Abbruch verärgert Aussteller

Dießener Töpfermarkt endet mit Blitz und Donnerschlag

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Rund 62.000 Besucher kamen per Schiff, Bahn oder Auto zum 18. Dießener Töpfermarkt. Bis auf den vorzeitigen Abbruch durch ein Gewitter war es laut Aussage der Marktleitung ein optimales Keramik-Event auf höchstem Niveau.
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Fachkundige Töpfermarkt-Führung für Landtagspräsidentin Barbara Stamm durch Marktleiter Wolfgang Lösche. Interessiert hören zu (von links): Bezirksrat Josef Loy, Bundestagsabgeordneter Michael Kießling, Bürgermeister Herbert Kirsch, Landtagsabgeordneter Alex Dorow, Landrat Thomas Eichinger und Bezirkstagspräsident Josef Mederer.
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Der KREISBOTE lädt Sie ein zu einem Rundgang durch den Dießener Töpfermarkt. Von der Ankunft der Ehrengäste über die Eröffnung bis zum Besuch bei interessanten Keramik-Künstlern geht unser Streifzug.
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Der Dießener Keramikpreis ging diesmal an Monika Debus aus Höhr-Grenzhausen für ihre Objektgruppe, die laut der Preisjury das Thema "Kontraste" optimal erfüllt hat. Der Preis wurde verliehen von Bürgermeister Herbert Kirsch, Marktleiter Wolfgang Lösche (Mitte) und dem Stifter Benjamin Rohde (rechts) vom gleichnamigen Brennofen-Hersteller.
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Der KREISBOTE lädt Sie ein zu einem Rundgang durch den Dießener Töpfermarkt. Von der Ankunft der Ehrengäste über die Eröffnung bis zum Besuch bei interessanten Keramik-Künstlern geht unser Streifzug.
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Der KREISBOTE lädt Sie ein zu einem Rundgang durch den Dießener Töpfermarkt. Von der Ankunft der Ehrengäste über die Eröffnung bis zum Besuch bei interessanten Keramik-Künstlern geht unser Streifzug.
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Der KREISBOTE lädt Sie ein zu einem Rundgang durch den Dießener Töpfermarkt. Von der Ankunft der Ehrengäste über die Eröffnung bis zum Besuch bei interessanten Keramik-Künstlern geht unser Streifzug.

Dießen – Mit Blitz, Donner und Starkregen ging der 18. Dießener Töpfermarkt zwei Stunden vor dem offiziellen Finale zu Ende. Aus Sicherheitsgründen beendete eine Durchsage der Marktleitung das bis dahin bunte und geschäftige Treiben. Die Besucher verließen fluchtartig das Gelände und die Aussteller mussten vor dem vorzeitigen Einpacken die „Suppe auslöffeln“, sprich die vollgelaufenen Keramik-Gefäße ausleeren. Viele waren über den abrupten Abbruch sauer. „Man hätte auch unterbrechen, anstatt abbrechen können“, hieß es. Denn nach gut einer halben Stunde schien wieder die Sonne. Gerade am letzten Tag kämen zum Schluss noch viele „Last Minute-Käufer“.

Das Wetter hatte bis zum Abbruch gehalten. Zwischen Christi Himmelfahrt und Muttertag waren rund 62.000 Besucher in das „Keramik-Paradies“ am Ammersee gekommen. 170 Töpfer aus 16 Ländern erwarteten die Besucher bei der größten und erfolgreichsten Veranstaltung dieser Art in Süddeutschland. Eröffnet wurde der Markt von Barbara Stamm, der Präsidentin des Bayerischen Landtags.

Eingeladen hatte sie Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch bei einem zufälligen Treffen auf einem Flughafen im Ausland. Barbara Stamm, die nach Markus Söder das zweithöchste politische Amt in Bayern bekleidet, sagte spontan zu, weil sie ein großer Fan der Töpferkunst ist. Als Gastgeschenke bei ihren Auslandsreisen hat sie immer Keramik aus Bayerischen Werkstätten dabei.

Mit dem Ammersee-Dampfer „Utting“ war nicht nur Barbara Stamm nach Dießen gekommen. Prominenz aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik wollte bei der Eröffnung des Töpfermarktes dabei sein. Wie die Abgeordneten Michael Kießling (Bundestag) und Alex Dorow (Landtag), Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Bezirksrat Josef Loy und Landrat Thomas Eichinger. Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch konnte viele Amtskollegen begrüßen wie Josef Lutzenberger (Utting), Christian Schiller (Herrsching), Walter Bleimaier (Inning) und Martin Höck (Raisting).

Viel Beifall gab es nach den launigen Begrüßungsreden von Kirsch und Stamm für die tanzenden und singenden Kinder des Trachtenvereins d‘Ammertaler Dießen-St. Georgen. Sie bereicherten wie jedes Jahr herzerfrischend die Eröffnungszeremonie.

Marktleiter Wolfgang Lösche führte die Ehrengäste persönlich durch den Markt, der die ganze Bandbreite der internationalen Keramikwelten zeigt. Von Gebrauchskeramik für Haus und Garten bis zu grandiosen und abstrakten Kunstwerken reichte die Palette keramischer Vielfalt. Ein Lieblingsmotiv der fotografierenden Besucher waren die vielen magischen Plastiken und originellen Figuren von der drallen Badenixe bis zum Krokodil, das sich in den Ammersee schlängeln will. Gartenzwerge sind out, so das Statement der Künstler. Viel beachtet war auch wieder die „Lebendige Werkstatt“ von Georgos Tsilka­lario Tziligkakis aus Kreta, wo live überdimensionale Vorratsgefäße hergestellt werden. Der Enkel von Nikos Kavgalakis, bis zu seinem Tod immer dabei in Dießen, führt dessen Tradition fort.

Aus über 350 Bewerbungen hatte die Jury 170 Töpfer aus 16 Ländern ausgewählt, die in Dießen ausstellen durften. Darunter Werkstätten aus Frankreich, England, Spanien, Belgien, Österreich, Polen und sogar aus China. Darüber berichtete auch ein eigens aus Mailand angereistes chinesisches TV-Team, das von Italien aus China mit Berichten aus Europa versorgt.

Am Abend des ersten Tages wurde traditionsgemäß im Traidtcasten der mit 3.000 Euro dotierte Dießener Keramikpreis verliehen. Er ging diesmal an Monika Debus aus Höhr-Grenzhausen für ihre Objektgruppe, die laut der Preisjury das Thema „Kontraste“ optimal erfüllt hat. Der Preis wurde verliehen von Bürgermeister Kirsch, Marktleiter Wolfgang Lösche und dem Stifter Benjamin Rohde vom gleichnamigen Brennofen-Hersteller. Wie jedes Jahr kauft die Marktgemeinde das Siegerobjekt, das diesmal aus zwei Teilen besteht.

Unter den Besuchern waren auch viele Sammler aus ganz Deutschland, für die Dießen Jahr für Jahr ein lohnendes Jagdrevier für keramische Kunstwerke und Raritäten ist. Es fiel auf, dass heuer noch mehr hochqualitative und wertige Objekte in vielerlei Facetten angeboten wurden. Damit unterscheidet sich die von Marktgemeinde Dießen organisierte Veranstaltung wohltuend von anderen Töpfermärkten, wo meist Haushalts- und Gartenkeramik sowie bunter Kitsch im Mittelpunkt steht. „Ramsch hat in Dießen Hausverbot“ gehört zu den Kriterien bei der Auswahl der Künstler.

Auf Nummer sicher

Unauffälliger Flaneur durch die Standreihen mit wachsamen Augen war Karl Heinz Springer, Geschäftsleiter der Marktgemeinde. Er überzeugte sich von der Einhaltung des neuen Sicherheitskonzepts, das von der Standsicherheit der Zelte und Pavillons über behindertengerechte Toiletten-Container und einem angrenzenden Erste-Hilfe-Zelt des Roten Kreuzes bis zu einer das gesamte Gelände abdeckende Lautsprecheranlage reicht. Die kam durch Sicherheitsfachmann Marcel Weckmer beim Abbruch durch das Gewitter erstmals zum Einsatz. Die Polizei hielt sich diskret im Hintergrund, war aber immer präsent. Da der Marktbereich durch die Feuerwehr weiträumig abgesperrt war, sei ein sichtbares Auftreten auf das Nötigste beschränkt worden.

Dieter Roettig

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