Isana NaturFeinkost siedelt um

Bald im Fuchstal: Naturkost in bester B17-Lage

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Wo heute noch Getreide wächst, sollen nahe der B17 (links) Gebäude für die Isana NaturFeinkost errichtet werden.

Fuchstal/Eresing – Das Projekt ist noch nicht in trockenen Tüchern; zumindest ist ein wichtiger Schritt dafür getan, dass die FirmaIsana, Hersteller und Händler vieler Naturkost­pro­dukte, von Eresing ins Fuchstal umziehen kann. Denn die Ratsmitglieder fassten mit großer Mehrheit den Aufstellungsbeschluss für ein Gewerbegebiet an der B17.

Bislang hat die „Isana NaturFeinkost GmbH“, die Produkte unter dem Namen „bio verde“ vertreibt, den Sitz im Gewerbegebiet in Eresing. Dort stößt der Betrieb aber räumlich an seine Grenzen. Und was sagt Eresings Bürgermeister Josef Loy (CSU) dazu, dass nach der „Franz Mensch GmbH“ ein weiteres großes Unternehmen an einen anderen Standort im Landkreis verlagern möchte? Über „wirtschaftliche Erfordernisse“ entscheide die Firma, da sei die Gemeinde nicht einbezogen. Grundstücksangelegenheiten wolle und könne er nicht kommentieren. Er sei, so gibt Loy auf Nachfrage des KREISBOTEN zu verstehen, jedoch im ständigen Kontakt mit Isana. Es habe keine Differenzen gegeben.

Im Fuchstaler Gemeinderat hat sich die zunächst kritische Haltung einiger Räte inzwischen gewandelt. Mitte Juli fand eine Besichtigung des Betriebes in Eresing statt, an der zehn der 16 Räte teilnahmen. Bürgermeister Erwin Karg berichtete überdies von einem „sachlichen Gespräch“ mit Anwohnern, die in der Sitzung Ende Juni noch emotional reagierten. Die Bedenken hinsichtlich der Verkehrsbelastung und des Flächenverbrauchs seien weitgehend zerstreut. Doch Werner Schmid, Landwirt aus Asch-Lechsberg, votierte beim Aufstellungsbeschluss mit Nein. Sein Argument war schon im Juni, dass zu viele landwirtschaftliche Flächen verloren gehen.

Das Grundstück direkt westlich der B17 zwischen Römerkessel und Gut Hohenwart ist Eugentum von Walter Lutz; er wohnt im Schongau Raum und ist Mitgesellschafter sowie einer der Geschäftsführer bei Isana Naturkost. Die Fläche wurde bereits mit Blick auf eine mögliche Expansion erworben.

200 Arbeitsplätze

Mit der Verlagerung kommen ungefähr 200 Arbeitsplätze ins Fuchstal. Es sei davon auszugehen, hieß es im Gemeinderat, dass weitere Stellen geschaffen werden, wenn der Betrieb Möglichkeiten zur Erweiterung hat. In Eresing gebe es sie nicht. Die Zahl der Arbeitsplätze sei „nicht zu verachten“, kommentierte Fuchstals Bürgermeister Erwin Karg. Ein Gewerbegebiet an der B17 sei „vor dem Dorf“ besser als eines „hinterm Dorf“. Anlieger könnten ihre Stellungnahme und Einwände im Verfahren für den Bebauungsplan darstellen, wobei auch zirka 50 Behörden, Verbände und Nachbargemeinden aufgerufen sind.

Für die Ansiedlung des großen Betriebes könne ein Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Das Anbindegebot an eine Siedlungseinheit greift nicht bei Betrieben mit einer Mindestgröße von drei Hektar. Die Absicht, südlich an das knapp neun Hektar große Gelände eine weitere zirka drei Hektar große Fläche für heimische Handwerker und kleinere Betriebe aus dem Fuchstal anzuschließen, muss jedoch fallen gelassen werden. Dies verstoße gegen das Anbindegebot, verwies Bürger­meister Karg auf eine Aussage der Regierung von Oberbayern. Die wenigen Anwesen im Bereich Hohenwart würden nicht ausreichen, um als eigenständige Siedlungsstruktur betrachtet zu werden. Wo ist dann noch Platz für heimische Gewerbetreibende? Bürgermeister Karg verwies in dieser Frage auf das Pröbstl-Areal bei Asch.

Aktuell geht man bei Isana und im Fuchstal von täglich bis zu 15 Lastwagen aus, die auf das künftige Firmengelände ein- und ausfahren. Dazu kommen utos und Fahrräder der Beschäftigten. Die Erschließung erfolgt nicht direkt an der B17, sondern über die Staatstraße 2055, die nach Asch führt. Dort werden Abbiegespuren errichtet; eine weitere Rechtsabbiegespur soll im Zuge des Ausbaues auch an der B 17 an der Abzweigung Richtung Kaufbeuren-Asch verwirklicht werden. Auf der Nordseite des knapp neun Hektar großen Geländes entsteht die Zufahrt zum Firmengelände. Die Hallen und Gebäude für Produktion, Versand und Verwaltung werden südlich davon gebaut.

"Ein Glücksfall"

„Meine Meinung hat sich zwischenzeitlich relativiert“, sagte dritte Bürgermeisterin Franziska Welz (Seestall) im Gemeinderat. Die Verkehrsbelastung sei überschaubar; die Belange des Landschaftsplanes Lechtal blieben gewahrt. Dr. Walter Reitler (ebenfalls Seestall) sah für die Gemeinde die Chance, ein Gewerbegebiet ökologisch und gestalterisch zu entwickeln. Einwände der Anlieger müssten freilich berücksichtigt werden. Für die Gemeinde sei die Ansied­lung der Firma auf dem Sektor der Biolebensmittel ein „Glücksfall“.

Josef Weber (Leeder) betonte, dass die Herstellung und der Handel „sauber und ruhig“ erfolgen würden. Produziert würden bei Isana Zukunftsprodukte. Ein solcher größerer Betrieb sei nach der Ansiedlung in zwei oder drei Jahren eine gute Ergänzung zum größten Arbeitgeber, der metallverarbeitenden Firma Hirschvogel. Der Planungsauftrag geht an den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München.

Johannes Jais

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