Auf die nächsten 130 Jahre!

Die Sektion Landsberg des DAV blickt auf 130 Jahre zurück

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Nach wie vor üben die Berge auf die Menschen eine große Faszination aus. Der DAV Landsberg bietet Touren für jede Altersklasse und unterschiedliche sportliche Ansprüche an.

Landsberg – Es scheint, als käme die Landsberger Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) heuer gar nicht mehr aus dem Feiern raus. Gleich drei große Jubiläen stehen 2019 an: 150 Jahre DAV, 130 Jahre Sektion Landsberg und die Landsberger Hütte feiert ihr 90-Jähriges. Dass der Verein deshalb für den Sommer sogar ein ganzes Feierwochenende organisiert, ist selbstverständlich.

1869 fing alles an. Deutsche und österreichische Bergsteiger gründeten in München den Deutschen Alpenverein. Das Ziel: die touristische Erschließung der bayerischen Alpen. Von Anfang an war der DAV in Sektionen eingeteilt. Es sollte aber noch 20 Jahre dauern, bis sich auch in Landsberg eine bildete. Zu den Gründungsmitgliedern der Landsberger Sektion gehörten damals unter anderem ein königlicher Premierleutnant, ein Apotheker, ein Assistenzarzt, Privatiers und Rechtsanwälte. Alles Menschen, aus den damaligen „bürgerlichen“ Schichten. Heute ist das aber anders. Georg Schappele, 1. Vorsitzender der Landsberger Sektion, meint: „Der Verein ist ein Querschnitt durch die Gesellschaft.“ Vom anfänglichen „Oberschichtenverein“ ist also heute glücklicherweise nichts mehr übrig. Mittlerweile ist jeder willkommen. Und das macht sich nicht zuletzt an den Mitgliederzahlen bemerkbar. Waren es bei der Gründung noch 56, sind es 2019 schon über 6.300.

Aber nicht nur die Zahl der Mitglieder sondern auch deren Bedürfnisse haben sich deutlich geändert. „Damals gab es noch keine Freizeitkultur wie heute“, gibt Schappele zu bedenken. Und auch die vorhandenen Mittel seien andere gewesen. „Da hat man sich anfangs auch mit Rodeln begnügt.“ Aber mit Schlittenfahren überzeugt man heutzutage wohl nur noch die wenigsten Menschen. Deshalb musste sich der Verein immer wieder neue Angebote und Aktivitäten einfallen lassen. Während die ersten 100 Jahre Bergwandern und Skifahren im Mittelpunkt standen, sei in den letzten zehn bis 15 Jahren vor allem das Klettern immer populärer geworden, berichtet Schappele. Deshalb bietet der Verein mittlerweile diverse Kletteraktivitäten an – sowohl indoor in der Kauferinger Kletterei als auch draußen mit echtem Gipfelglück – auch auf dem Mountainbike.

1919 fand der erste Skikurs der Sektion statt. Und bis heute ist die Faszination, auf zwei Brettern eine weiße Piste runterzufegen, ungebrochen. Die Skischule kann sich jedes Jahr über rund 900 Teilnehmer freuen. 400 kommen dann noch bei den Skiausflügen dazu, erzählt Schappele. Allerdings bekommt das klassische Skifahren seit geraumer Zeit Konkurrenz. „Immer mehr Menschen wollen Schneeschuhwandern und Skibergsteigen.“

Längst hat sich der Verein aber auch in andere Richtungen entwickelt. Wer keine Lust auf Berge hat, kann seit 1975 sein Glück auch auf dem Wasser suchen. Damals traten der Landsberger Sektion begeisterte Wildwasserfahrer als Kajakgruppe bei. 2004 gab´s dann auch endlich eine eigene Kajakhütte direkt am Lech.

In 130 Jahren hat sich also viel getan. Und das scheint gut anzukommen. Wie Schappele erklärt, seien heute alle Altersgruppen im Verein vertreten. Von vier bis über 90 Jahre seien die Mitglieder. Das „dienstälteste“ Mitglied ist schon seit 84 Jahren dabei.

Um den Erfolg der Sektion, die im Landkreis vor Kaufering, Geltendorf und Ammersee die größte Sektion bildet, ordentlich zu feiern, hat sich der Verein einiges einfallen lassen. Am Wochenende vom 27. bis 29. Juni sind jede Menge Aktionen geplant. Vom Schnupperpaddeln auf dem Lech über Kletterparcours bis hin zu Suchspielen mit Lawinen-Verschütteten-Suchgeräten ist sicherlich für jeden was dabei. Das genaue Programm gibt die Sektion in den nächsten Wochen bekannt.

Allerdings ist das längst nicht das einzige Feierwochenende in diesem Jahr. Im September ist eine große „Party“ auf der Landsberger Hütte im Tannheimer Tal, Österreich, geplant. Die darf die Landsberger Sektion nämlich seit 1929, sprich seit 90 Jahren, ihr Eigen nennen.

Stephanie Novy

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