Papierbach-Wettbewerb entschieden:

Pflugfabrik mit Arkaden und Belvedere

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Baufeld A2: Markt und Wohnbebauung.

Landsberg – Junge Architekten aus Darmstadt, Karlsruhe und Stuttgart haben die Wettbewerbe von ehret + klein zum Baufeld A2 (Gebäude mit Supermarkt) und zur Freiflächengestaltung gewonnen. Dabei zeigten sie sich mutig: An einigen Stellen ignorierten sie die Vorgaben und entwickelten eigene Ideen, die Befreiungen vom Bebauungsplan erfordern und Abweichungen von der Quartiersstruktur bewirken. Die Jury aus Fach- und Sachpreisrichtern zeigte sich dazu aber aufgeschlossen und kam bei der Präsentation der Siegerentwürfe geradezu ins Schwärmen.

Preisträger für das Baufeld A2 ist das in Darmstadt und Karls­ruhe ansässige Büro wIn Architekten, bestehend aus Hans Nungesser (37), Mona Madina (34) und Jan Jander (44). A2 ist das Entree des Papierbach-Areals von der Spöttinger Straße aus und kombiniert den geplanten großen Supermarkt mit dreigeschossiger Wohnbebauung. Sie erfolgt im normalen und geförderten Wohnungsbau, womit eine soziale Durchmischung erreicht werden soll.

In ihrem Entwurf reduzierten die Planer die Bauräume von 18 auf 14 Meter und gliederten das Baufeld damit anders als vorgesehen: An vier Stellen werden die Häuser nun durch große öffentlich zugängliche Stadtbalkone unterbrochen, außerdem entstehen „durchgesteckte“ Wohnungen, die aus zwei Richtungen belichtet werden; dafür kommt ein Baukörper hinzu. Im Innenbereich entstehen „halböffentliche“ Freiraumflächen für die Bewohner; auf sie sind auch die privaten Balkone gerichtet. Wer oben wohnt, hat einen eigenen Garten auf dem Dach.

Durch Bögen verdeckt

Besonderes Kennzeichen des Entwurfs ist, dass der Supermarkt keine große Glasfassade erhält, sondern durch Arkaden eher verdeckt wird – bei einer Vollverglasung würde rasch Werbung auf den Scheiben kleben. Generell soll der Supermarkt eher den Charakter einer Markthalle haben, mit einer Bäckerei am Eck, damit sie auch außerhalb der Öffnungszeiten des Marktes Waren anbieten kann. ehret + klein ist mit Interessenten für den Markt im Gespräch und zielt dabei auf Einzelhandel im hochwertigen Bereich.

„Es war eine leichte Entscheidung, diesen Entwurf zum Sieger zu küren, und sie fiel einstimmig“, berichtete Stadtbaumeisterin Birgit Weber bei der Vorstellung der Entwürfe am vergangenen Mittwoch. Das Konzept hat die Jury sogar so überzeugt, dass sie keinen zweiten, sondern nur zwei dritte Preise vergab, um den Abstand zu den weiteren Entwürfen zu verdeutlichen.

Inseln und Pfade

Gewinner des Wettbewerbs zur Freiflächengestaltung sind Köber Landschaftsarchitekten aus Stuttgart, vertreten durch Tobias von Kortzfleisch (37) und Christoph Pelka (29). Auch dieses Büro hielt sich nicht ganz an die Vorgaben, sondern verschob den „Kulturbau“ leicht nach Süden, so dass der Auftakt zum Lechbogen großzügiger gestaltet werden kann.

Freiflächen: Ein „Belvedere“ gegenüber vom Mutterturm.

Nach Meinung der Jury besticht der öffentliche und halb­öffentliche Raum zwischen den Bauten durch eine differenzierte Abfolge an Oberflächen und räumlichen Elementen. „Kopfsteinpflaster, asphaltierte Wohnstraßen, eingelegte Betonplatten bei den Eingangsbereichen werden ergänzt mit wassergebundenen, baumbestandenen und dadurch beschatteten Flächen, die zum Sitzen und Verweilen einladen. Selbst kleine informelle Trampelpfade sind vorgesehen. Die Bauminseln sind in Schollenform gedacht und bilden eine Analogie zum Ort der ehemaligen Bayerischen Pflugwerke.“

Zwischen Karl-Schrem-Bau und Baufeld B2 („am Karli“) soll hingegen ein baumfreier Veranstaltungsplatz mit einem Netz an Hängeleuchten entstehen. Schmalspurgleise und darauf verschiebbare Sitzflächen sollen an den ehemaligen Industrie­standort erinnern. Die Überleitung zum Herkomerpark schafft ein Silberbirkenhain nördlich des Boardinghauses, den die Architekten als „Belvedere“ bezeichnen. 

Werner Lauff

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