Gegen Lärm und Abgase

Jetzt rumort es auch in Dießen

Blitzer am Dießener ortsausgang
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Weil auf der das Ammersee-Westufer begleitenden Staatsstraße auch innerorts oft zu schnell gefahren wird, ist die mobile Blitzanlage des „Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberland“ vermehrt im Einsatz– hier an der Ortseinfahrt Dießen aus Richtung Riederau.
  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Dießen – Nicht nur Schondorfer und Uttinger stöhnen wegen zu hohem Verkehrsaufkommen, Temposündern im Ortsbereich, Lärm- und Abgasbelastung, fehlenden Fußgängerampeln oder Radwegen. Auch in Dießen gibt es verkehrstechnisch einiges zu verbessern. Gemeinderätin und Mobilitätsreferentin Gabriele Übler (Grüne) stellte im Gremium eine Themensammlung vor, an der neben der Ausschussgemeinschaft (BP, UBV und Die PARTEI) auch der Seniorenbeirat mitgewirkt hat. Sie soll Grundlage für eine Verkehrsschau sein, an der das für die Staatsstraßen zuständige Staatliche Bauamt Weilheim, das Landratsamt Landsberg sowie die Polizeiinspektion Dießen teilnehmen werden.

Von den 15 vorgestellten Verbesserungsvorschlägen fielen zwei Drittel gleich durch, auch weil sie zum Teil schon in früheren Sitzungen als nicht praktikabel abgelehnt wurden. So zum Beispiel die Reduzierung der Parkplätze vor der Hofpfisterei in der Prinz-Ludwig-Straße oder eine Fußgängerampel in der Herrenstraße auf Höhe der Schützenstraße. Hier hatte man bereits 2017 eine provisorische Ampel aufgestellt, die aber die erforderlichen Querungszahlen selbst in Spitzenstunden nicht erreichte. Auch eine Temporeduzierung im Abschnitt der Weilheimer Straße bei der Ortsaus- bzw. einfahrt gegenüber dem Schacky-Park fand kein Gehör.

Für die Geschwindigkeitskontrollen sei hier der „Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland“ zuständig. Der ist mit seiner mobilen und in beide Richtungen blitzenden Anlage sowohl bei der Ortseinfahrt aus Richtung Riederau als auch bei der Ausfahrt Richtung Fischen vermehrt unterwegs. Mit Blick auf die schmale und zum teil hängende Straßensituation der langgezogenen Kurve zwischen Dettenhofen und Obermühlhausen wurde eine Temporeduzierung von 100 auf 70 km/h vorgeschlagen, aber vom Bauausschuss verworfen.

Gehör fand allerdings der Antrag des Seniorenbeirats, die 30 km/h-Zone in Herrenstraße und Hofmark bis zur Johann-Michael-Fischer-Straße oder gar bis zum Netto-Markt an der Fritz-Winter-Straße zu verlängern. Schulen, schmale Gehwege, Bushaltestellen und viel Verkehr würden hier für eine unübersichtliche Straßensituation sorgen. Die Verwaltung wird nun prüfen, ob diese Erweiterung der 30er-Zone möglich ist.

Erfolgversprechend ist der Vorschlag der Ausschussgemeinschaft, in der Johannisstraße auf Höhe von Kapellenweg, Tiefenbachstraße oder Krankenhausstraße eine „zu holende“ Fußgängerampel als Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer zu installieren. Damit würde der Weg vom See, Bahnhof und der Fischerei in Richtung oberer Ort und zurück insbesondere für Schulkinder wesentlich sicherer.

Seit Jahren fordern Riederauer und Besucher des Strandbades eine Fußgängerampel an der unübersichtlichen Kurve beim Bahnhof. Besonders vom oben liegenden Parkplatz in Richtung Bahnhof oder See ist die Überquerung gefährlich. Wegen der Kurvensituation sei hier laut Gemeinderat Franz Sanktjohanser keine Ampel möglich, wohl aber auf der Seiboldstraße in Höhe der Gartenstraße. Der Bauausschuss empfahl die Prüfung durch Verwaltung und Staatlichem Bauamt. Dabei kommt auch der Vorschlag auf den Tisch für eine Querung der Weilheimer Straße in Richtung des Fahrradweges nach Raisting. Gerade in der Hauptsaison ergeben sich hier brenzlige Situationen, wenn Gruppen von Radausflüglern zwischen den in der Regel zu schnell fahrenden Autos über die Straße huschen.

Trotz möglicher Abhilfen bei den Problemen in Dießen, Utting und Schondorf wird sich das Verkehrsaufkommen am Ammersee-Westufer nicht reduzieren. Berufspendler und Familien aus entfernt gelegenen Ortsteilen sind auf Auto und oftmals Zweitwagen angewiesen, auch wegen des spärlichen ÖPNV-Angebots. Da helfen gut gemeinte Mitfahr-Bankerl oder die Förderung von Lasten-E-Fahrrädern wenig.

Die Anzahl von 82.970 angemeldeten Autos und 11.878 Motorrädern im Landkreis Landsberg mit 121.000 Einwohnern spricht Bände (Stand 1. Januar 2021). Knapp 68 Prozent aller Bürger haben demnach einen Pkw. Damit hat der Kreis Landsberg laut Kraftfahrt-Bundesamt in der Pkw-Dichte bundesweit einen Spitzenplatz.

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