Juwel zwischen Mauern – der Jesuitengarten soll neu gestaltet werden

Busch- und Strauchwerk sowie ein paar verkümmerte Obstbäume sind schon gefällt, weiße Pflöcke mit leuchtend roten Köpfen lassen die Wegebeziehungen von einst und demnächst erahnen – die Stadtobe- ren möchten dem Jesuitengarten zwischen Heilig-Geist-Spital und Pulverturm neues Leben einhauchen. „Ein Garten zwischen den Mauern“ steht über dem Plan aus der Feder von Pia Becker, Landschaftsarchitektin in städtischen Diensten.

Noch in diesem und in Resten im nächsten Jahr soll umgesetzt werden, was dem Beckerschen Reissbrett entstammt und den Oberbürgermeister ebenso wie den Grün- flächen-Referent im Stadtrat, Axel Flörke, schon jetzt sehr zufrieden stimmt. „Wir reagieren mit diesem Vorhaben auf den im Bürgerforum vielfach geäußerten Wunsch nach mehr Treffpunkten für die Kommunikation zwischen den Generationen und für Familien“, beschreibt OB Ingo Lehmann. Die Fraktionsführer des Stadtrates seien über das Projekt bereits informiert, im Bauauschuss werde es erstmals am 4. Mai behandelt. Der geplanten Neugestaltung des seit Jahren brach liegenden Jesuitengartens liegt das Urkataster von 1811 zugrunde. Herzstück ist ein kreuzförmiger Weg, den man jetzt wieder herstellen möchte. Diese Idee ist übrigens nicht neu: Landschaftsarchitektin Dorle Müller verwandte sie in den 90ern in der Bewerbungsbroschüre für die „Kleine Landesgartenschau“. Da die Lechstadt damals leer ausging, schlummerte das Vorhaben seither in der Schublade. Die Idee eines Kreislehrgartens in dem überaus attraktiven, von Stadtmauern umgebenen Areal scheiterte ebenfalls. Das Netz der barrierefreien, 2,50 Meter breiten Wege verläuft parallel sowie senkrecht zur westlichen Stadtmauer. Dadurch ergeben sich rechtwinklige Vegetationsflächen, die für Gemüsegärten typisch sind. „Im mittleren Bereich“, beschreibt Pia Becker, „sollen die Wege tiefer als die Beete liegen, damit man ohne sich zu bücken an den Pflanzen riechen und sie berühren kann.“ Zudem soll es im Zentrum der Anlage einen tiefer liegenden Platz mit einem Schöpfbecken und Bänken geben; und an der östlichen Stadtmauer eine erhöhte Fläche, die Veranstaltungen an dieser Stelle ermöglichen soll. „Ich kann mir gut vorstellen, dass dort gerade im Sommer einmal die Woche was geboten wird“, sagt Lehmann mit Hinweis darauf, dass der Jesuitengarten mit größtmöglicher Aufenthaltsqualität künftig auch ein Kulturtreff- punkt sein soll. Gewächshäuser bleiben Gewissermaßen ist er das schon, denn der Regionalverband Bildender Künstler (RBK) Oberbayern West nutzt die Gewächshäuser der ehemaligen Stadtgärnerei seit Jahren für seine „Kunst im Glashaus“. Ab 1. Juli ist diese Nutzung laut OB Lehmann nicht mehr möglich – vorerst. Die gläsernen Bauten bleiben erhalten, werden auf Vordermann gebracht und anschließend in die „allgemeine Nutzung integriert“, also auch für Kunstschaffende. Vorgesehen sind weiterhin zwei neue Durchgänge zum Wegenetz jenseits der Stadtmauer: im südwestlichen Bereich zum Wasserturm hin und im Norden im Bereich des dortigen Schalenturms. Beide Durchbrüche bedürfen allerdings noch des grünen Lichtes seitens der Denkmalschutzbehörde.

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