Immer einen Abstecher wert

Jack the Ripper und der Landsberger Kunstautomat

Gregor Netzer und Elke Jordan beim Landsberger Kunstautomaten
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Die 18. Spielzeit des Landsberger Kunstautomaten am Spitalplatz läuft – unter der Kuratur von Gregor Netzer (alias Jack the Ripper) und Elke Jordan.

Landsberg – Dem Automatenprinzip sei Dank: Mitten in diesem Lockdown und kurz vor Weihnachten hat der Landsberger Kunstautomat seine 18. Spielzeit am 20. Dezember eröffnet. Und wieder ist er prall gefüllt mit neuer Kunst, die sechs Künstler in den Schächten anbieten – kontaktlos und somit coronakonform.

Bereits seit fünf Jahren besteht der Landsberger Kunstautomat und hätte dies auch gerne mit einer großen Sause gefeiert – aber größeren Veranstaltungen funkte in diesem Jahr Corona dazwischen. Trotzdem zeige der Kunstautomat als „feste Institution im hiesigen Kulturleben seine Beständigkeit“, freut sich Kunstautomatenbetreiber Gregor Netzer. Hier gebe es im Lockdown eine Möglichkeit, originale Kunst zu kaufen, wie gewohnt 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche. Was wohl einige auch noch kurz vor Heiligabend nutzten – quasi Last-Minute-Präsente.

Die Künstlerin Barbara Manns aus Utting hat die „homo mascerensis“ entdeckt und bietet diese in Form von filigranen Scherenschnitten in einem der Schächte zum Verkauf an.

Und wieder sprengt eine Serie im Kunstautomaten das Format der kleinen Zigarettenschachtel. „Für mich soll‘s rote Rosen regnen“ heißt die Serie von Angela Prade. Die Zeichnungen auf Papier sind gute vierzig Zentimeter lang und eignen sich zum Aufhängen.

Die Emotionen beim Anblick eines geliebten Gesichts macht Paulo de Brito aus Starnberg in seiner Serie „CaraFaccia“ sichtbar. Die kleinen Portraits in Öl auf Malkarton erinnern an die Arbeiten der Surrealisten im Paris der vorletzten Jahrhundertwende.

Ein ganzes Buch „an artist book in an artist box“ bietet der MailArt-Künstler Thorsten Fuhrmann aus Huglfing in der Zigarettenschachtel an. Und bleibt damit seiner Konvention des Unkonventionellen treu.

Silvia Mühleisen aus Landsberg steuert eine Serie aus „Lackbild(chen)“ im stets kleinen Format hinzu. Meist sind das Portraits, Bilder, die in täglicher Arbeit im Laufe eines Jahres entstanden sind.

Den Bereich der abstrakten Kunst deckt Sabine Kremer aus Wuppertal in dieser Spielzeit ab. In ihren Arbeiten spielt sie mit Farben auf Papier und schafft damit virtuelle Räume, Landschaften und Flächen.

Wer Kunst kaufen will: Mit fünf Euro ist man beim Kunstautomaten am Spitalplatz dabei. Weitere Infos zu den einzelnen Serien gibt es auf www.kunstautomat.net, ebenso wie den ‚schrecken­erregende‘ Vorstellungsfilm von Jordan und Netzer zur 18. Spielzeit. Und wie sagt hier die Figur Jack-the-Ripper alias Gregor Netzer so schön: „Landsberg ist immer einen Abstecher wert“. Auch – aber natürlich nicht nur – wegen des Landsberger Kunstautomaten.

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