Schwungvolle Linien, Gärten und Allmende an der Staufenstraße

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Der Siegerentwurf des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs. An der Staufenstraße (oben) Reihenhäuser, zur Erpftinger Straße (links) „abschließende Baukörper“.

Landsberg – Marcel Meili und Markus Peter sind die Gewinner des Städtebaulichen Realisierungs-Wettbewerbs „Staufenstraße“. Die Jury aus neun Sach- und Fachpreisrichtern, darunter Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) und Bürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV), entschieden sich einstimmig für den Entwurf der Architekten aus München und Zürich. Um den großen Abstand zu den drei Mitbewerbern zu unterstreichen, vergaben sie keinen 2. Platz.

Alle vier Wettbewerbsteilnehmer, die in die zweite Runde kamen, hatten ihre Entwürfe nach einer Bürgerwerkstatt im April, an der überwiegend Anwohner der Staufenstraße teilnahmen, noch einmal nachgebessert. Im Fall Meili und Peter führte das zu einer Öffnung der ursprünglich geschlossenen Reihenhausbebauung für Durchgänge, einer Reduzierung der Tiefgaragenzufahrten und einem geschwungenen „Rückzug“ der Häuser zur Erhöhung des Abstandes zur bestehenden Bebauung.

Vom Grundsatz her griffen die Architekten, die mit „Studio Vulkan Landschaftsarchitektur“ zusammenarbeiteten, die längliche Parzellierung des bisherigen Grüngürtels auf und entschieden sich für eine ähnliche Linien­führung. Aufgrund der Vorgabe, „Wohnen mit Vielfalt für alle Lebensphasen“ zu konzipieren, darunter 40 Prozent Sozialwohnungen, planten sie eine Mischung aus Reihenhäusern und Geschosswohnungsbau ein.

Gleiche Struktur

Zur Staufenstraße hin sind Reihenhäuser mit privaten Gärten vorgesehen, also die gleiche Struktur wie bisher, nur diesmal auf der anderen Seite der Straße und dem Auftrag entsprechend dichter konzipiert.

Daran schließen sich drei Kombinationen von Wohnblöcken und Reihenhäusern an. In der Mitte soll eine Allmende entstehen, eine grundsätzlich autofreie „Gemeindegut“-Fläche, die als zentrale Achse für alle Bewohner dienen soll. Die vier Linien werden an den Rändern durch „abschließende Baukörper“ optisch und akustisch gegen die bestehenden Straßen und weitere Bebauung abgeschirmt.

Wie viele Wohneinheiten letztlich realisiert werden, ist eine Frage der Detailplanung. Die Reihenhäuser sollen zwei Vollgeschosse und ein zurückspringendes Staffelgeschoss haben. Die Mehrfamilienhäuser sind innen zwei- und außen dreigeschossig zuzüglich eines Staffelgeschosses. Rein rechnerisch kommt man so auf 262 Wohneinheiten; vom Zuschnitt hängt ab, ob es mehr oder weniger werden. Die Architekten selbst gehen von 700 Bewohnern aus.

Bislang ist eine Gewerbefläche für ein Café mit Backstube vorgesehen; es kann auch als Treffpunkt und Veranstaltungsort fungieren.

Gelungene Mischung

Stadtbaumeisterin Birgit Weber zeigte sich von dem Sieger­entwurf überzeugt. Die Mischung aus privaten und öffentlichen Flächen sei gut gelungen. Die „schwungvolle“ Linienführung schaffe Prägnanz und gleichzeitig Distanz zur vorhandenen Bebauung. Das Quartier sei autofrei und „eine kleine Gartensiedlung“.

Aber: Zuerst müsse der Stadtrat die Planung unterstützen und den Aufstellungsbeschluss fassen. Dann werde der Bebauungsplan ausgearbeitet. Es folge die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange.

Zu Vermarktungskonzepten gebe es noch keine Festlegungen. Denkbar ist auch, dass Genossenschaften das Areal oder mindestens die Sozialwohnungen übernehmen. Auch die Arrondierung des Umfelds ist noch unklar. Bleibt der öffentlich nutzbare Dittel-Parkplatz wo er ist oder wandert er auf die gegenüberliegende Straßenseite? Soll der Betriebshof an der bisherigen Stelle aufrechterhalten werden oder kann man ihn verlagern?

Alle Entwürfe werden vom 2. bis 13. Juli im Rathausfoyer ausgestellt. Am Montag, 2. Juli, um 17:30 Uhr gibt es eine öffentliche Erläuterung.

Werner Lauff

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