Zum 20-Jährigen:

Senioren-Union Landsberg: "Seniorität ist keine Krankheit!"

+
Mit der Senioren-Union Landsberg anlässlich des 20-Jährigen in Feierlaune (von links): Heinz Haaf, Josef Loy, Manfred Niess, Thomas Goppel, Cordula Sohmen, Anton Asam (sitzend), Alfred Doll, Ilse Weiß und Michael Kießling.

Landkreis – Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Die Senioren-Union ist die jüngste der Arbeitsgemeinschaften der CSU – jünger als die Junge Union, die Frauen-Union und die Mittelstands-Union. Doch da sie die Interessen einer wachsenden Bevölkerungsgruppe vertritt, bekommt ihre Stimme zunehmend Gewicht – wie auch an der Liste der prominenten Parteifreunde abzulesen war, die zur Feier des 20-jährigen Bestehens der Senioren-Union im Landkreis in den Staudenwirt nach Finning gekommen waren.

1999, das Gründungsjahr des Kreisverbands, war gleichzeitig das Jahr, in dem die UN den „Tag der Senioren“ ausrief. Das hatte Heinz Haaf in der Vorbereitung auf die Feier dem Internet entnommen, „von dem wir 1999 noch nichts gewusst haben“, verdeutlichte der Kreisvorsitzende die rasante Entwicklung seither. Gestartet sei die Senioren-Union seinerzeit nach der Devise „Erfahrung gestaltet Zukunft“ – ein Anspruch, der jahrelang ihr Motto bleiben sollte. „Aber die Jüngeren rufen diesen Erfahrungsschatz immer weniger ab – leider“, bedauert Haaf. Deswegen laute das neue Motto der Senioren-Union: „Wir lassen nicht locker“.

Mit einigen ihrer Initiativen war die Arbeitsgemeinschaft ihrer Zeit voraus, etwa mit der Forderung nach der Mütterrente. Diese sei von der Senioren-Union auf Landesebene erheblich vorangetrieben worden, so Haaf. „Aber erst jetzt ist die Zeit reif dafür.“

Viele der großen Themen, die in der Politik derzeit aktuell sind, betreffen die Älteren unmittelbar. Darauf wies CSU-Bundestagsabgeordneter Michael Kießling hin und nannte als Beispiele neue Wohnformen, Gesundheitspolitik und Pflege. „Das sind Politikfelder, bei denen es wichtig ist, dass Sie mitreden“, so der Ehrengast an die Adresse der Parteisenioren.

Die allerdings sind weit entfernt davon, sich nur mit Themen wie Krankheit und Pflege zu beschäftigen. Die rund 60 Mitglieder der Senioren-Union im Landkreis schätzen Veranstaltungen, wie der amtierende Vorstand sie anbietet: Ausflüge zu Unternehmen, ein Gesprächsforum mit der Jungen Union („Jung trifft Alt“) zur Digitalisierung und – wie in den nächsten Monaten geplant – ein Vortrag über Künstliche Intelligenz. „Solche Themen kommen gut an“, hat der Vorsitzende Haaf festgestellt. Handfester Beweis sind 21 neue Mitglieder innerhalb eines Jahres.

„Seniorität ist keine Krankheit, sondern eine Lebensphase“, betont Haaf. Und die verbringen viele Menschen aktiv und voller Lebensfreude. Was sich zum Beispiel in tatkräftiger Unterstützung bei Wahlkämpfen zeige, wie die Bezirksvorsitzende der Senioren-Union Ilse Weiß berichtete. „Die Senioren sind die ersten an den Info-Ständen, tragen Wahlmaterial aus und kommen zu den Versammlungen.“ Sie hofft, dass die ältere Generation auf den Kandidatenlisten der bevorstehenden Kommunalwahl entsprechend repräsentiert sein wird.

„Es lohnt sich, auf die Erfahrung und Lebensweisheit der Seniorität zu hören“, unterstrich Michael Kießling. Er selbst schätze den Austausch mit der älteren Generation. Das sah auch so der Finninger Bürgermeister Siegfried Weißenbach so. „Ich setze mich gerne mit älteren Bürgermeistern zusammen und lerne von ihnen.“

Umlage wird steigen

Josef Loy, CSU-Fraktionsvorsitzender im Bezirkstag, griff ein Thema aus der aktuellen politischen Diskussion auf, das sowohl die ältere als auch die nachfolgende Generation betrifft – das Angehörigenentlastungsgesetz. Wenn Kinder mit einem Jahreseinkommen von bis zu 100.000 Euro nicht mehr für Pflegekosten herangezogen würden, müsse die fehlenden 330 Millionen Euro im Jahr jemand anders zahlen, nämlich der Bezirk. In diesem Fall sieht Loy eine Erhö­hung der Bezirksumlage voraus, sprich, steigende Kosten für die Kommunen. Man werde einen für alle gangbaren Weg finden müssen. „Wir können die Belastungen nur gemeinschaftlich tragen.“

Bei gutem Essen, Alphornmusik und einer Festrede von Thomas Goppel, dem Landesvorsitzenden der Senioren-Union, ließ der Kreisverband den Jubi­läumsabend ausklingen. Besondere Ehrungen erhielten die Gründungsmitglieder Anton Asam, Ingeborg Drexl, Ottmar Mayr, Manfred Niess, Cordula Sohmen, Anne Marie Sporer und Karl Wendel.
Ulrike Osman

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Bayerische Landesausstellung 2024 kommt nach Landsberg
Bayerische Landesausstellung 2024 kommt nach Landsberg
Der Feuerwehr-Kommandant will ins Uttinger Rathaus
Der Feuerwehr-Kommandant will ins Uttinger Rathaus
Kultgaststätte "Fuchs und Has" in Dettenhofen steht vor dem Aus
Kultgaststätte "Fuchs und Has" in Dettenhofen steht vor dem Aus

Kommentare