"Keine Gebühr für Vereine!"

Landsberger Vereine fordern kostenfreie Girokonten

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Die Junge Union fordert mit zahlreichen Vereinen die lokalen Banken im Landkreis auf, Vereinen kostenfreie Konten einzuräumen.

Landkreis – Vereine erzielen kaum Gewinne. Und müssen für ihre Arbeit jeden Cent umdrehen. Selbst Kontogebühren schlagen da zu Buche. Die Junge Union im Landkreis hat sich nun mit 72 Vereinen und Organi­sationen zusammengetan und fordert die vier loka­len Banken auf, wieder kostenfreie Vereinskonten einzuführen. Adressaten sind die VR Bank Landsberg-Ammersee, die VR Bank Starn­berg-Herrsching-Landsberg, die Raiffeisenbank Fuchstal-Denklingen und die Sparkasse Landsberg-Dießen. Zumindest in einem Fall geht die Aufforderung ins Leere.

Christoph Heumos von der Jungen Union

Seit Mitte vergangenen Jahres gebe es im Landkreis nur noch die VR-Bank Nordkreis Landsberg, die in ihrem Gebiet flächen­deckend kostenfreie Vereinskonten anbietet, informiert JU-Kreisvorsitzender Christoph Heumos in einer Presseerklärung. Damit liegt er allerdings falsch, denn auch die VR-Bank Landsberg-Ammersee bietet ein kostenfreies Girokonto an – nicht nur für Vereine, sondern auch für Schulen und Kindergärten, wie Vorstandsvorsitzender Stefan Jörg auf Anfrage des KREISBOTEN klarstellt. Gut ein Drittel der von JU-Chef Heumos aufgeführten 72 Vereine profitierten von dem besonderen Service seiner Bank, so Jörg.

Grundsätzlich beinhalte die Kostenpflich neben Kontoführungsgebühren auch Kosten bei Geschäftsvorfälle mit Belegen sowie Zusatzkosten für das Bargeldgeschäft. Ein finanzieller Aufwand, der sich pro Jahr auf mehr als 100 Euro aufsummiere, so Heumos. Insbesondere kleine Vereine und gemeinnützige Organisationen würden dadurch überproportional belastet.

Vereine förderten die Gemeinschaft und Integration und seien tragend für Tradition und Bräuche. Bürokratische Hürden und Kürzungen von Förderungen erschwere jedoch diese notwendige Arbeit immer mehr. „Im Zeitalter der Online-Konten sollte es unserer Ansicht nach möglich sein, ein kostenfreies Kontomodell für Vereine zu etablieren“, fordert Heumos. Mit Hinblick auf die 2018 erwirtschafteten Jahresüberschüsse – 1,7 Millionen Euro bei der Sparkasse Landsberg-Dießen, 1,2 Millionen bei der VR Bank Landsberg-Ammersee, 6 Millionen Euro bei der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg und 71.000 Euro bei der Raiffeisenbank Fuchstal-Denklingen – sollten kostenfreie Vereinskonten machbar sein, so Heumos.

Der Sparkasse Landsberg-Dießen komme dabei als Anstalt des öffentlichen Rechts im Eigentum des Landkreises Landsberg, der Stadt Landsberg sowie des Marktes Dießen eine besondere Verantwortung zu. „Laut Sparkassenverordnung sollen die Gemeinden und Städte bei ihrer Aufgabenerfüllung im wirtschaftlichen, regionalpolitischen, sozialen und kulturellen Bereich durch die Sparkassen unterstützt werden“, zitiert Heumos. Kostenpflichtige Konten aufgrund der neuen Gebührenordnung widerspreche nach Auffassung der JU diesen Forderungen. Ein Konflikt mit der kaufmännischen Ausrichtung der Sparkasse sei durch kostenfreie Vereinskonten nicht gegeben.

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