Engagement für Biodiversität

"Für alles, was summt und brummt"

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Landrat Thomas Eichinger möchte Lebensräume für Tierarten und Pflanzensorten schaffen. Den Auftakt soll 2018 das „Jahr der Biene“ darstellen.

Landkreis – 2018, das könnte im hiesigen Landkreis das „Jahr der Biene“ werden. Wie Landrat Thomas Eichinger im Umweltausschuss vorstellte, möchte er Lebensräume für Pflanzen- und Tierarten schaffen. Ob dafür Fördermittel zur Verfügung stehen werden, ist noch unklar.

Das „Jahr der Biene“ sei, anders als zu vermuten, keineswegs nur an eine Insektenart geknüpft. Die Biene sei vielmehr ein Symbol für die Arten- und Sortenvielfalt, meint Eichinger. Diese zu schützen, hat schon 2008 die Bayerische Staatsregierung beschlossen und eine Strategie dazu entwickelt. Dort möchte der Landrat nun ansetzen, um die fortschreitenden Verluste der biologischen Vielfalt zu stoppen.

Viel aufzuholen

Lebensräume „für alles, was summt und brummt“, gebe es im Landkreis vor allem in der Nähe des Lechs oder des Ammersees, sagt Eichinger. Dazwischen sei noch viel Aufholbedarf. Siedlungsdruck und Infrastruktur wachsen. Deswegen will ­Eichinger handeln.

Zunächst brauche es ein Netzwerk, bestehend aus Landwirten, Imkern, Kommunen, Unternehmen oder privaten Gartenbesitzern. Dass sich die Gemeinden beteiligen, indem sie Flächen für das Projekt zur Verfügung stellen, erachtet Iglings Bürgermeister Günter Först (Freie Wähler) als notwendig. Aber: „Gibt es für das Projekt Fördermittel?“, wollte Först wissen. Kreisrat ­Benedikt Hager (CSU) sieht als Voraussetzung für einen Zuschuss „neue Lebensräume mit Dauerhaftigkeit“ an. Schafft man diese, da ist er sich sicher, „gibt es da auch eine Förderung.“

Hager, selbst Betreiber eines landwirtschaftlichen Hofes, nennt ein Beispiel, wie sich Landwirte in das Projekt einbringen können: Neben den Feldern, die er bewirtschaftet, lasse er in der Regel eine Blühfläche von rund drei Metern, die er nicht düngt. Ganze Felder extensiv zu bewirtschaften – dabei überlässt der Landwirt die Fläche vorwiegend der natürlichen Entwicklung – sei für die Artenvielfalt sicher förderlich. Tierfutter könne er daraus aber kaum ziehen. Und damit rechne sich das Feld für ihn nicht mehr.

An Gartennutzer appelliert ­Hager, den Rasen vor dem Haus nicht zu oft zu mähen. Auch dort könne dann eine Blühfläche entstehen, die für Insekten von großem Nutzen sei.

Für das „Jahr der Biene“ sprachen sich die Kreisräte des Umweltausschusses am Ende einstimmig aus. 30.000 Euro für Sach- und Personalkosten will Landrat Eichinger im Haushalt 2018 festhalten, um das Engagement für die Biodiversität voranzutreiben. Ob die Summe bereitgestellt wird, stellt sich erst in den Haushaltsberatungen heraus.

Marco Tobisch

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