Jetzt kommen die "Jungen" – Führungswechsel bei der CSU Landsberg: Harry Reitmeir ist neuer Ortsvorsitzender

Ein wenig schmunzeln mussten die Mitglieder des CSU-Ortsverbandes schon als Harry Reitmeier erklärte, dass nun auch auf Kommunalebene die Jungen nachrücken. Reitmeir wurde vergangene Woche zum neuen Vorsitzenden des CSU-Ortsverbandes gewählt. Der 41-Jährige ist aber nur fünf Jahre jünger als sein Vorgänger Dr. Benedikt Ball, der dem Verband als einer von drei Stellvertretern erhalten bleibt. Der neue Ortsvorstand ist ein männlicher – keine Frau wurde gewählt. Von den 50 Anwesenden wurde bei der Versammlung Stehvermögen verlangt: Schriftführer, Schatzmeister, Beisitzer, Kassenprüfer und die Vertreter im Kreisverband standen ebenfalls zur Wahl.

Auf die zweijährige Amtszeit als Vorsitzender des 184 Mitglieder starken Ortsverbandes und seine neuen Aufgaben freute sich Reitmeir und versprach: „Nicht alles wird sich ändern, aber einiges.“ Er wünscht sich eine gute Mischung aus Alt und Jung im Verband. Mit den Menschen soll die CSU vor Ort noch mehr ins Gespräch kommen und sie informieren. Den Verbandsmitgliedern möchte er ein ausgewogenes Verhältnis zwischen politischer Information und Geselligkeit bieten. Ex-Vorsitzender Dr. Ball sei in der Krisenzeit ein guter Steuermann gewesen, erklärte Reitmeir. Dr. Benedikt Ball selbst zog in seinem persönlichen Resumée von 2007 bis 2009 ebenfalls eine positive Bilanz: „Mir ist die Aufgabe gelungen, die CSU Landsberg in ein ruhiges Fahrwasser zu bringen.“ In den vergangenen Jahren hatte der Ortsverband nicht gerade mit Einigkeit geglänzt. Der Ex-Vorsitzende formulierte noch einmal, worauf es ihm in der Partei ankommt: Kommunikation, Struktur sowie Unterstützung durch „Basisarbeit“ und finanzielle Hilfe. Der jetzige stellver- tretende Vorsitzende bedankte sich bei allen Amtsträgerin und Mitgliedern und ehrte langjährige CSU-Mitglieder für ihr Engagement. Nichts mitbekommen? Nicht einverstanden mit Dr. Balls Fazit zeigte sich Verbandsmitglied Michael Kemeny: In seiner Wortmeldung kritisierte er dessen Arbeit. Die Kommunikation zwischen Vorstand und Mitgliedern sei unzureichend. Auch an Information würde es mangeln: „Ich habe nichts mitbekommen.“ Kemeny mutmaßte, dass in Zukunft noch mehr Mitglieder den Verband verlassen würden als dies bisher schon ge- schehen sei. Der 26-jährige Jurist Alexander Winkler, der neben Dr. Ball und Mathias Neuner zum stellvertretenden Ortsvorsitzenden gewählt wurde, entkräftete Kemenys Kritik. Im Vergleich zu früher habe sich im Ortsverband vieles geändert. Das Gesprächsverhalten untereinander sei viel besser geworden. Mit dem vor Kurzem zum CSU-Generalsekretär ernannten Alexander Dobrindt wehte dann Berliner Luft im Ortsverband, den Dobrindt als „lieb gewordene Basis“ bezeichnete. Er bedankte sich bei Dr. Ball für die Unterstützung. Mit Blick auf die Landtagswahl ’08 und die Bundestagswahl im September sagte Dobrindt: „Wir müssen aus den letzten Jahren lernen. Unser Ziel muss sein, die modernste und offenste Partei zu werden.“ Getreu dem CSU-Motto „Näher am Menschen“ müsse man sich in der Mitte der Gesellschaft halten und sich dort auch auf Veränderungen einstellen. Dobrindt möchte, dass die Partei mit engagierten Gruppen auch über die Partei hinaus, zum Beispiel mit Ehrenamtlichen in Sport, Kultur und Wirtschaft zusammenarbeitet. Wie Dobrindt ergriff auch Landrat Walter Eichner in einer der Zählpausen der vielen Wahldurchgänge das Wort. Eichner bat dabei den designierten CSU-Generalsekretär die Bedeutung der am 7 Juni anstehenden Europawahl kundzutun, damit die CSU „nicht als Provinzpartei dastehe“. Dann rückte der Landrat aktuelle Probleme des Landkreises in den Blick und sprach die Diskussion um die Wertstoffhöfe an. Der Kreisausschuss wird im April darüber abstimmen, ob der Landkreis beim Bringsystem bleiben wird. Kürzlich hatte sich der Umweltausschuss für die Beibehaltung des Bringsystems ausgesprochen, bei dem die Bürger Wiederverwertbares selbst zu den Wert- stoffhöfen bringen. Eicher plädiert ebenfalls für dieses „alte“ System. "Neue Amtsträger" Gewählt wurden: Ortsvorsitzender Harry Reitmeir; Stellvertreter Mathias Neuner, Dr. Benedikt Ball und Alexander Winkler; Schriftführer Rüdiger Riedrich; Schatzmeister Michael Maas; Beisitzer Alexander Dorow, Bernhard Ott, Uwe Webers, Sigrid Knollmüller, Monika Ernst-Drabner, Rudi Pohl, Herbert Binek, Heike Roletschek und Stefan Seidl; Kassenprüfer: Alois Filser und Klaus Hauptmann. Der nächste Termin für die Mitglieder der CSU Landsberg ist laut dem Ortsvorsitzenden Harry Reitmeir der Frühlingsempfang am Sonntag, 22. März, in Landsberg.

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