Barocke und romantische Töne

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Die Landsberger Musiklehrerin Susanna Ricchio (rechts) verfolgt gespannt den Wettbewerbsbeitrag ihrer Schülerin Madita Lutz beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“. An der Gitarre Rene Wendinger. Beide Musiker erhielten einen Landespreis.

Landsberg – Von Lampenfieber war nichts zu spüren, als die Fünftklässlerin Mardita Lutz selbstbewusst mit ihrer Sopranblockflöte das Konzert eröffnete. „Dass sich so junge Menschen mit so viel Leidenschaft der klassischen Musik hingeben, ist bewundernswert“, lobt Doris Baumgartl in ihrer Ansprache zu Beginn des Konzertes.

Doch gerade bei den ganz jungen Musikern sei auch die Unterstützung der Eltern sehr wichtig. „Die Preise müssen errungen werden, und das heißt üben, üben, üben.“ Nicht nur die moralische Unterstützung der Eltern sei wichtig, auch organisatorisch sei einiges zu leisten. So fand der Landes- wettbewerb in Bayreuth statt, der Bundeswettbewerb im fernen Hamburg. Madita Lutz durfte wegen ihres Alters noch nicht beim Bundeswettbewerb teilnehmen, aber ihr Wettbewerbsbeitrag, zwei Lieder des zeitgenössischen englischen Komponisten John Duarte, wurde zurecht mit dem 3. Landespreis honoriert. 

Einen 2. Landespreis erhielt Rene Wendinger, der sie auf der Gitarre einfühlsam begleitete. Mara Backes aus Kaufering erhielt ebenfalls einen 3. Landespreis. Sie verzauberte das Publikum mit einem ganz besonderen Solostück für Blockflöte: In „The Delayed Flute“ von Annette Ziegenmeyer kommt ein Delay zum Einsatz, das eine verzögerte Kopie des Stückes wie eine Art Kanon wiedergibt. Zwar stand nur eine Musikerin auf der Bühne, aber als Mara Backes dann auch noch gleichzeitig auf Sopran- und Altblockflöte spielte, hatte man den Eindruck, einem ganzen Ensemble zu lauschen. Das Klavierduo Philipp Hieber und Johannes Sturm wurde mit einem 3. Landespreis ausgezeichnet. 

Dass dieser Preis berechtigt ist, zeigte Philipp Hieber mit zwei bravourös vorgetragenen Stücken aus Bachs Englischen Suiten. Amrei Fichtl, die in der Kategorie Blockflöte solo einen 2. Landespreis erhielt, war leider verhindert. Die vier Pianisten Eliane Abe, Daniela Janker, Allegra Skiebe und Christian Brand brillierten in Hamburg mit einem achthändigen Klavierstück und erhielten einen 3. Bundespreis. Da es aber im Festsaal leider nur ein Klavier gab – da wäre es für acht Hände doch etwas eng geworden – spielten Daniela Janker und Allegra Skiebe jeweils ein Solostück. Daniele Janker entführte die Zuhörer mit Schuberts Impromptu in Ges-Dur in die gefühlvolle Romantik, und Allegra Skiebe nahm die Zuhörer auf eine ganz besondere Jagd mit: Das lebhafte Stück „La Chasse“ aus Franz Liszt Paganini-Suiten glückte nicht nur dank ihrer Fingerfertigkeit, sondern vor allem wegen ihrer offensichtlichen Leidenschaft für die Musik. 

Zum Abschluss ließ Sophie Wendlinger barocke Töne auf der Altblockflöte erklingen. Das Menuett des Komponisten Johann Quantz, Flötenlehrer Friedrich des Großen, besteht aus Variationen über ein The- ma. Sophie Wendlinger füllte den Saal mit ruhigen, sanften Tönen, die durch die für das Barock typischen Triller und Verzierungen immer verspielter wurden, bis das Stück in einem klaren langen Ton ausklang. In der kurzen Stille danach bewahrheiteten sich Doris Baumgartls Worte: „Die Musik schafft nur eines nicht: Dass sie uns egal ist.“

Susanne Greiner

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