"Das ist meine Freude"

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„Lobet ihr Kinder den Herrn – Laudate Pueri“ mit Solistin Claudia Reinhard (Foto) bildete den Auftakt des Festkonzertes zum 70. Jubiläum des Kammerchores.

Landsberg – Natürlich bezieht sich die Textzeile aus der Motette Johann Ludwig Bachs auf die Zuversicht zu Gott, aber gemessen an der Ausstrahlung, den leuchtenden Gesichtern der Sängerinnen und Sänger des Landsberger Kammerchores kann man diese Aussage getrost auch auf das Singen selbst beziehen. Sagte doch schon Augustinus: „Wer singt, betet doppelt“.

Begleitet von einem Kammerorchester, das sich hauptsächlich aus Musikern aus dem Um­- kreis zusammensetzte (und die Arbeit der Städtischen Sing- und Musikschule wieder einmal aufs Eindrucksvollste unter Beweis stellte) setzte der Chor unter Leitung von Silvia Elvers gleich zu Beginn die Messlatte sehr hoch – mit dem prunkvoll-einprägsamen „Laudate Pueri“ von Georg Friedrich Händel. Der Titel „Lobet ihr Kinder den Herrn“ war bewusst gewählt, um an die Anfänge des Ensembles als Jugendchor zu erinnern.Mit dem Chor und über dem Chor schwebte die Sopranstimme der Solistin Claudia Reinhard, die kurzfristig für die erkrankte Gerlinde Sämann eingesprungen war. Ihre warme, klare Stimme passt sich perfekt in den Gesamtklang ein, erhebt sich über ihn, ohne ihn in den Hintergrund zu drängen. Ein heikler Balanceakt, den die Sängerin des mehrfach ausgezeichneten Sextetts „Singen Pur“ bravourös meisterte.

Der Meininger Komponist Johann Ludwig Bach war ein Cousin Johann Sebastian Bachs und wurde von diesem sehr geschätzt. Johann Sebastian ist es zu verdanken, dass einige Werke des „Meiniger Bachs“ überliefert wurden, wie die doppelchörige Motette „Das ist meine Freude“ für Chor und Generalbass. Cello, Fagott, Bass und Orgel bilden hier das harmonische Gerüst für den Wechselgesang des Chores.

Das Hauptwerk des Festkonzertes war aber das sogenannte „Dettinger Te Deum“ Georg Friedrich Händels, eines der beliebtesten Werke der festlichen Kirchenmusik und daher auch das perfekte Stück für ein Jubiläumskonzert. Von Händel anlässlich des Siegs Großbritan­- niens über Frankreich im Österreichischen Erbfolgekrieg 1743 komponiert und in Gegenwart des Königs im St. James-Palast uraufgeführt – ein königliches Werk, indem prunkvolle Erhabenheit mit ruhigen, meditativen Momenten abwechselt. Und eine Aufgabe, die erneut das große Können des Chores eindrucksvoll bewies.

Nicht nur der Chor als Ganzes glänzte, auch die Solisten, die mit Ausnahme Claudia Reinhards alle aus den Reihen des Kammerchores stammten und darüber hinaus in mehreren Projekten solistisch wirken: Veronika Höcherl (Alt), Alexander Kaltner (Tenor) und Johannes Gruber (Bass). Auch hier überzeugte nicht nur die stimmliche Qualität einzelner, die zweifellos sehr hoch anzusetzen ist, sondern auch die Harmonie mit dem Gesamtklang.

Gerne möchte man diesen Abend noch einmal erleben, somit bleibt nur zu hoffen, dass der Chor auch die nächsten Jubiläum groß feiert.

Patricia Eckstein

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