"In 20 bis 25 Jahren sind alle weg!"

Wenn’s doch um die Sicherheit geht… Cartoon: Pfeffer

Sie sind zum Teil wunderschön anzuschauen, ihre Kronen ragen nicht selten weit über die Fahrbahn und mancherorts bilden sie herrliche Alleen: Straßenbäume. Insgesamt 1674 stehen an den Kreisstraßen zwischen Lech und Ammersee. Doch dabei wird es nicht bleiben, die Kettensägen sind bereits geschärft. Grund: Der Landkreis Landsberg setzt laut Beschluss des Kreisausschusses die bundesweiten Richtlinien um, wie mit zu nah an Straßen stehenden Bäumen umzugehen ist.

Die überarbeitete „Richtlinie zum passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeugrückhaltesysteme (RPS)“ definiert unter anderem kritische Abstände, ab denen Bäume mit Leitplanken zu sichern oder nur noch in entsprechendem Abstand zur Straße gepflanzt werden dürfen. Wo zwischen 60 und 100 Kilometer pro Stunde gefahren werden darf, also an den Kreisstraßen, sind das 7,5 Meter; bei aufsteigender Böschungen weniger, bei abfallender mehr. Diese Abstände sind aber nur dann zu berücksichtigen, wenn eine Straße neu-, um- oder ausgebaut wird. "Alle verschwinden" Welche Auswirkungen dies auf die Straßenbäume im Landkreis hat, wird im Oktober zwischen Prittriching und Scheuring augenscheinlich. Wie Landrat Walter Eichner ausführte, müssen im Zuge des LL7-Ausbaues 52 Bäume der Kettensäge zum Opfer fallen. Eine Ersatzpflanzung unter Einhaltung des 7,5-Meter-Abstandes ist nicht möglich, weil die Straßennebenfläche im Eigentum des Landkreises nicht breit genug ist. Grundsätzlich sei es „schwierig bis unmöglich“, so Johannes Ried vom Tiefbaureferat, entsprechende Flächen zu erwerben. Ried: „Damit werden innerhalb von 20 bis 25 Jahren alle Bäume verschwinden, die nicht Bestandteil einer Allee sind.“ Was im Zuge von Landschaftspflege und Naturschutz bleibt, seien Ausgleichspflanzungen an Radwegen und Gewässern. Dafür setzt der Landkreis 1500 Euro pro Baum an, was Bestandteil des jüngsten Beschlusses war. An bestehenden Alleen sind die Auswirkungen der RPS bei weitem nicht so drastisch. Ist eine Lücke nicht größer als 100 Meter, darf auch direkt nachgepflanzt und ergänzt werden, ansonsten ist ein Abstand von 4,5 Meter vorgeschrieben. An der LL10 zwischen Dießen und Raisting sowie an der LL15 zwischen Landsberg und Ummendorf bilden Straßenbäume eine Allee. Sechs der insgesamt 23 Kreisstraßen sind laut Johannes Ried baumfrei. Werden sie neu-, um- oder ausgebaut sind fortan zwei Prozent der Bausumme zu investieren, um die Neuversiegelung gemäß dem bayerischen Naturschutzgesetz an anderer Stelle auszugleichen.

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