Lifeline-Kapitän vor Gericht

Landsberger Claus-Peter Reisch engagiert sich für Flüchtlinge

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Die „Lifeline“ liegt im Moment vor Malta vor Anker. Ihr Kapitän, der Landsberger Claus-Peter Reisch (kleines Bild), steht dort vor Gericht.

Landsberg/Malta – Claus-Peter Reisch aus Landsberg rettet Leben. Und steht deshalb in Malta vor Gericht. Er kann sich auf der Insel frei bewegen und musste auch keine Kaution entrichten. Vorgeworfen werden dem Kapitän angeblich nicht eingehaltene Formalitäten. „Irgendwas müssen sie ja finden“, sagt er am Telefon. Und lacht.

Die „Lifeline“ ist die ehemalige „Sea-Watch 2“ und fährt unter niederländischer Flagge. „Mission Lifeline“ hat das Schiff gekauft und die Papiere umschreiben lassen. „Und jetzt werde ich gefragt, ob die Behörde, die das Boot zugelassen hat, auch für diese Zulassung berechtigt sei.“ Das sei so, als ob man das Landratsamt bei der KFZ-Zulassung anzweifle.

Kapitän der "Lifeline" Claus-Peter Reisch aus Landsberg

Sein Sportseeschifferschein berechtige ihn sehr wohl unter anderem zum Fahren auf dem gesamten Mittelmeer – wo Malta bekanntermaßen liegt. Und dass ein Rettungsschiff nur für 50 Personen zugelassen sei? „Soll ich die anderen vom Schiff werfen?“

Am 21. Juni nahm der Landsberger auf der „Lifeline“ 234 in Libyen gestartete Flüchtlinge auf. Und wurde fünf Tage auf See gehalten. „Wir haben die Leute alle drei Stunden geweckt, um zu schauen, ob sie noch o.k. sind.“ Viele seien seekrank gewesen. „Und Seekranke trinken und essen nichts, bekommen Unterzucker, schlafen ein und sterben.“ Am 27. durfte er schließlich in Malta vor Anker gehen.

Für diesen unfreiwilligen Aufenthalt kritisiert der Kapitän Horst Seehofer, auch in einem offenen Brief, der auf der Webseite www.mission-lifeline.de zu finden ist: „Dass man sich von einem Innenminister als Schlepperschiff beschimpfen lassen muss, ist würdelos.“ Jeder einzelne auf dem Boot verdiene absoluten Respekt. „Herr Seehofer kann gerne einmal mitfahren. Erst dann kann er auch mitreden.“

Susanne Greiner

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