Mit digitalen Medien per Du

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Mehr Flexibilität im Unterricht: Deutschlehrerin Anita Riedelsheimer projiziert ein Internetfoto an die Wand: per Kurzdistanzbeamer, der mit Dokumentenkamera und internetfähigem Computer zur Standartausrüstung im DZG gehört

Landsberg – Deutschstunde im DZG. Lehrerin Anita Riedelsheimer sucht an ihrem Computer im Internet nach einem passenden Bild zur Lerneinheit: Eine Abbildung bunter Blätter wird per Kurzdistanzbeamer an die Wand geworfen. Riedelsheimer hätte auch ein ausgedrucktes Bild per Dokumentenkamera verwenden können. „Wir sind durch die Medienausstattung in der Unterrichtsgestaltung viel spontaner und flexibler geworden“, erzählt die Lehrerin. Aber am wichtigsten für gutes Lernen bleibe der Austausch zwischen Schüler und Lehrer.

Beamer, Kamera und Computer stehen in jedem Klassenzimmer, in der Bibliothek gibt es Computer, die Klassenstufen 11 und 12 haben jeweils auch noch einen Computerraum für sich: Erst vor Kurzem hat das Dominikus-Zimmermann-Gymnasium (DZG) als eine von bisher 120 Schulen in Bayern die begehrte Auszeichnung zur „Referenzschule für Medienbildung“ erhalten. Es ist damit im Landkreis Landsberg die bisher erste Schule, die dieses Prädikat führen darf. 

Vor zwei Jahren bewarb man sich mit Erfolg bei der Aktion des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kunst. Anita Riedelsheimer und zehn weitere Lehrer aus den unterschiedlichen Fachbereichen erarbeiteten einen Medienentwicklungsplan. Darin ist zum Beispiel festgelegt, was in der fünften Klasse bezüglich Internetrecherche gemacht wird, sodass sich der Lehrer in der folgenden Klassenstufe ein bestimmtes Wissen voraussetzen kann. Und dann ging es darum, diesen Plan zu realisieren. „Wir versuchen, die Schüler für Medien sensibel zu machen“, erklärt Riedelsheimer. Es gehe zum Beispiel um den verantwortungsvollen Umgang mit Daten, speziell Fotos, oder auch darum, festzustellen, ob die vom Schüler recherchierten Quellen vertrauenswürdig sind. 

Schulleiter Bruno Bayer beschreibt drei Pfeiler, auf denen das Projekt beruht: „Die technische Ausstattung war nach der Generalsanierung schon größtenteils gegeben.“ Am wichtigsten sei der Medienentwick- lungsplan gewesen, in dem es auch um die sinnvolle Nutzung der Geräte gehe, „effizient und effektiv“. Natürlich müsse darin auch enthalten sein, dass man über Vor- und Nachteile der Medien generell nachdenke. Schließlich sei noch die schulische Fortbildung für die Lehrkräfte wichtig, die von externen Beratungslehrkräften begleitet werde. 

Jeder Schüler am DZG bekommt eine sogenannte „digitale Schultasche“ in Form eines USB-Sticks mit darauf gespeicherten, einheitlichen Programmen. „So kann jeder zu Hause ein Referat vorbereiten, ohne dass wir Probleme mit unterschiedlicher Software haben“, erzählt der Schulleiter. Angst vor Viren habe er nicht, „die Kontrollprogramme sind da effektiv“. Die Schüler seien inzwischen von zu Hause aus im Umgang mit Medien geübt: „Manchmal zeigt auch ein Schüler dem Lehrer, wie es funktioniert“, gibt Bayer lachend zu. 

Die meisten Lehrer seien laut Bayer bereit, das Medienkonzept zu verfolgen und selbst mitzugestalten, aber „es gibt auch ein paar, die das nicht so spannend finden“. Natürlich sei der Lehrer immer noch am wichtigsten, was den Lernerfolg angehe: „Wir verlieren uns nicht in einer Medieneuphorie, auf die Mischung kommt es an.“ Weshalb auch in jedem Raum eine normale Tafel hängt und es im Computerraum noch den klassischen Schreibtisch ohne Computer gibt. 

Eine wichtige Rolle spielt das DZG auch für den Landkreis: Es soll im Schneeballsystem andere Schulen im Bereich Medienbildung unterstützen. Auch wenn das nach Bayers Meinung für staatliche Schulen nicht ganz so einfach ist: „Denn finanziell gibt es bei diesem Projekt keine besondere Förderung vom Staat.“

Susanne Greiner

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