Kabarettist Martin Frank in Landsberg

Als Donald Duck zum Chinesen?

Sänger und Kabarettist: Martin Frank
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Sänger und Kabarettist: Martin Frank unterhielt sein Publikum bestens – und das gleich bei zwei Auftritten hintereinander, um möglchst vielen Einlass zu gewähren.
  • Susanne Greiner
    VonSusanne Greiner
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Landsberg – „Wir dürfen wieder rein“ ruft Rolf-Jürgen Lang. Rein, das meint den Stadttheatersaal. Und wir, das meint die Kleinkunstbühne s‘Maximilianeum. Der Anlass: Der ‚Papageno des Kabaretts‘ Martin Frank, der am Mittwoch letzter Woche im fast ausgelasteten Stadttheater für 60 äußerst kurzweilige Minuten sorgte.

Ein Trommelwirbel, Ben-Hur-Musik, und Tada!: Ins Rampenlicht tritt der „edle Recke“ Martin Frank. Der 28-Jährige hat Niederbayern im Blut – und auch zum Frühstück, Mittag- und Abendessen: Des Bayerischen nicht Mächtige dürften mit seinen dialektreichen Sprachsalven durchaus Probleme haben.

Niederbayern liegt ihm nicht nur auf der Zunge, auch die Themen seines Programms „Einer für alle – Alle für keinen“ beziehen sich auf seine Heimat: ein Bauernhof im Markt Hutthurm. Dort besucht er seine Eltern besucht, die ihre Freude über seinen Besuch „im Rahmen ihrer niederbayerischen Herkunft“ kundtun. Und sich angesichts Franks ‚Corona-Arbeitslosigkeit‘ gern den ursprünglich eingeschlagenen Beruf als Standesbeamten zurückgewünscht hätten.

Corona ist Thema des Programms, dessen Titel „der Zustand der Gesellschaft“. Wenn die Russen wieder einmarschieren sollten, sagt Frank, gebe man sicher gerne die 1,7 Millionen nicht systemrelevanten Künstler, „aber verschont bitte die Bundesliga.“

Aber meist siegt sorglose Heiterkeit: Wenn Frank zur Hausfrau seiner Schwester wird, die mit dem Homeschooling ihrer vier Kinder verzweifelt, wenn er sein tiefstes Inneres nach außen kehrt – „Ich mag kein Bier“ oder wenn er die Datenschutzängste mancher in Bezug auf die Kontaktnachverfolgung seziert: Da wisse ‚Alexa‘ jede Kleinigkeit, aber zum Chinesen gehe man dann als Donald Duck – „und wer geht schon freiwillig als Ente zum Chinesen?“

Beim Thema Fleisch schwelgt Frank im „Schweinezüchter“-Couplet aus dem „Zigeunerbaron“. Denn singen kann er ja auch noch, und das äußerst gut. Das Mozarteum hat ihn zwar abgewiesen. Aber wenn er „Dunkelrote Rosen bring ich“ aus der Operette „Gasparone“ schmettert, schunkeln alle – anfangs noch etwas steif, denn auch das will geübt sein.

Etwas mehr Bissigkeit und ein ‚röterer‘ Faden hätten gutgetan. Auch hat Frank seine Themen im Vergleich zu seinem Auftritt in Landsberg vor zwei Jahren nicht groß geändert – Oma, Niederbayern und der geliebte Kaba sind eben schon etwas ‚abgemäht‘. Aber das Publikum im Stadttheater war begeistert. Endlich mal wieder einfach lachen dürfen.

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