Die Jugend trifft sich zur Jubiläumsvesper in St. Ottilien – Seit 25 Jahren

In den Hoch-Zeiten zwischen März und Juli kommen die meisten, im Herbst/Winter eher weniger aber nie unter 300. Die Rede ist von denen, die die Jugendvesper in St. Ottilien, der Abtei der Missionsbenediktiner, an jedem ersten Freitag im Monat besuchen. Und das sind bei weitem nicht immer nur Jugendliche. 25 Jahre gibt es diese Einrichtung jetzt schon, was natürlich Anlass war für eine Jubi- läumsfeier. Dass gerade auch ein Teamwechsel stattgefunden hatte, war an diesem Abend aber ohne jegliche Bedeutung, der ganz Pater Wolfgang gehörte.

Leider war dem Wetter überhaupt nicht nach Feiern zumute. Am Nachmittag goss es in Strömen und weil die Technik nicht immer umziehen kann, blieb man kurzerhand in der Kirche, die sich bis zum Abend mit gut 1000 Menschen füllte. Diese Jubiläums-Jugendvesper lag dann auch noch einmal ganz in der Hand der „alten“ Crew mit Pater Wolfgang Öxler, Prior Claudius und Bruder Matthäus. Pater Wolfgang stand ein Vierteljahrhundert für die Jugendvesper, war Regisseur, Organisator, Musiker und Impulsgeber. Natürlich hatte er immer seine Helfer. Aber am Ende war es „sein“ Abend. P. Wolfgang ist vor einem Jahr in das Kloster Jakobsberg bei Boppard gewechselt und nun sind Jüngere in St. Ottilien zuständig für diese Veranstaltung. Mit viel Herzblut Weil alle wissen, dass das Ganze inzwischen Dimensionen angenommen hat, die keiner mehr alleine bewältigen kann, ist inzwischen ein Trio am Werk. Während P. Theophil und Bruder Otto ihre etwas divergierenden Vorstellungen vom Programm und vor allem von der Begleitmusik besprechen und immer zu einem Kompromiss kommen, ist Bruder Matthäus weiterhin das unermüdliche Organisationstalent. Er ist quasi für alles zuständig. Und dass sein „Herzblut dranhängt“, glaubt man ihm aufs Wort. Zum Glück, erläutert P. Theophil die verschiedenen Ansätze im Team, hat die Jugendvesper keine feste Form. Es ist ein „Gemeinschaftsprojekt“, so breit angelegt wie die Klientel, die Besucher, die aus einem Umkreis von rund 100 Kilometer angereist kommen. „Ein riesiges Netzwerk ist entstanden“, so P. Theophil, „und es wird immer noch größer und besser“. Besonders stolz ist man darauf, dass mit dieser Form des Gottesdienstes immer auch Menschen angesprochen werden, die sonst nichts mit der Kirche am Hut haben. Bei den Mönchen wird Spiritualität und Religion immer schon anders erlebt. Früher, so P. Theophil, „sind wir in die Mission raus gegangen, haben die Menschen gesucht. Heute kommen sie zu uns, suchen Trost, Antwort auf Fragen, wollen gemeinsam beten und manchmal auch nur gemeinsam singen“. Musik war darum schon immer das Aushängeschild der Jugendvesper. P. Wolfgang an der Gitarre, eine Band aus Freunden des Klosters, und „ottiliAcapella“, eine Truppe aus zurzeit 65 Chorsänger(innen) sind eine unwiderstehliche Mischung, deren Auftritte inzwischen sogar von professio- nellen Tontechnikern betreut werden. Und das neue Team kann noch mehr. Br. Ottos Geige ist heute schon berühmt und P. Theophil ist der Organist des Klosters. Nur Br. Matthäus hat seine musikalischen Ambitionen am Flügelhorn im Moment etwas reduziert. Start mit 30 Leuten Angefangen hat das mit der Jugendvesper bei einer Wanderung von Jugendlichen und Ordensleuten im italienischen Subiaco. Dieses Miteinander wollte man nicht wieder einschlafen lassen und mit Pfarrer Hans Appel und P. Claudius begann P. Wolfgang im Februar 1984 mit einer monatlichen Jugendvesper in der Ottilienkapelle. Aus den anfänglich 30 Leuten wurden schnell mehr und 1999 war es so weit. Die Kapelle war brechend voll, die Menschen standen im Gang, hörten kaum etwas. Ein sofortiger Umzug in die Kirche wurde unumgänglich. „Die Mitbrüder“, erinnert sich Bruder Matthäus, „waren gerade beim Abendessen.“ Man musste also zunächst den Abt, damals noch Notker Wolf, unterrichten, dass für die anschließende Komplet das Gotteshaus nicht zur Verfügung stand. Aber der hatte damit keine Probleme, kam anschließend vorbei und hieß die vielen Gäste gerne willkommen. Seitdem sitzt der Konvent zur Komplet immer im Kapitelsaal, wenn die Kirche belegt ist. Das ist sie aber nicht nur am ersten Freitag im Monat…

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