"Die Stadt macht schon sehr viel"

Jugendbeirat fordert mehr Klimaschutzmaßnahmen – und scheitert

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Die Jugend steht auf für das Klima. Jetzt auch die im Landsberger Jugendbeirat.

Landsberg – Fridays For Future macht sich auch im Landsberger Jugendbeirat bemerkbar. In dessen jüngster Sitzung war der Klimaschutz ein bestimmendes Thema. Die Mitglieder forderten von Oberbürgermeister Mathias Neuner einen Aktionsplan für die Umwelt.

Grund für den Antrag war, dass die Jugendlichen im Internet keinerlei Informationen darüber fanden, was in der Stadt Landsberg eigentlich alles in Sachen Klimaschutz passiere. Ihre Erkenntnis: Vermutlich wird nicht wirklich viel gemacht. „Es fehlt an wahrnehmbaren Veränderungen“. Das Konzept „Landsberg 2035“ formuliere zwar Ziele, aber keine Maßnahmen.

Und so forderte der Jugendbeirat in seinem Antrag, dass die Stadt einen Aktionsplan für die nächsten fünf Jahre erstellt. Darin enthalten: konkrete Maßnahmen samt Terminierung. Zudem soll ein Klimaschutzbeauftragter für die Stadt eingestellt und alle Stadtratsbeschlüsse zukünftig auch auf ihre Klimaauswirkungen hin geprüft werden. Zudem forderten die jungen Menschen, dass Klimaschutzberichte für die Bürger erstellt werden, sodass diese die Maßnahmen auch nachvollziehen können.

Dem letzteren Punkt stimmte der OB gleich zu. „Die Stadt tut schon recht viel , aber es scheint nicht in der Öffentlichkeit anzukommen.“ Und dann zählte Neuner etliche Maßnahmen auf, die bereits umgesetzt wurden: gesamter Austausch der Straßenbeleuchtung auf LED, Ausbau von Photovoltaikanlagen, elektrischer Fuhrpark des Bauhofs und noch einiges mehr.

Von der Idee eines Klimaschutzbeauftragten für die Stadt hielt Neuner indes nichts. „Das kostet uns jedes Jahr rund 60.000 bis 70.000 Euro. Und dann ist damit noch kein Gramm CO2 eingespart.“ Stadtratsmitglied Moritz Hartmann (Grüne) meinte, die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises könne die Maßnahmen für alle 32 Gemeinden nicht stemmen. Er sehe da eher den Stadtrat in der Verantwortung. „Es ist noch nicht bei jedem angekommen, dass man mehr auf den Klimaschutz schauen muss.“ Bei Beschlüssen zukünftig nicht nur auf die finanziellen, sondern auch auf die Klima-Auswirkungen zu achten, sehe er als entscheidenden Punkt.

Eine weitere heiß diskutierte Problematik: mehr Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Doch auch hier machte Neuner dem Jugendbeirat keine großen Hoffnungen. „Es gibt keine Ladeinfrastruktur in Landsberg, das stimmt. Aber warum muss das die Stadt machen?“ Das Ganze sei eine finanzielle und organisatorische Herausforderung. Der Bund diskutiere schon seit Jahren darüber, finde bisher aber auch keine Lösungen. Zumal: Das Benzin würde ja auch nicht von der Stadt bereitgestellt. Und so sollte auch die Stromversorgung durch andere Anbieter geleistet werden.

Den Einwand des Jugendbeirats, dass für den Haushalt 2020 ein Überschuss von rund 540.000 Euro prognostiziert wurde, den man zum Beispiel in Ladestationen investieren könne, wiegelte Neuner ab. Die Jahre davor habe man immer wieder Defizite im Haushalt gehabt. Soll heißen: der Überschuss wird als Ausgleich für die Schulden der letzten Jahre gebraucht.

Auch in Sachen Skatepark war die Sitzung wenig erfolgreich. Der Jugendbeirat forderte eine temporäre Skateanlage im Innenstadtbereich. Doch Neuner wiederholte das, was auch schon im Stadtrat besprochen wurde: Man habe acht verschiedene Standorte überprüft, aber keine geeignete Fläche gefunden, auf der schnell und kostengünstig so eine Anlage entstehen könne.

Doch der OB hatte ein Friedensangebot in der Tasche: Derzeit sei man mit dem TSV Landsberg im Gespräch. Der Vorschlag: eine eigene Abteilung mit professioneller Skateanlage im Sportzentrum. Beim TSV sei man dieser Idee gegenüber offen.

Der Jugendbeirat war davon jedoch nicht hundertprozentig überzeugt. Schließlich ginge es nicht nur um den Sport, sondern darum, mit der Skateanlage auch einen Treffpunkt zu haben. Aber auf den werden sie wohl solange warten müssen, bis das neue JUZE gebaut ist.
Stephanie Novy

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