Unzählige Käsetoasts und viele Discos

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Mit ihrem „temporären Juze-Museum“ erinnern Jugendzentrumsleiter Matthias Faber und seine Kollegen Thomas Glatz sowie Gerdi Bartholl (von links) an die 20-jährige Geschichte der Einrichtung.

Landsberg – „Wir haben ein gutes Juze mit einem guten Team“, resümierte der ehemalige Oberbürgermeister Franz-Xaver Rößle anlässlich der 20-Jahr-Feier des Landsberger Jugendzentrums. „Wir können uns in der Stadt nur gratulieren.“

Es sei viel passiert in den vergangenen zwei Jahrzehnten – darüber waren sich vor allem die Pädagogen Gerdi Bartholl, Matthias Faber und Thomas Glatz einig. Aber es gebe auch noch viel zu tun und man wolle den Blick nach vorne richten – mit allen Herausforderungen.

Unzählige Käsetoasts sind in den 20 Jahren über die Juze-Theke gegangen. „Die waren damals der Renner“, erinnert sich Gerdi Bartholl; „ich weiß nicht, wieviele Sandwichmaker dabei draufgegangen sind.“ Sie war von Anfang an dabei. „Alle brannten auf die Eröffnungsfeier“, sagt die Pädagogin. Diese und weitere Höhepunkte dokumentiert auch das „temporäre Juze-Museum“, das Thomas Glatz mit den Jugendlichen und seinen Kollegen anlässlich des Jubiläums aufbaute. Zeitungsberichte, Fotos, alte Eintrittskarten oder persönliche Erinnerungsstücke dokumentie-ren die 20-jährige Geschichte der Einrichtung. Zu Beginn „lief es rund“, sagt Bartholl. Mit über 100 Tagesgästen und rund 500 Besuchern der Discos war das Juze sofort gut besucht.

„Die Discos sind jetzt nicht mehr ganz so beliebt“, stellen die Mitarbeiter fest. „Aber durchgehalten hat die Musikszene“, erklärt Bartholl. Highlight sei hierbei für Jugend-zentrumsleiter Matthias Faber das Lechschall-Festival. 2005 feierte es Premiere, seitdem ist es für Musikfans weit über die Landkreisgrenzen hinaus eine feste Institution. Mittlerweile wird die Organisation von einem eigenen Verein getragen, der aus Jugendzentrums-Besuchern entstanden ist. „Die Jugendlichen haben es selbst in die Hand genommen“, freut sich Faber. Gerdi Bartholl ist stolz, dass ihre Arbeit auch Früchte getragen hat.

Die Jugendlichen seien sehr aktiv und haben viele Interessen. „Deswegen wollen wir hier auch viel bieten“, verspricht Faber. Von Angeboten speziell für Mädchen über weitere Konzertveranstaltungen bis hin zu einer Skateboardgruppe sei viel los im Juze. Vor allem wolle man künftig mehr auf das jüngere Publikum eingehen, auch ist eine Ferienbetreuung für Grundschüler geplant. „Die Jugendlichen machen das dann mit uns zusammen“, erklärt Faber. „Das Juze ist nicht tot, es lebt mehr denn je“, lobte der zweite Bürgermeister Norbert Kreuzer und sicherte weitere Unterstützung zu.

So leicht wie heute hatten es die Verantwortlichen für das Jugendzentrum aber nicht von Anfang an. „Wir stellten fest, dass sich die Offenheit allmählich verengte“, sagt Bartholl. Jugendliche mit Migrations-hin­- tergrund seien bei einigen Besuchern nicht willkommen gewesen. „Ich wollte aber spürbar machen, dass jeder hier gewollt ist.“ Bartholl und ihre Kollegen haben dann einen Weg gefunden – auch durch teilweise drastische Maßnahmen – richtig gute Integrationsarbeit zu leisten.

Anfangsschwierigkeiten gab es weit vorher auch schon in Bezug auf den Standort für das neue Jugendzentrum. Zur Jubiläumsfeier kramte Rößles Frau im Keller ein Transparent hervor, das die Jugendlichen damals gestaltet haben. Der Standort, den der Stadtrat 1992 bestimmt hatte, passte den Jugendlichen nicht so ganz, auf dem Banner stand: „Den Standort Spöttinger Straße lehnen wir ab, weil das Jugendzentrum an den Stadtrand gedrängt wird.“ Für die Entscheidung hatte Rößle damals bei einem Termin mit den Jugendlichen sogar den „Goldenen Wendehals“ verliehen bekommen. „Damals ging die Post ab“, erinnert sich der ehemalige OB. „Aber ich denke wir haben hier den besseren Standort gefunden.“

Janina Bauch

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