Käse ist nicht gleich Käse – Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner im Reichlinger Festzelt

Die frohe Kunde hat sich die Bundeslandwirtschaftsministerin für den Schluss aufgehoben: Ilse Aigner lud eine Delegation von Bäuerinnen ins Kanz- leramt ein wo sie angehört werden. Dies habe Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag beim Besuch eines Bauernhofes zugesichert, verkündete Aigner beim Politischen Abend der CSU in Reichling.

Diese Nachricht hörten die leidgeplagten Milchbauern, die unter den rund 1200 Besuchern im Festzelt saßen, natürlich gern – nachdem die Protestaktionen der Milchbäuerinnen vor dem Kanzleramt ja nicht den erwünschten Erfolg hatten. Da stieß die Bundeslandwirtschaftsministerin selbstverständlich auf große Zustimmung, als sie im Festzelt verkündete, dass sie mit der Kanzlerin jetzt ausgemacht habe, dass die Bäuerinnen doch Gehör finden sollen. Bevor die Agrarministerin ans Rednerpult trat, hatte Michael Schuster, Kreissprecher der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft (AGL) der CSU, die ablehnende Haltung der Kanzlerin noch heftig kritisiert: „Wir finden es bedauerlich, dass unsere Milchbäuerinnen vor dem Kanzleramt sitzen, und die Bundeskanzlerin keine fünf Minuten Zeit findet, um mit ihnen zu reden.“ Für die Landwirte im Publikum hatte Aigner einige Versprechen mehr auf Lager. Etwa in Sachen Agrardiesel: Sie werde ihre „ganze Kraft dafür einsetzen“, versicherte die Ministerin, um hier den Wettbewerbsnachteil, den deutsche Landwirte im Vergleich zu anderen Ländern hätten, wieder abzumindern. Applaus erntete Aigner auch für ihre Aussage, dass sie für Produkte wie Analog-Käse eine Kennzeichnungspflicht anstrebe. „Wo Käse drauf steht, muss auch Käse drin sein.“ Aigner wolle sich auf europäischer Ebene dafür einsetzen, dass Substitute vom Markt verdrängt und dafür mehr Milch zum Absatz komme. Was die Liquidität von landwirtschaftlichen Betrieben angeht, so stellte die CSU-Politikerin Kreditprogramme mit verbilligten Zinsen in Aussicht. Auch wenn die Bundesministerin für viele ihrer Aussagen Applaus erntete, so waren nicht alle mit Aigners Rede zufrieden. Enttäuschung herrschte bei den Landwirten vom AGL: Kreissprecher Schuster war der Meinung, die Ministerin sei nur unzureichend auf seine Fragen eingegangen. Schuster hatte vor der Festrede insgesamt sechs Anliegen formuliert, die der AGL-Vorstand zusammengestellt hatte. Landwirtschaftsminsterin Aigner selbst sah dies anders: Sie sei auf alle der Fragen eingegangen, betonte die Ministerin gegenüber dem KREISBOTEN, aber sie habe Schuster eben nicht immer die Antworten liefern können, die dieser gern gehört hätte.

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