Ein Kampf um jede Stimme

„Wir kämpfen um jede Stimme“, sagt Leonhard Westermeier, erster Vorsitzender des TVP. Mit der neuen Halle will der Verein sein hohes Niveau halten und für seine über 1300 Mitglieder attraktiv bleiben. Foto: Osman

Neue Sporthalle ja oder nein – darüber entscheiden am kommenden Sonntag die Bürger. Der Turnverein Prittriching (TVP) möchte die Halle bauen und wird in diesem Vorhaben von der Gemeinde unter anderem mit einem finanziellen Zuschuss und einer Kreditbürgschaft unterstützt. Die Gegner des Projekts wollen es mit dem Bürgerentscheid kippen.

Eine neue Sporthalle wünscht sich der TVP schon lange, Planungen laufen bereits seit über zehn Jahren. Der Verein hat nach eigenen Angaben derzeit 1320 Mitglieder, fast dreimal so viele wie beim Bau der Schulturnhalle im Jahr 1982. Diese ist inzwischen chronisch überbelegt – teilweise werde sie, obwohl eine Einfachturnhalle, von drei Gruppen gleichzeitig genutzt. Außerdem ist sie für manche Sportarten schlichtweg zu klein, so dass zum Beispiel die Geräteturner und die Basketballer gezwungen sind, nach Hurlach oder Friedberg auszuweichen. Die alte Vereinshalle, die der TVP 1952 errichtete, entspricht nicht mehr den Anforderungen für den Sportbetrieb, weshalb sie von den Ortsvereinen und der Gemeinde in erster Linie für Veranstaltungen genutzt wird. Attraktivität steigern Mit einer neuen Halle will der Sportverein attraktiv bleiben und sein anerkannt hohes Niveau halten. Das Sportangebot für Kinder und Jugendliche würde durch mehr Platz und zeitliche Flexibilität noch attraktiver werden, weitere Angebote – zum Beispiel aus dem Bereich Gesundheits- und Seniorensport – könnten hinzukommen, so die Befürworter. Auch der Ort würde nach Meinung der Vereinsleitung von einer neuen Halle profitieren. „Prittriching besitzt bereits jetzt eine im Vergleich zu anderen Kommunen außergewöhnlich gute Infrastruktur. Eine neue Sporthalle würde die Attraktivität der Gemeinde weiter steigern und damit auch den Wert der Immobilien im Ort“, wirbt der Verein in einer Veröffentlichung zum Bürgerentscheid. Die Planungen für das Projekt sind bereits weit gediehen. Als Standort ist ein nördlich der Schulturnhalle gelegenes Grundstück vorgesehen. Dieses gehört teilweise dem Verein, teilweise wird es ihm von der Gemeinde per Erbbaurechtsvertrag für 99 Jahre überlassen. Das Gebäude soll in innovativer Bauweise als Stahlbeton-Skelettbau mit Strohmodulen zwischen den Betonträgern errichtet werden. Diese sorgen für eine gute Wärmedämmung und niedrige Heizkosten, außerdem wird das Verfahren voraussichtlich staatlich gefördert. Die Halle soll 33 mal 18 Meter groß werden und im Kellergeschoss neben Umkleideräumen einen Gymnastik- und einen Fitnessraum beherbergen. „Wir planen einen soliden Neubau, nicht überdimensioniert und ohne Luxusausstattung oder Extras“, betont der Verein. Zu viel vorgenommen Dass das Projekt überdimensioniert sei, ist aber genau der Vorwurf der Hallen-Gegner. Für einen Ort von 2500 Einwohnern seien drei Sporthallen schlicht zu viel. Mit fortschreitendem demographischem Wandel und wegbrechenden Schülerzahlen werde der Platzbedarf für den Schulsport sinken. Auch befürchten die Initiatoren des Bürgerbegehrens, die Gemeinde würde sich finanziell übernehmen, zumal noch andere Projekte zu stemmen sind und der Schuldenstand bereits jetzt über dem bayerischen Durchschnitt liegt. Kosten soll die Halle rund zwei Millionen Euro, von denen 600000 Euro vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) gefördert werden. 150000 Euro Eigenkapital kommen vom Verein, 650000 Euro sollen über ein Darlehen finanziert werden. Für dieses bürgt die Gemeinde Prittriching, die außerdem einen Zuschuss von 350000 Euro dazu gibt. 130000 Euro an Kosten will der Verein durch Eigenleistung einsparen, 70000 Euro wurden laut Verein an Spenden zugesagt und 50000 Euro an Baunebenkosten sind bereits bezahlt. Verein und Gemeinde betonen, dass der Zuschuss exakt den kommunalen Förderrichtlinien entspricht: Diese sehen vor, dass die Gemeinde bei Bauprojekten 20 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt. Grünes Licht? Im Vorfeld des Bürgerentscheids haben beiden Seiten in mehreren Informationsveranstaltungen für ihren Standpunkt geworben. Am Sonntag haben nun die Bürger das Wort. Die Fragestellung lautet: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Prittriching einen höchstmöglichen Zuschuss für Vereine von 350000 Euro und eine Bürgschaft von 650000 Euro sowie die Überlassung eines Grundstückes im Erbbaurecht von 99 Jahren für den Turnverein TVP übernimmt?“ Ein Ja bedeutet grünes Licht für den Hallenbau, ein Nein würde das Projekt zu Fall bringen.

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