Investitionen in den Sport

Vor wenigen Wochen erst hat die Marktgemeinde Kaufering ihren abgespeckten Haushaltsplan verabschiedet, schon stehen die außerplanmäßige Investitionen an: Rund 95000 Euro, die bisher nicht vorgesehen waren, will die Gemeinde in Außenanlagen und Anbau der Sporthalle stecken. Gedeckt werden soll die Summe laut Bürgermeister Dr. Klaus Bühler „durch Steuermehreinnahmen sowie Einsparungen im laufenden Jahr.“

Bei einer Ortsbegehung erläuterte der Leiter der Bauverwaltung, Andreas Giampa, den Gemeinderatsmitgliedern die Maßnahmen, die noch bis zum Start der Realschule im September ausgeführt werden sollen. So ist ein neun mal acht Meter großer massiver Flachdach- anbau an der Nord-Ost-Ecke der Sporthalle vorgesehen. In diesem Anbau könnten, laut Giampa, dann die Fahrzeuge des Hausmeisters und dessen Werkstatt untergebracht werden. Derzeit befindet sich die Hausmeisterwerkstatt sehr beengt in der Heizzentrale. Im schon bestehenden Flachdachbereich sollen zudem zwei Lagerräume für die Bühnenteile, „die derzeit verbotenerweise im Bereich des bestehenden Fluchtweges lagern“, so Giampa, geschaffen werden. Der Fluchtweg könne dann außerdem auf direktem Wege ins Freie erfolgen. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf rund 80000 Euro und sind bisher nicht im Haushalt berücksichtigt. Zum anderen ist vorgesehen, das mit 10000 Euro geplante Beachvolleyballfeld nördlich des Kunstrasenfeldes als multifunktionales Feld anzulegen, so dass es auch für Beach-Handball und Beach-Fußball genutzt werden kann. Da die Bodenverhältnisse an der Stelle eher schlecht sind, müsse der Platz fachgemäß entwässert werden, erklärte Giampa. Zudem würden bei der Größe des Spielfeldes von 15 mal 30 Metern rund 300 Tonnen Spezialsand zum Preis von etwa 20 Euro pro Tonne benötigt. „Wenn wir einen ordentlichen Platz mit Sportcharakter wollen, müssen wir das Geld in die Hand nehmen“, betonte der Bauverwaltungsleiter. Inklusive der Tore müssten rund 15000 Euro mehr als veranschlagt investiert werden. Da das Beachvolleyballfeld überwiegend für den Schulbetrieb gedacht ist, wollte Gabriele Triebel (GAL) wissen, ob es offizielle Zuschüsse gäbe. „Das müssen wir noch klären, aber ich glaube nicht, dass dies zur Grundausstattung einer Schulsportanlage zählt“, schätzte Bürgermeister Bühler ein. Für Diskussionen sorgte der künftige Bau des zweiten Minisportfeldes, das mit 60000 Euro schon fest eingeplant war. Ebenso wie die komplette Netz-umspannung für 25000 Euro, die verhindern soll, dass die Bälle auf dem Parkplatz oder hinter dem Zaun der Sportanlage landen. Wie bei der Ortsbegehung zu sehen war, sind die dafür benötigten Pfosten – auch für das Netz des zweiten Minisportfeldes – bereits einbetoniert, obwohl der Gemeinderat den Bau in der anschließenden Sitzung erst noch zu beschließen hatte. „Vor zwei Wochen haben wir den Haushalt verabschiedet und jetzt haben wir mit dem Anbau schon ungeplante Maßnahmen von 80000 Euro“, stellte Meinrad Mayrock (CSU) fest. Er beantragte, das Minisportfeld auf das Haushaltsjahr 2011 zu verschieben. Bühler betonte, dass sowohl mit Steuermehreinnahmen als auch mit Einsparungen im Haushalt zu rechnen sei. „Sie werden sehen, die Mittel werden da sein.“ Die GAL-Fraktion empfindet das Kleinspielfeld ebenfalls als Luxus. „Wir sollten uns den Luxus erst leisten, wenn diese Mehreinnahmen tatsächlich kommen“, so Triebel. Bühler warnte: „Maßnahmen, die gefallen, zu machen, und die, die nicht gefallen, als Luxus zu bezeichnen.“ Hans Koch (SPD) erinnerte daran, dass die Sanierung der Sporthalle und der Außenanlagen auch mit der Realschule zusammenhingen. „Die Maßnahmen sind wohl begründet. Und im September soll endlich mal Schluss sein mit den Baustellen.“ Das Gremium sprach sich mit 12:9 Stimmen für das komplette Maßnahmenpaket aus.

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