Helfen aus Freude

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Neben Bürgermeister Herbert Kirsch und seinem Vize Peter Fastl (hinten) beglückwünschten auch zahlreiche Gemeinderatsmitglieder und Repräsentanten der örtlichen Vereine den Jubilar Josef Seefeelder (Mitte). Mit im Bild (v. links) Hannelore Baur, Christine Stedele (Ortssprecherin) und Franz Kubat.

Dießen – Für seine kommunalpolitischen, sozialen und kulturellen Verdienste wurde Josef Seefelder aus Obermühlhausen in diesen Tagen mit dem goldenen Ehrenring Dießens und der dazugehörigen Urkunde ausgezeichnet. Und weil der Ringträger am Tag seiner Auszeichnung auch 90. Geburtstag feierte, spendierte die Marktgemeinde eine riesige Geburtstagstorte mit dem Konterfei des Jubilars.

Ein Geschenk, das an die zahllosen Schützenscheiben erinnerte, die der passionierte Dekorationsmaler in den letzten Jahrzehnten mit Portraits von regionalen Schützenmeistern – meist vor historischem Hintergrund – bemalte, ehrenamtlich versteht sich. Ehre, das ist ein Begriff, den Josef Seefelder im klassischen Sinne versteht. Ehre bedeutet für ihn, ehrenamtlich tätig zu sein, ehrlich zu sein und seine Mitmenschen zu respektieren und zu ehren, wie der rüstige Senior in seiner kurzen Ansprache an seine vielen Gäste verdeutlichte.

Damit wurde der Ehrenring der Marktgemeinde Dießen zum fünften Mal vergeben: 1996 erstmals an den Pfarrer und Kunstsammler Monsignore Heinrich Winterholler, später an den Keramiker und Heimatforscher Ernst Lösche, an die Heimatforscherin und Buchautorin Juliane Wörlein, an Lieselotte Orff, die Witwe des Komponisten Carl Orff, und nun an Seefelder, der aus dem kleinen Dorf Hofstetten und aus einfachen Verhältnissen stammt. Nach dem Krieg machte Josef Seefelder eine Ausbildung zum Werbegrafiker in Landsberg. Danach heuerte er bei der Bayerischen Seenschifffahrt an. Doch er merkte bald, dass die Beamtenlaufbahn nicht das Seine war.

1955 heiratete der mit künstlerischem Talent und Unternehmergeist ausgestattete Josef in Obermühlhausen seine Josefine, geborene Beinhofer. Mit ihr gründete er eine Familie und einen Malerbetrieb. 1972 wurde Seefelder in den Marktgemeinderat gewählt, von 1984 bis 1990 gehörte er dem Gremium als Ortssprecher an. 44 Jahre lang, bis 2006, engagierte er sich außerdem als Kirchenpfleger von Obermühlhausen und organisierte die Außen- und Innenrenovierung der Kirche St. Peter und Paul und die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes. Unermüdlich renovierte und gestaltete er Feldkreuze, Marterln, historische Hausnamenschilder und Vereinsembleme. Zahlreiche Lüftl- und Wandmalereien, wie zum Beispiel an der Marien­apotheke in der Herrenstraße, stammen von ihm. Zu den künstlerischen Werken Seefelders gehört auch die Ausgestaltung der Martinskirche in Dettenschwang mit einem Bilderzyklus aus dem Leben des heiligen St. Martin.

„Sie sind ein unermüdlicher Helfer für alle Vereine, vor allem in Obermühlhausen, Dettenhofen und Dettenschwang. Sie haben unzählige Gemälde, die bei verschiedenen Anlässen an verdiente Bürger überreicht wurden, gemalt. In Bürgerversammlungen erheben Sie das Wort nie für sich selbst, sondern stets für Andere. Sie sind wirklich ein Vorbild“, betonte Bürgermeister Herbert Kirsch in seiner Laudatio.

„Wenn ich etwas tue, tue ich es aus Freude“, erklärte der Jubilar, der sich auch für Flüchtlinge engagiert. Derzeit freue er sich über seine zurückgewonnene Gesundheit und auf das Weihnachtsfest. Nachdem in den Kirchen von drei Ortsteilen für ihn gebetet worden sei, stehe er nun wieder in „jugendlicher Frische“ vor seinen Gästen und könne jeden Morgen ein Lied singen. Dafür sei er zutiefst dankbar, so der umtriebige Senior, der bis heute aktiv am geselligen Dorf- und Vereinsleben teilnimmt.

Ursula Nagl

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