75 Jahre Olympia Filmtheater

Die Betreiberfamilie des Olympia Filmtheaters Landsberg im Jubiläumsjahr (von links): Sabine und Markus Maier, Klara Gilk, Andreas Crecelius-Echtler, Rudolf Gild und Claudia Crecelius-Echtler. Foto: kb

Ein dreivierteltes Jahrhundert hat das Olympia-Filmtheater hinter sich und zeigt sich im 75. Jahr seines Bestehens „frischer denn je“, so Betreiber Rudolf Gilk. Lebendig und modern, der Zeit angepasst präsentiere sich das „Traditionshaus, mit bequemen Polstersitzen, großen Reihenabständen, Dolby-Surround- Ton und digitaler Projektion, einschließlich 3D“. Das Olympia habe sich stets dem Zeitgeist angepasst, immer auf dem Stand der Technik. „Nur so“, sagt Rudolf Gilk, „konnte das Landsberger Kino alle Krisen überstehen.“

Es war der 27. März 1937, als das Landsberger Olympia Filmtheater seine Pforten öffnete. Die Menschen strömten. Es lief der neueste Willy Birgl-Film „Ritt in die Freiheit“. 60 Pfennig kostete der „Rasierplatz“, für 1,50 Reichsmark ging’s in die Loge. Die Lokalzeitung war voll des Lobes. „Das neue Lichtspiel-Theater wird in bester Weise den Anforderungen unserer aufstrebenden Stadt gerecht“, hieß es. „Der Innen­- raum ist schmuck und stimmungsvoll und die Vorführapparate neuester Konstruktion verbürgen eine einwandfreie Bild- und Tonwiedergabe.“ Auch die vorbildliche Heizungs- und Ventilationsanlage wurde gelobt. Nicht kleckern, sondern Klotzen war beim Bau die Devise, es war ja auch die goldene Zeit der Kinos.“ Noch bevor das Olympia gebaut wurde existierte bereits in Landsberg ein Kino, die Zederbräu-Lichtspiele. So war der Stadtrat anfangs gar nicht so sehr begeistert, dass nun noch ein Filmtheater entstehen sollte. Man war der Meinung: „Für eine Stadt mit knapp 10000 Einwohnern reicht ein Lichtspielhaus. Doch der Kinobetreiber aus Dillingen, Oskar Un­- söld, schaffte es mit Hilfe der Reichfilmkammer den Landsberger Bürgermeister letztlich zu überzeugen. Das Kulturleben der Lechstadt und der deutsche Film brauchen ein weiteres Kino und zwar einen Zweckbau, hieß es. Ein umfunktionierter Wirtshaussaal, wie die Zederbräu-Lichtspiele, waren offenbar nicht ausreichend. Später wuchs die Zahl der Kinos in Landsberg auf vier an: Zederbräu- sowie Stadttheater-Lichtspiele, Filmpalast am Bahnhof und eben Olympia-Filmtheater. Doch das große Kinosterben in den 50er und 60er Jahren hat sie dahingerafft. Die Konkurrenz Fernsehen machte vielen Kinos in der Bundesrepublik, so auch in Landsberg, den Garaus. Aus Lichtspieltheatern wurden meist Supermärkte. Das Olympia hat die mageren Zeiten überstanden und einen neuen Boom anfangs der 90er Jahre erlebt. Das alte Kino wurde völlig erneuert, aus einem Saal wurden zwei. Der Besucher konnte nun plötzlich zwischen mehreren Titeln wählen. Kamen die Filme früher erst Wochen und Monate nach dem Bundesstart ins Landsberger Kino, war nun auch das Olympia bei den Erstaufführungen dabei. Saßen die Besucher früher auf harten Sperrholzsitzen, gaben sie sich fortan nun auf Hochpolstersesseln dem Filmgenuss hin. Der Ton war nicht mehr Mono und verrauscht, Dolby-Digital-Surround hieß das neue Klangerlebnis. Fünf Tonkanäle geben dem Besucher das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Die Bildwand wurde vergrößert und ist mit seinen 50 Quadratmetern derzeit die größte im Landkreis Landsberg. Gute und schlechte Zeiten hat das Kino in der Adolf-Kolping-Straße erlebt. Im Jubiläumsjahr, am 75. Geburtstag, ist wieder mal alles offen was die Zukunft der Kinos insgesamt angeht. „Kürzere Auswertungsfenster, Filmpiraterie, DVD, Blue Ray und On Demand sind heute zu einer echten Bedrohung geworden“, so Betreiber Gilk. Und fügt mit Blick nach Kaufering und Penzing hinzu: „Dennoch schießen noch immer neue Multiplexe aus dem Boden und versuchen sich gegenseitig und allen anderen das Wasser abzugraben.“ Das Olympia-Filmtheater indes könne zum Glück auf einen festen Kundenstamm bauen, werde mit einer neuen Programm-Struktur, mit Sonderaktionen, Premieren und Events die Herausforderung annehmen. Denn Leidenschaft ist es, die die Betreiberfamilie Gilk am Landsberger Kino festhalten lässt. „Wir sind sehr zuversichtlich“, sagt Kinochef Rudolf Gilk, „dass sich stets Wege finden, um der Landsberger Innenstadt die Kult- und Kulturstätte Kino zu erhalten.“ Zum Geburtstag am 27. März wird der Film „Ein Hochzeitstraum“, ein Lustspiel mit Theo Lingen und Ida Wüst aus dem Jahre 1937 gezeigt. Dank der Murnau Stiftung konnten wir noch eine spielfähige Kopie dieses Uraltfilms bekommen. Dieser Streifen war einer der ersten Filme, die im neuen Olympia liefen. Der Eintritt ist frei. Der Kinderfilm „Das Haus der Krokodile“ und „Türkisch für Anfänger“ werden zu den Eintrittspreisen von damals gezeigt.

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