"Saustall" an der Jagdhütte

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Solche und andere widerwärtige Bilder (Symbolfoto) wollen die Dienhausener und die Behörden an einer Jagdhütte im Süden ihres Ortsteiles in Zukunft nicht mehr sehen

Dienhausen – Im Denklinger Ortsteil Dienhausen stinkt es einigen Anwohnern ganz gewaltig. In einem südlich gelegenen Waldstück verstößt der Jäger offensichtlich gegen alle guten Regeln seiner Zunft. „Er schießt Tiere und lässt sie dann im Wald vergammeln“, berichtete ein Anwohner. Die Behörden ermitteln.

„Eigentlich ist das ein netter Kerl, aber langsam hat es extreme Formen angenommen“, erzählt der Dienhausener weiter. Namentlich genannt werden möchte er im Zusammen­hang mit den unsäglichen Zuständen nicht – da ist er nicht alleine, auch von anderer Seite werden die Zustände auf Nachfragen des KREISBOTEN nur hinter vorgehaltener Hand beschrieben.

Der aufgebrachte Dienhausener stuft den Jagdpächter zwischen Messie, Schlamper und „Dreckschwein“ ein. „Er hat nicht nur ein Wildschwein geschossen, sondern viele“. Teilweise wurden die Tiere abge­häutet und die Innereien entfernt, aber die Kadaver blieben auf einem Haufen liegen. „Wenn er sie wenigsten vergraben hätte.“ In den Wintermonaten fiel das nicht weiter auf. Als es aber wärmer wurde, fingen die ausgeweideten Tiere an, „unerträglich“ zu stinken. Spaziergänger und Holzmacher beschwerten sich. „So geht man einfach nicht mit Tieren um“, sagt der Anwohner.

Begonnen habe es vor zwei Jahren ganz harmlos. Die Jagd wurde neu verpachtet. Anfangs sei alles noch in Ordnung gewesen, doch im Laufe der Zeit habe sich herausgestellt, dass der neue Pächter aus dem Ostallgäu mehr oder weniger in der zur Pacht gehörenden Blockhütte wohnt und dort messiehafte Symptome entwickelte.

Inzwischen beschäftigen sich die Behörden mit dem „Saustall“ im Wald. Anfang voriger Woche erschienen Polizei und das Landratsamt in dem Wald bei Dienhausen. Was sie dort vorfanden, entsprach nicht annähernd den Vorstellungen der Beamten vom Waidmannshandwerk. Vier Stück erlegtes Wild fanden die Beamten vor, dazu Schädel von Rehböcken und Kübel voller Eingeweide, die trotz des damals kühlen Wetters schon „ganz gut gestunken“ haben und mit Maden übersäht waren. Ein ekeler­- regender Anblick.

Die Landsberger Polizei erteilte daraufhin dem etwa 40-jährigen Jagdpächter die Auf­- lage, innerhalb kurzer Frist für Ordnung zu sorgen und aufzuräumen. Dieser Auflage sei der Jagdpächter inzwischen nachgekommen, bestätigt ein Polizeisprecher.

Auch das Landratsamt Landsberg beschäftigt sich jetzt mit dem Fall. Ob der Jagdpächter nach dem Jagdrecht zur Verantwortung gezogen werden könne, lasse sich beim gegenwärtigen Stand der Ermittlungen noch nicht sagen. Wohl aber nach dem staatlichen Abfallrecht könne der Mann belangt werden. Wolfgang Müller, Pressesprecher der Kreisbehörde, bestätigte, dass entsprechende Ermittlungen gegen den Jäger aus Kaufbeuren liefen, allerdings könne man den Fall aber noch nicht endgültig beurteilen. „Wir stecken noch mitten in den Ermittlungen“, sagte Müller. Ein Bußgeld für den Jagdpächter schloss er nicht aus.

Siegfried Spörer

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