Nur noch ein schmales Plus

Jahresabschluss der Stadtwerke Landsberg schlechter als 2017

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Die Sanierung der Schlossberggarage im vergangenen Jahr war weitaus schneller abgeschlossen als geplant. Dennoch belastet sie die Bilanz der Stadtwerke mit einem Minus.

Landsberg – Der Jahresabschluss der Stadtwerke Landsberg ist nicht ganz so schlecht ausgefallen wie gedacht. Gut ist er trotzdem nicht. Mit einem Unternehmensplus von 266.550 Euro liegen die Kommunalwerke weit – über eine Million Euro – hinter dem des Vorjahres zurück. Der Gründe für die ‚Miesen‘ sind drei: die Parkgaragen mit einem Jahresergebnis von knapp 880.000 Euro im Minus. Die Stromversorgung, bei der die Stadtwerke heuer weniger elektrische Eneregie selbst produzieren konnten. Und natürlich das schon gewohnheitsmäßige Halb-Millio­nengrab Inselbad.

Die Parkgaragen sind allerdings für die Stadtwerke immer Garant für Minusbeträge. „Normal sind es rund 200.000 bis 300.00 Euro“, sagt der Kaufmännische Leiter Christoph Lange. Dass das Ergebnis 2018 besonders im Keller ist, liegt an der Sanierung der Schlossberggarage: Kosten dafür: 3,5 Millionen Euro. Dazu müsse man aber noch die Gebühren-Einbußen aufgrund der Schließung rechnen – auch wenn Lechgarage und Waitzinger Wiese hier gut ausgeholfen hätten: „Bei der Lechgarage hatten wir fast 100 Prozent Auslastung“, rechnet Kommunalwerksleiter Norbert Köhler. Eine Parkplatznot habe er nicht spüren können. Eine weitere Garage unter dem neuen Jugendzentrum müsse nicht auf Biegen und Brechen gebaut werden.

Das Stromgeschäft macht einen Großteil der Erträge bei den Stadtwerken aus. 2018 waren es gut 22 Millionen Euro – also über 60 Prozent des Gesamt­ertrags, der bei rund 35 Millionen Euro liegt. Dass gegenüber dem Vorjahr statt einem Plus von rund 300.000 Euro heuer ein Minus von 250.000 Euro unterm Strich steht, liege mit an der notwendigen Revision der Maiermühlen-­Turbine. „Sie war mehr als vier Monate nicht in Betrieb“, sagt Lange. Weshalb mit der Turbine in diesem Jahr statt einer Million Kilowattstunden nur gut die Hälfte an Strom erzeugt werden konnte – monetär ein Minus von gut 160.000 Euro. Ein empfindlicher Ausfall, bedenkt man, dass die gesamte Stromerzeugung der Stadtwerke bei gerade mal zwei Millionen Kilowattstunden liegt.

Verkauft haben die Stadtwerke allerdings weitaus mehr Strom: 48 Millionen Kilowattstunden. Den muss das Kommunalunter­nehmen zukaufen. Und die aktuell stark steigenden Strompreise, 2018 seien es 50 Prozent gewe­sen, spüre auch das Unternehmen, sagt Lange: „Unsere Gewinnmarge sinkt dann dramatisch.“ Der teurere Stromeinkauf mache rund zwei Drittel des Verlustes aus, den das Kommu­nalunternehmen im Vertrieb 2018 verbuchen muss. Das verbleibende Verlustdrittel rechnet Lange dem Personalaufbau zu, der vor allem im Bereich Geschäftskunden stattfinde. Dennoch sind Lange und Köhler zuversichtlich: „Wir wachsen noch, entgegen dem allgemeinen Trend“, konstatiert Köhler. Verlören die in Landsberg insgesamt 140 Stromlieferanten immer mehr Kunden, könnten die Stadtwerke noch ein Kundenplus verbuchen.

Gewinne habe man mit Nebengeschäften gemacht, Dienstleistungen für die Stadt, der Betriebsführung für Was­ser-Zweckverbände, durch Vermietung oder Verpachtung und mit dem Glasfasernetz.

Ein finanziell ebenso positiver Bereich sind die ‚Monopol-Bereiche‘ Entwässerung und Wasserversorgung mit einem Plus von knapp 900.000 Euro beziehungsweise 700.000 Euro. Wobei in diesem Bereich kostendeckend gewirtschaftet werden muss. Lediglich ein Mindestgewinn ist erlaubt, der zur Instandhaltung notwendig ist. Die Idee, ein defizitäres Inselbad durch höhere Wassergebühren zu finanzieren, ist also nicht realisierbar. Bis 2020 sind in den Wassergebühren beispielsweise noch 20 Cent pro Liter enthalten, die eine vorherige Kostenunterdeckung ausgleicht. „Wird jetzt 2020 neu kalkuliert, fallen diese 20 Cent erst einmal weg“, sagt Lange. Was nicht heißt, dass die Gebüren sinken. Andere Ausgaben, wie steigende Baukosten für beispielsweise neue Brunnen, müssen ebenso eingerechnet werden.

Beim Thema Trinkwasserversorgung ist Köhler zuversichtlich: „Wir müssten das Wasser haben.“ Der Grundwasserpegel liege momentan höher als 2018 – von einem „Auffüllen“ könne man aber nicht reden. Dazu habe es trotz Starkregen zu wenig Niederschlag gegeben. Und vom Lech könne wegen dessen Tiefe auch kein Uferfiltrat ins Grundwasser abfließen. Neue Brunnen seien im Westen geplant (der KREISBOTE berichtete). Und die Zusammenarbeit mit Wasseranbietern der angrenzenden Kommunen sei auch am Werden, sagt Köhler: „Wir sind im Gespräch mit Buchloe.“

Und das Inselbad? Nichts Neues. Man mache, was notwendig sei, sagt Köhler. Für die ganz große Sanierung fehlen aber die Mittel.

Susanne Greiner

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