuchte. In dem seltenen Ausbildungsberuf wurde Linder Kammer- und zudem Landessieger.

Schon im vergangenen Jahr hatte der junge Denklinger sein eigenes Gewerbe angemeldet. Seit Sommer 2017 darf er sich als Instrumentenbauer bezeichnen. Warum er sich jetzt zur Meisterschule angemeldet hat? Weil er selbstständig werden will und ihn zudem der fachliche Titel weiterbringt, antwortet „Schorre“. Die Meisterschule beginnt im September in Weilheim und dauert ein Jahr. Verbunden damit ist viel Lernen zu Hause.

Bei Krinner in Bad Tölz bildet der Neubau von Instrumenten den Schwerpunkt. Als Lehrling und Geselle fertigte Linder dort schon Trompeten, Flügelhörner und Basstrompeten. Daheim in Denklingen hat der Vollblutmusikant mittlerweile sechs Flügelhörner fertiggestellt. Ein Instrument wurde verkauft. Es gibt einige Anfragen, das stimme ihn „optimistisch“. Das Kundenpotenzial sieht er unter Studenten, Blasmusikschülern und unter guten Laienmusikern.

Heimatverbunden

„Schorre“ bekennt zudem, dass er sich auch deswe­gen als Instrumentenbauer selbstständig machen will, weil er da in seinem „eigenen Tempo“ arbeiten könne, weil er so die Vision verwirklichen könne, zusammen mit dem Ratschlag von Profis maßgeschneiderte Instrumente anzufertigen, wenn er an Material, Mundstück, Maschine und Mensur denke – und „weil i dahoam bleiben will“.

Seine Freundin Elena (19) ist in Stöttwang zu Hause und spielt dort in der Kapelle Klarinette und Saxophon. Tonangebend ist Georg Linder – wenn er den Musikverein Denklingen dirigiert. Da fordert er von Jung und Alt gleichermaßen Disziplin ein. Ob und wann er mal erster Kapellmeister wird? Das hat Zeit. Erst legt der junge Mann den Schwerpunkt auf die Meisterschule. Danach sieht er den Dirigentenkurs als weitere Herausforderung. An Zielen und an Ehrgeiz mangelt es dem jungen schlanken Mann, dessen Welt ganz und gar die Musik ist, wirklich nicht.

Johannes Jais

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