Ratsbegehren wird umgesetzt

Jetzt werden in Eching die Mücken gezählt

Ratsbegehren zur Mücken-Bekämpfung im November 2019.
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Genauer Beobachter war Echings Bürgermeister Siegfried Luge (stehend) beim Ratsbegehren zur Mücken-Bekämpfung im November 2019. Nach eineinhalb Jahren begann man jetzt mit dem Monitoring der Mücken-Population.Foto: Roettig
  • Dieter Roettig
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Eching – Bereits im November 2019 hatten sich 79,53 der stimmberechtigten Echinger bei einem Ratsbegehren für Maßnahmen zur Mückenbekämpfung ausgesprochen. Aber erst jetzt macht die Gemeinde mit einer Zählaktion den ersten Schritt, um bei einer Mücken-Überpopulation mit dem Segen der Behörden aktiv zu werden. An sechs Stellen im Gemeindebereich wurden Fallen aufgestellt, für deren Auswertung Dr. Silke Göttler zuständig ist, „Stechmücken-Überwachungsprojektleiterin“ des Fallen-Herstellers Biogents.

Letztendlich wird das Ergebnis ihres bis zum Herbst geplanten Monitorings darüber entscheiden, ob man „in besonders Mückenreichen Sommermonaten die Genehmigung bei der Oberen Naturschutzbehörde zur Ausbringung des Bakterienextraktes BTI (Bacillus Thuringiensis Israelensis) auf den als Mückenbrutstätten festgestellten Überschwemmungsflächen durch Drohnen oder Handspritzgeräte beantragen darf“, wie die umständliche Formulierung auf dem Wahlzettel des Ratsbegehrens lautete.

Die Firma Ökon GmbH wurde vom Echinger Gemeinderat mit der Analyse beziehungsweise Brutstättenkartierung und der eventuellen Antragstellung bei den Behörden beauftragt. Eching ist damit die erste Gemeinde, die aktiv gegen die Mückenplagen vorgehen will. Bürgermeister und Gemeinderäte der anderen Westufer-Gemeinden Schondorf, Utting und Dießen sind bis dato gegen eine Mückenbekämpfung. Sie wollen keinen nachhaltigen Eingriff in den Naturhaushalt.

Trotzdem dauerte es dem Verein „Mückenplage? Nein danke!“ und seinem Vorsitzenden Rainer Jünger zu lange, bis man nach dem eindeutigen Ergebnis des Ratsbegehrens aktiv wurde. Man habe Bürgermeister Luge aufgrund der Erfahrungen tatkräftige Unterstützung angeboten, die aber nicht angenommen wurde. Vielmehr habe man die Besprechungen mit der Firma Ökon in nichtöffentlichen Gemeinderatssitzungen abgehalten und keine Informationen herausgegeben. Dem widerspricht Bürgermeister Luge. Man habe in der letzten Sitzung sehr wohl bekanntgegeben, dass im Mai das Monitoring beginne. Sechs Gemeinderäte hätten sich zudem freiwillig gemeldet, um die aufgestellten Fallen zu betreuen.

Rainer Jünger hofft nicht, dass man sich heuer wieder mit Moskitonetzen, Schutzkleidung und Mückenmitteln eindecken muss. Denn mit Schaudern erinnern sich die Echinger noch an den Sommer 2017 mit einer extremen Mückenplage. Besonders aggressiv gingen da die Stechviecher auf ihren Blutbeutezug in Biergärten, auf privaten Terrassen und auf der Liegewiese am See, wo manche Kinder am Abend wie Streuselkuchen aussahen.

Eching sei eine „Hochburg für Mücken.“ Die Überschwemmungsmücken legen dabei ihre Eier bevorzugt in den Hochwasserflächen des Ampermooses ab. Wird die Fläche durch starken Regen oder Hochwasser überschwemmt, schlüpfen binnen weniger Tage Millionen Stechmücken und beginnen ihre ‚gnadenlose‘ Jagd auf Menschen. Vor allem nachmittags und abends, bei hoher Luftfeuchtigkeit und in beschatteten Gebieten, treten sie dann massenhaft in Schwärmen auf.

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