Zwei Schulen für Baader

Zwei Schulen, ein Name

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Der Ortsname an der Fassade wird verschwinden; stattdessen wird dort bald Johann-Baptist-Baader-Schule zu lesen sein. Und genauso soll’s in Rott sein.

Fuchstal/Rott – Der gleiche Name für zwei Schulgebäude im südlichen Landkreis Landsberg. Sowohl an der Mittelschule in Rott als auch in Fuchstal – wird an der Fassade bald ein Schild mit dem Namen Johann-Baptist-Baader-Schule angebracht. So hat es die Verbandsversammlung einstimmig beschlossen. Beide Mittelschulen bilden seit Herbst 2016 einen Verbund, wo 300 Kinder und Teenager unterrichtet werden.

War das Votum im Gremium der Bürgermeister einstimmig, so hatte es im Vorfeld doch unterschiedliche Ansichten gegeben. Vehementer Befürworter der Namensgebung war der Vilgertshofener Rathauschef Dr. Albert Thurner. Er ist im Arbeitskreis Kultur in Seestall aktiv und hat sich zusammen mit einigen Mitstreitern dafür stark gemacht, den Namen des vor 300 Jahren in Lechmühlen geborenen bedeutenden Malers Johann Baptist Baader wieder ins Bewusstsein zu rufen. Dr. Walter Reitler vom Arbeitskreis hatte neulich bei einem Festakt in Seestall (wir berichteten) den zweifelhaften Ruf des Malers vom Lech wieder ins rechte Licht gerückt.

Wäre dieser Abend nicht gewesen, dann hätte er „die Kollegen eigens ins Gebet genommen“, um die Namensgebung für die Schulen zu erreichen, sagte Thurner im Gespräch mit dem Landsberger KREISBOTEN. Nachdem die Bezeichnung Mittelschule Fuchstal-Rott an höherer Stelle nicht erwünscht sei, habe man, so fährt Thurner fort, jemanden gebraucht, der „den Brückenschlag hinbringt“. Und da kämen aus der Region nur wenige Persönlichkeiten in Frage, zumal es früher zwischen den Gemeinden bzw. Schulen auf der schwäbischen Seite des Lechs und auf der bayerischen Seite nicht allzu viele Verbindungen gegeben habe.

Der Name Johann-Baptist-Baader-Schule passe, weil der Kunstschaffende vom Lechrain der einzig nennenswerte Maler in dieser Zeit aus dem Landsberger Raum gewesen sei. Auch sei er, wie bei dem Festabend in Seestall klargestellt wurde, „gut ausgebildet“ gewesen, was für eine Schule thematisch stimmig sei. Zudem sei Baader ein seriöser Landsmann gewesen. Werke von ihm finden sich in sechs der neun Gemeinden des Schulverbands. Thomas Herbst meinte bei der Verbandsversammlung zur Namensgebung kurz und bündig, das passe „perfekt“.

Ob das Bürgermeister Erwin Karg auch so sieht? Er hat auf der Versammlung zwar zugestimmt. Doch für die Mittelschule in Fuchstal hätte ihm der Name Josef Schöner besser getaugt. Dieser war von 1972 bis 1990 Bürgermeister in der Gemeinde und hatte dafür gekämpft, dass die Schule sich am Standort Fuchstal – und nicht in Denklingen – entwickelt hatte. Die Straße im Osten Leeders, die an der Mittelschule vorbeiführt, trägt bereits Schöners Namen.

Doch Karg sieht es ohne Anspannung, dass seine Idee keine Unterstützung fand. Es käme in der Politik wie im Leben auf die wesentlichen Dinge an. Die Namensgebung sei bei ihm auf der Prioritätenskala eher unten angesiedelt. Nach dem Votum in der Verbandsversammlung müssen der Elternbeirat, die Schülermitverwaltung und die Lehrerkonferenz der Namensgebung noch zustimmen.

Thema auf der Verbandsversammlung war auch der Haushalt 2017 für den Verbund der zwei Mittelschulen. Der hat, wie Vorsitzender Quirin Krötz (Rott) und Kämmerer Gerhard Schmid von der VG Fuchstal erklärten, ein Volumen von zirka 1,4 Millionen Euro. Im Oktober 2016 waren es 300 Kinder, zum selben Zeitpunkt des Vorjahres waren es 25 mehr. Die wesentlichen Ausgaben sind die Schülerbeförderung (362.000 Euro), die Abschreibung an den zwei Gebäuden sowie die Kosten fürs Personal (nicht die Lehrer; die bezahlt der Staat). 

Johannes Jais

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