Gemeinsam für Alt und Jung

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Die neue Vorstandschaft von „GemEINSAM“ ist die alte: Elisabeth Tietjens, Verena Rumberg, Andreas Böttcher, Irmtraud Gruber, Barbara Schubert, Dagmar Näther und 1. Vorsitzender Peter Raithel (v.links).

Schondorf – Dem Großteil der Bewohner in den Gemeinden des Ammersee-Westufers geht es relativ gut. Und denjenigen, die aus Gründen wie auch immer nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, wird in Notsituationen oder bei finanziellen Engpässen geholfen. Das macht seit 1995 in vorbildlicher Weise der Verein „GemEINSAM“ mit seinen derzeit 253 Mitgliedern und vielen großzügigen Spendern. Über die Aktivitäten des letzten Jahres wurde ihnen in der Jahreshauptversammlung im bis auf den letzten Platz besetzten Sitzungssaal des Schondorfer Rathauses Rechenschaft abgelegt.

Peter Raithel, der unermüdliche Motor des gemeinnützigen Vereins, konnte erfreut den Kontostand zum 31.12.2015 bekannt geben: 59.027 Euro, mit denen wieder viel bewegt wird. Durch die Mitgliedsbeiträge kamen 21.313 Euro zusammen, durch Spenden von Firmen, Bürgern und Aktionen aus der Region nochmals 21.000 Euro. Ob das Sammersee-Festival, der Lese- und Musiknachmittag der CSU, der Edeka-Markt oder die Sparkassen-Stiftung – alle unterstützen den Verein, der mit nicht einmal drei Prozent Verwaltungskosten auskommt.

Bei akuten Einzelfallproblemen oder vorübergehenden finanziellen Engpässen konnte mit einmaligen Geldleistungen oder längerfristigen zinslosen Darlehen geholfen werden. Peter Raithel bemerkte hierzu erfreut, dass die Rückzahlung bei den Darlehen „planmäßig“ läuft, was die Dankbarkeit der Leute für diese unbürokratische Hilfestellung beweist. Die sieben Darlehen im letzten Jahr bezeichnete er als „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Die Aufzählung der geleisteten Einzelfallhilfen zeigte die ganze Vielfalt von Notsituationen, bei denen GemEINSAM einspringt. Da wird von verzweifelten älteren Mitbürgern die angemahnte Stromrechnung oder die Nebenkostennachzahlung übernommen, da bezuschusst man die Klassenfahrt für ein Schulkind, da übernimmt man begleitende medizinische Maßnahmen für einen Krebskranken oder für eine Dame den Eigenanteil für den Krankenhausaufenthalt, da wird die Reparatur eines Wasserschadens bezahlt oder ein defekter Kühlschrank ersetzt. „Auch bei uns nimmt die Altersarmut merklich zu“ meinte Peter Raithel und ermunterte gleichzeitig: „Wenn Sie in Ihrem Umfeld solche Menschen kennen, erzählen Sie ihnen bitte, wie sie anonym von uns Hilfe bekommen können!“

Besonders stolz ist man auf das „Sozialmobil“, einen vereinseigenen Ford Focus Diesel mit dem fest angestellten Fahrer Gunnar Hannich. Er chauffiert werktags hilfsbedürftige und ältere Menschen vom Ammersee-Westufer zum Arzt, zu Behörden, zum Einkaufen oder zur Tafel. Wie wichtig dieser Service ist, zeigt die Zahl von 1.627 Fahrten mit 39.000 Kilometern im letzten Jahr. Für die Personalkosten kommen neben dem Verein auch die Karwendelwerke Exquisa, die Bert-Fanselau-Stiftung und Horst Biallo & Team auf. Ebenso die Gemeinden Eching, Greifenberg, Schondorf, Utting, Dießen und Windach, wobei Peter Raithel dieses gemeindeübergreifende Projekt ausdrücklich als nachahmenswertes Beispiel herausstellte. Den Fahrdienst für Menschen mit Hilfebedarf kann man übrigens über die Telefon-Nummer 0170/8961302 kontaktieren.

Eine wichtige Aufgabe sieht GemEINSAM in der Nachbarschaftshilfe Schondorf, über die Gertraud Huber berichtete. 17 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer kümmern sich hier um ältere Mitbürger, sei es mit Besuchen, Arztbegleitungen oder mit der Erledigung von Einkäufen.

Nicht nur Senioren stehen auf der Agenda von GemEINSAM, auch für zwei- bis dreijährige Kids ist man in den Kinderparks Utting, Windach und Greifenberg aktiv. Vorstandsmitglied Verena Rumberg, zuständig für die Kinderbetreuung, betonte die Dankbarkeit der Eltern, die dadurch stundenweise Freiräume bekämen. Und für die Kinder seien die sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen nicht zu unterschätzen. Über die Betreuungszeiten können sich interessierte Eltern erkundigen über Telefon 08806 / 95 92 99.

Natürlich unterstützt GemEINSAM auch die Flüchtlingshilfe im Netzwerk Asyl. So wurde für eine syrische Familie ein Holzofen gekauft, nachdem sie in Schondorf eine Wohnung bekommen hat. Für Grundschulkinder aus Flüchtlingsfamilien wurden Aufwendungen für Schulausflüge übernommen. Pro Jahr werden bis zu 1.000 Euro für Auslandsprojekte gespendet. So hat man 2015 für Frauen in Nepal zwei Wasserbüffel gekauft, was für sie das Ende der harten Tagelöhnerarbeit bedeutet. Heuer plant man den Bau von Brunnen in Kolumbien, wo zwischen Schondorf und Puerto Leguizamo eine Klimapartnerschaft besteht.

Bei so vielen positiven Berichten war die fällige Vorstandswahl eine reine Formsache. Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig für die nächsten zwei Jahre in ihren Posten bestätigt. Wer sich umfassend über den Verein GemEINSAM informieren möchte, kann dies über die Website www.gemeinsam-ammersee.de tun.

roe

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